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18.09.2014

10:05 Uhr

Niedriger Leitzins

Der Euro gibt weiter nach

Für den Euro ging es auch am Donnerstag weiter abwärts. Belastet wird die europäische Gemeinschaftswährung durch ein Erstarken des US-Dollars. Kreditgeschäfte der EZB könnten für neue Impulse am Devisenmarkt sorgen.

Der Euro war nach einer Anhebung der Leitzinsprognosen durch US-Notenbanker zeitweise mehr als einen Cent abgerutscht. dpa

Der Euro war nach einer Anhebung der Leitzinsprognosen durch US-Notenbanker zeitweise mehr als einen Cent abgerutscht.

Frankfurt am Main.Nach den geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank Fed ging es für den Euro auch am Donnerstag weiter abwärts. Die Gemeinschaftswährung knüpfte damit an die starken Kursverluste nach dem Fed-Entscheid vom Vorabend an.

Am Morgen wurde der Euro bei 1,2860 US-Dollar gehandelt und damit etwas tiefer als am späten Mittwochabend. Der Euro war nach einer Anhebung der Leitzinsprognosen durch US-Notenbanker zeitweise mehr als einen Cent abgerutscht.

Geschichte des Euro

Anfänge

Das Ziel einer Währungsunion war bereits im EG-Vertrag verankert. Am 1. Januar 1999 ist es so weit: Der Euro wird gemeinsame Währung von elf Ländern. In Euro bezahlt werden kann per Scheck, Kredit- oder EC-Karte. Das alte Geld bleibt jedoch zunächst das allein gültige Zahlungsmittel. Wenige Tage später nehmen auch die Finanzmärkte den Handel mit Euro auf.

Euro-Zone

Zu den ersten Ländern, die den Euro einführten, gehörten Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien. Griechenland trat erst 2001 der Gemeinschaft bei, da es vorher nicht die Auflagen erfüllte. Großbritannien, Dänemark und Schweden verzichteten auf den Euro.

Bargeld

Am 1. Januar 2002 wird der Euro in zwölf Ländern gesetzliches Zahlungsmittel. Die D-Mark behält für zwei Monate ihr Gültigkeit, kann danach aber immer noch gegen Euro eingetauscht werden. Der Wechselkurs ist festgesetzt auf 1 Euro = 1,95583 D-Mark.

Neue Mitglieder

2004 werden zehn Länder in Mittel- und Osteuropa sowie im Mittelmeerraum neue EU-Mitglieder. Sie müssen die Gemeinschaftswährung übernehmen, sobald sie die Konvergenzkriterien erfüllen. Bis heute sind allerdings nur fünf weitere Staaten der Euro-Zone beigetreten, nämlich Slowenien, Malta, Zypern, Estland und die Slowakei. Damit gibt es insgesamt 17 Länder in Europa, in denen offiziell mit Euro bezahlt werden kann.

Höchststand

Ende August 2008 steigt der Euro zum ersten Mal über die psychologisch wichtige Marke von 1,50 US-Dollar. Sein bisheriges Allzeithoch von 1,5990 Dollar erreicht die Gemeinschaftswährung am 15. Juli, wobei der höchste je am Markt gehandelte Kurs sogar über 1,60 Dollar liegt.

Schuldenkrise

Im Frühjahr 2010 kommt Griechenland in immer größere Finanznöte und muss als erstes Euro-Land Milliardenhilfen beantragen. Damit nimmt eine Schuldenkrise ihren Lauf, in dessen Zuge weitere Länder, darunter Irland und Portugal, um Geldmittel bitten müssen. In der Öffentlichkeit wird heftig über einen möglichen Zusammenbruch der Euro-Zone spekuliert. Die Gemeinschaftswährung wertet kontinuierlich ab.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs Mittwochmittag auf 1,2956 (Dienstag: 1,2949) Dollar festgesetzt.

Die Fed hatte ihren Leitzins weiter an der Nulllinie gehalten und ihr Niedrigzinsversprechen bekräftigt. Gleichwohl wurden die Erwartungen über die künftige Leitzinsentwicklung in den USA von den Notenbankern aber angehoben, was dem Dollar Auftrieb verlieh und den Euro im Gegenzug belastet.

Am späten Vormittag könnte die Zuteilung für das erste der neuen langfristigen Kreditgeschäfte der EZB an die Geschäftsbanken der Eurozone für neue Impulse am Devisenmarkt sorgen.

Von

dpa

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