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27.08.2014

09:23 Uhr

Neue Anleihe

Goldene Zeiten für Südafrikas Anleger

Südafrikas Anlegern stehen goldene Zeiten bevor: Eine neue Anleihe der zweitgrößten Bank des Landes ist in Krügerrand-Goldmünzen denominiert. Wer an einen steigenden Goldpreis glaubt, könnte doppelt profitieren.

Krügerrand-Goldmünzen sind als Zahlungsmittel in Südafrika zugelassen. Reuters

Krügerrand-Goldmünzen sind als Zahlungsmittel in Südafrika zugelassen.

JohannesburgDie südafrikanische First Rand Bank hat eine Anleihe aufgelegt, die quasi in Krügerrand-Goldmünzen denominiert ist. Nach Angaben der zweitgrößten Bank des Landes ist das Papier im Volumen von zwei Milliarden Rand (rund 140 Millionen Euro) die erste Unternehmensanleihe dieser Art.

Und so funktioniert es: Investoren kaufen Krügerrand-Goldmünzen, die in Südafrika als Zahlungsmittel zugelassen sind. Sodann leihen sie die Münzen an die Rand Merchant Bank aus, die Investmentbankensparte der First Rand Bank in Johannesburg. Dafür erhalten sie jährlich 50 Basispunkte oder 0,5 Prozentpunkte an Verzinsung. Zurückgezahlt wird die Anleihe in bar oder in Krügerrand-Goldmünzen im Jahr 2019.

„Es ist eher eine Anleihe, die eher in Krügerrand denominiert ist als in Rand”, sagt Dale Wood, Co-Chef Anleihekapitalmärkte bei RMB. Der Investor engagiere sich direkt in Rand-denominiertem Gold, führte er aus. „Das Ausfallrisiko besteht gegenüber der First Rand Bank als Ganzes und die Anleihe rangiert gleich mit anderen vorrangigen Bonds.” „Die Bank erhält Geld zu sehr günstigen Zinsen”, sagt Mike Schussler, Chefökonom bei Economists.co.za in Johannesburg. Für den Investor lohnt das Investment dagegen vor allem dann, wenn der Goldpreis steigt.

Bondexperte Wood beurteilt die Anleihe als ein besseres Investment als einen börsengehandelter Gold-Fonds (ETF). Anleger könnten rund 90 Basispunkte gegenüber dem ETF gutmachen, da erstens eine Verzinsung von 50 Basispunkten gewährleistet sei und zweitens keine Lagerkosten, die sich normalerweise auf 40 Basispunkte jährlich belaufen. Physisches Gold wird bei der Anleihe nämlich nicht hinterlegt.

Die wichtigsten Fakten zu Gold

Goldnachfrage

Die gesamte Goldnachfrage im ersten Quartal 2015 betrug 1079,3 Tonnen. Damit ist die Nachfrage nur um knapp 11 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr (Q1'14: 1089,9) gefallen.

Quelle: World Gold Council

Schmucknachfrage

Die weltweite Nachfrage nach Schmuck betrug im ersten Quartal 2015 insgesamt 600,8 Tonnen und ist damit um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q1'14: 620,2) gefallen.

Industrienachfrage

Die Nachfrage des Technologiesektors belief sich im ersten Quartal 2015 auf 80,4 Tonnen und fiel, verglichen mit den 81,9 Tonnen im ersten Quartal 2014, um zwei Prozent.

Goldbarren- und Münznachfrage

Die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen ist im ersten Quartal 2015 gesunken – auf 253,1 Tonnen. Ein Minus von zehn Prozent im Vergleich zu 2014 (Q1: 281,5).

EFTs und ähnliche Produkte

Die Nachfrage bei den Gold-EFTs betrug im ersten Quartal 2015 25,7 Tonnen. Im ersten Quartal des Vorjahres wurden noch Abflüsse in Höhe von 13,5 Tonnen verzeichnet.

Notenbanken

Die Nettoeinkäufe von Zentralbanken betrugen im ersten Quartal 2015 119,4 Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr blieb der Wert damit nahezu gleich (Q1'14: 119,8).

Investment gesamt

Die Goldnachfrage im Investment belief sich im ersten Quartal 2015 auf 278,8 Tonnen. Das ist eine Steigerung von vier Prozent, im Vorjahresquartal waren es 268 Tonnen.

Gold, in Rand denominiert, hat sich seit Anfang 2013 um rund 20 Prozentpunkte besser entwickelt, als Gold, das in Dollar berechnet wird. Während der Dollar-Preis um 24 Prozent sank, gab der Rand-Preis für Gold nur um 3,7 Prozent nach. Der New Gold ETF von Absa Capital hat in dem Zeitraum 4,5 Prozent verloren.

Kommentare (4)

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Drittes Auge

27.08.2014, 09:41 Uhr

"Bondexperte Wood beurteilt die Anleihe als ein besseres Investment als einen börsengehandelter Gold-Fonds (ETF). Anleger könnten rund 90 Basispunkte gegenüber dem ETF gutmachen, da erstens eine Verzinsung von 50 Basispunkten gewährleistet sei und zweitens keine Lagerkosten, die sich normalerweise auf 40 Basispunkte jährlich belaufen."

Ist ja ein toller Experte, von denen es im derzeitigen Finanzsystem leider viel zu viele gibt. Denn was der Experte vergessen oder vedrängt hat, ist ja das Ausfallrisiko, welches man im Gegensatz zum ETF hat. Ob da 0,9% eine angemessene Risikoprämie sind, muss man sich schon noch anschauen...

Herr Edi Haas

27.08.2014, 10:21 Uhr

Auch hier sind schon die Mächtigen am Werk mit ihren schnellen Maschinen und immerwährenden Gewinn.
Das Sytem greift und das Spiel für einige wenige geht weiter.
Da kann der Kleinanleger sich nur noch wundern.

Herr Peter Brintrup

27.08.2014, 10:34 Uhr

Die FirstRand Bank hat Probleme und hat auch bereits staatl. Unterstützung erhalten und sucht jetzt Dumme, die ihr physisches Gold anvertrauen für eine Miniverzinsung.

Frage ist, was machen die mit dem Gold. Wird es verliehen, evtl. sogar mehrfach ? Wenn der Verleiher dann nach einer Zeit das physische Gold zurückhaben möchte, der Preis aber gestiegen ist, kann die Bank dann das Gold beschaffen oder ist die Kohle dann weg ? Was ist, wenn der Gläubiger der Bank nicht den evtl. höheren Preis zahlen kann ?

Für mich Dummenfang !

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