Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.03.2011

10:54 Uhr

Nervöser Handel

Ölpreis hält sich über 110 Dollar

Unruhen in der arabischen Welt auf der einen, Konjunktursorgen auf der anderen: Zwischen diesen beiden Faktoren bewegt sich der Ölpreis – und steigt aktuell auf 111 US-Dollar. Gold kann dagegen kaum profitieren.

Ölfässer werden verladen. Der Preis hält sich auf hohem Niveau. Quelle: ap

Ölfässer werden verladen. Der Preis hält sich auf hohem Niveau.

DüsseldorfAngesichts der anhaltenden Spannungen im Golfstaat Bahrain hat der Ölpreis am Donnerstag erneut zugelegt. Nordsee-Öl der Sorte Brent verteuerte sich um fast einen US-Dollar auf 111,66 Dollar je Barrel. US-Leichtöl WTI legte im gleichen Rahmen auf  98,98 Dollar pro Fass zu.

Das gewaltsame Vorgehen der sunnitischen Herrscherfamilie gegen die vornehmlich schiitischen Demonstranten hat den Konflikt in Bahrain zu einer Krise zwischen den sunnitisch geprägten arabischen Staaten am Persischen Golf und der schiitischen Regionalmacht Iran werden lassen. Saudi-Arabien hat Truppen nach Bahrain zur Unterstützung des dortigen Königshauses entsandt. „Die Führung Saudi-Arabiens fürchtet nicht nur wachsenden Einfluss im Nachbarstaat Bahrain, sondern auch ein Übergreifen der Proteste auf die ölreichen Provinzen im Osten des eigenen Landes, wo die Schiiten in der Mehrheit sind“, erklärten die Analysten von Barclays Capital. Rohstoff-Ökonom Ben Westmore von der National Australia Bank sagte: „Alles, was zu Protesten in Saudi-Arabien führt und die Ölförderung in der Region betrifft, wird zu einem deutlichen Anziehen der Preise führen.“

Der Goldpreis hat am Donnerstag nur wenig verändert um die Marke von 1400 Dollar je Feinunze gependelt. Wie bereits in den vergangenen Tagen konnte das Edelmetall nicht von seinem Ruf als sicherer Anlagehafen profitieren und folgte dem generellen Abwärtstrend an den Aktien- und Rohstoff-Märkten. Das sei allerdings schon in der Finanzkrise 2008 zu beobachten gewesen, erklärten die Analysten der Commerzbank. „Aktuell scheinen Anleger weiter Gold zu verkaufen, um Liquidität zu schaffen und Nachschusspflichten nachzukommen“, hieß es in einem Marktkommentar der Experten. Der Silberpreis stieg um 0,8 Prozent auf 34,47 Dollar pro Feinunze.

Der Kupferpreis hat am Donnerstag seine Verluste aus dem frühen Handel wieder wettgemacht. Das Industriemetall verteuerte sich in London um 1,2 Prozent auf 9371 Dollar je Tonne. Ein Händler in Shanghai sagte, dass chinesische Käufer den aktuellen Preis als attraktiv eingeschätzt und deshalb zugegriffen hätten. Der dortige Future schloss nach anfänglichen Verlusten kaum verändert bei 69.810 Yuan (10.615 Dollar) je Tonne. China ist der weltgrößte Kupferimporteur.

Der Aufwärtstrend beim Kupferpreis könne einige Zeit anhalten, aber letztendlich komme es darauf an, wie sich die Weltwirtschaft infolge der Katastrophe in Japan entwickle, sagte der Händler.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×