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31.03.2016

11:27 Uhr

Niedrigzinsen und Geldanlage

Gold vor höchstem Quartalsgewinn seit 25 Jahren

Die Verwerfungen an den Finanzmärkten und die lockere Geldpolitik der Notenbanken haben für einen Nachfrageschub bei Gold geführt. Das Edelmetall läuft auf den höchsten Quartalsgewinn seit September 1990 zu.

Goldbarren der Deutschen Bundesbank in Frankfurt. dpa

Gold

Goldbarren der Deutschen Bundesbank in Frankfurt.

FrankfurtGold läuft auf den höchsten Quartalsgewinn seit September 1990 zu. Ein Nachfrageschub nach Anlageklassen, die als sicherer Hafen gelten, verhalf dem Edelmetall dazu, in diesem Jahr die beste Entwicklung unter den wichtigsten Rohstoffen aufzuweisen.

Der Preis für Gold stieg am Kassamarkt gegen Mittag um 0,8 Prozent auf 1234,53 Dollar je Feinunze, wie Daten von Bloomberg zeigen. Damit kommt das Edelmetall seit Januar auf einen Anstieg um rund 16 Prozent, was den ersten Quartalsgewinn seit Juni 2014 darstellt.

So legen die Deutschen an

Sparbuch und Tagesgeld über alles

Deutsche Anleger bleiben ihrem Sparbuch sowie dem Tagesgeldkonto treu (77,3 Prozent) – und das obwohl zwei von drei Befragten davon ausgehen, dass das niedrige Zinsniveau in Europa noch mindestens drei bis fünf Jahre anhalten wird (65,4 Prozent). Auf dem zweiten Platz folgen Aktien bzw. Aktienfonds, in die 26,1 Prozent der Befragten investiert sind. Immobilien- oder Immobilienfondsanlagen halten 19,1 Prozent, Anleihen oder Rentenfonds 12,4 Prozent der Anleger. 9,5 Prozent der Befragten haben derzeit kein Geld in einer der genannten Anlageformen investiert.

 

Quelle: Goldman Sachs Asset Management/TNS Infratest (Oktober 2015)

Sicherheit ist Trumpf

Sicherheit bleibt unverändert das wichtigste Kriterium bei der Entscheidung über die eigene Geldanlage (61,8 Prozent). Die ständige Verfügbarkeit des Geldes ist 29,4 Prozent der Anleger am wichtigsten, eine hohe Rendite nannten lediglich 6,8 Prozent der Befragten als wichtigstes Kriterium.

Wirtschaftliche Krisen als größtes Risiko

Als größte Risiken für ihre Geldanlage sehen private Investoren wirtschaftliche Krisen (42,9 Prozent). Mit deutlichem Abstand folgen Inflation und politischen Krisen (22,1 Prozent bzw. 15,6 Prozent). Staatsverschuldung und Deflation spielen, wie im vergangenen Jahr, eine vergleichsweise untergeordnete Rolle.

Frustrierte Sparer, zufriedene Aktionäre

60,4 Prozent der Anleger, die ein Sparbuch oder Tagesgeldkonto haben, sind eher unzufrieden oder sogar äußerst unzufrieden mit ihrer Geldanlage. Mit ihren Erträgen bei Aktien/Aktienfonds, die gerade im aktuellen Niedrigzinsumfeld bessere Renditen versprechen, sind 69,2 Prozent sehr zufrieden oder eher zufrieden, mit Anleihen/Rentenfonds 62,7 Prozent. Am zufriedensten sind Immobilien- bzw. Immobilienfondsanleger mit ihren Erträgen: Hier geben über drei Viertel der Anleger an, sehr zufrieden oder eher zufrieden zu sein (78,4 Prozent).

Die Verwerfungen an den Finanzmärkten und Sorgen um die Weltwirtschaft in diesem Jahr schürten Spekulationen, dass die US-Notenbank Federal Reserve eine Pause bei ihren geldpolitischen Straffungen einlegen würde. Ein Index für die US-Landeswährung läuft auf den stärksten Quartalsverlust seit 2010, nachdem Fed-Chefin Janet Yellen am Dienstag einen vorsichtigen Kurs der Zentralbank bei der Verringerung des Grades der Akkommodierung in Aussicht gestellt hatte.

Vor diesem Hintergrund konnte Gold seinen Status als Absicherung in diesem Jahr wieder behaupten und eine Rally hinlegen. Die Bestände der Anleger in börsengehandelten Produkten legten dieses Quartal um etwa 300 Tonnen zu. Es war der höchste Zuwachs seit März 2009.

„Die gemäßigten Äußerungen von Yellen in dieser Woche, die die Haltung der Fed bekräftigt haben, bei den Zinserhöhungen in diesem Jahr allmählich und vorsichtig vorzugehen, haben auf dem US-Dollarindex gelastet, was sich positiv auf Gold auswirkt“, erklärte Ökonomin Vyanne Lai der National Australia Bank Ltd. in einer E-Mail. „Die Investmentnachfrage nach Gold hält sich offenbar gut.“

Händler sehen nun keine Chance mehr, dass die Fed ihre Geldpolitik im kommenden Monat verändert, und sehen nur noch eine Wahrscheinlichkeit von 54 Prozent für eine Zinserhöhung bis Dezember. Höhere Fremdfinanzierungskosten lassen Gold weniger attraktiv erscheinen.

Silber gewann am Kassamarkt zuletzt 0,7 Prozent auf 15,36 Dollar je Feinzunze und läuft damit auf einen Quartalszuwachs von rund zehn Prozent zu. Platin kletterte um ein Prozent auf 972 Dollar je Unze und liegt im laufenden Quartal rund 8,5 Prozent im Plus, was der stärkste Zuwachs seit September 2012 ist.

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