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06.05.2015

11:56 Uhr

Neuer Jahreshöchststand

Libyen-Konflikt lässt Ölpreis weiter steigen

Die Rohölförderung hält sich trotz vieler Schließungen von Bohrlöchern auf hohem Niveau. Nun mehren sich die Hinweise, dass sich das US-Angebot verringern könnte. Die Preise steigen – auch wegen der Kämpfe in Libyen.

Ein Barrel Brent kostete am Morgen 86 Cent mehr als am Dienstag. dpa

Rohöl

Ein Barrel Brent kostete am Morgen 86 Cent mehr als am Dienstag.

SingapurLibysche Export-Ausfälle haben den Ölpreis am Mittwoch erneut in die Höhe getrieben. Die richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um 2,4 Prozent und notierte mit 69,14 Dollar je Barrel so hoch wie zuletzt Anfang Dezember. Damit hat Brent im Vergleich zu seinem Sechs-Jahres-Tief von Mitte Januar um knapp die Hälfte zugelegt. Das US-Öl WTI gewann am Mittwoch zeitweise 2,7 Prozent auf 62,05 Dollar.

Aufgrund von Kämpfen kann im libyschen Hafen Sueitina kein Erdöl verladen werden. Derzeit exportiert das nordafrikanische Land nur etwa 500.000 Barrel täglich, das ist rund zwei Drittel weniger als 2010. Analystin Vyanne Lai von der National Australia Bank verwies zudem auf die Kämpfe im Jemen, die für Verunsicherung und dadurch auch für Kursausschläge sorgten. Das Land liegt an einer wichtigen Route für Öltanker.

Offenbar nutzten einige spekulativ orientierte Anleger diese Gemengelage, um die Preise nach oben zu treiben, sagte Lai weiter. Dabei hätten sich die Rahmenbedingungen am Ölmarkt kaum verändert. Zwischen Sommer 2014 und Anfang 2015 hatte sich der Ölpreis wegen schwächelnder Nachfrage bei gleichzeitig zunehmenden Fördermengen in etwa halbiert.

Am Markt wurden die Gewinne auch mit neuen Lagerdaten aus den USA begründet. Das private Forschungsunternehmen American Petroleum Institute (API) hatte am Dienstagabend von rückläufigen Rohölvorräten berichtet. Damit mehren sich die Hinweise, dass sich das hohe überschüssige Angebot in den USA zumindest etwas verringern könnte. Die Rohölförderung hält sich dagegen trotz zahlreicher Schließungen von Bohrlöchern auf hohem Niveau.

Kommentare (2)

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Herr Peter Noack

06.05.2015, 10:00 Uhr

Verehrtes Handelsblatt!

Das ist doch nicht euer ernst, oder? dpa schreibt: "Am Markt wurden die jüngsten Gewinne mit neuen Lagerdaten aus den USA begründet. Das private Forschungsunternehmen American Petroleum Institute (API) hatte am Dienstagabend von rückläufigen Rohölvorräten berichtet. Damit mehren sich die Hinweise, dass sich das hohe überschüssige Angebot in den USA zumindest etwas verringern könnte. Die Rohölförderung hält sich dagegen trotz zahlreicher Schließungen von Bohrlöchern auf hohem Niveau." Diese dürren Daten sollen also begründen, dass der Ölpreis von Ende Januar bis Anfang Mai von 42,56 Dollar WTI auf 62,66 Dollar je Fass und bei Brent von 47,74 auf 68,43 Dollar je Fass gestiegen ist. Werden sich die Russen nun freuen, weil die zu Brentpreisen exportieren? Das riecht nach Rubelstärkung. Es kann unmöglich ernst gemeint sein, wenn eine Million Fass weniger Ölreserven den Ölpreis von 43 Dollar auf 63 Dollar steigen lassen. Das gilt auch für Brent. Der Ölpreis ist vom Minimum bis heute um fast 50 Prozent gestiegen und niemand scheint es bemerkt zu haben? Die Spekulanten sind also wieder am Markt,.

Herr Thomas Podgacki

06.05.2015, 11:52 Uhr

Siehe HB Online vom 05.05.2015 08:46
Obwohl die US-Schieferölindustrie immer mehr Bohrlöcher schließe, lasse ein Rückgang der Ölproduktion auf sich warten, argumentieren Rohstoffanalysten der Commerzbank. Zudem fördere das Ölkartell Opec immer noch deutlich mehr Erdöl als nachgefragt werde.

Für mich ist schwer nachvollziehbar, wie beim gestrigen Überangebot von Rohöl heute die Lagerbestände eventuell sinken können? Nach den letzten kräftigen Preissteigerungen dürfte Fracking in Kürze auch wieder gewinnbringend sein. Wird dann das Überangebot noch größer?

Also in hohem Mase Spekulation auf dünnem Eis.

Schönen Tag noch.

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