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27.04.2012

15:41 Uhr

Notenbank

Schweiz hält an Euro-Mindestkurs fest

Die Schweizer Notenbank wird auch weiter am Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken festhalten. Eine Erhöhung komme derzeit nicht in Frage, sagte SNB-Präsident Thomas Jordan.

Der Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken bleibt vorerst bestehen. dpa

Der Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken bleibt vorerst bestehen.

BernDie Schweizer Notenbank will nicht an dem im September einführten Mindestkurs von 1,20 Franken je Euro rütteln. SNB-Präsident Thomas Jordan bekräftigte am Freitag auf der Generalversammlung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) nicht nur die Entschlossenheit der Währungshüter, den Kurs des Euro nicht unter diese Marke fallen zu lassen.

Er machte auch klar, dass in der gegenwärtigen Lage trotz Forderungen aus der Wirtschaft und von Politikern eine Erhöhung nicht infrage kommt. Schweizer Firmen können also nicht darauf hoffen, dass sie im Export in Zukunft besser verdienen können, wenn sie im Ausland erwirtschaftete Euro zu einem höheren Preis bei der Notenbank abgeben können.

Zudem können Touristen aus der EU können mit billigeren Urlauben in der Schweiz rechnen. Und auch Devisenspekulanten, die sich in Franken verschuldet und das Geld in der Hoffnung auf eine Aufwertung in Euro angelegt haben, können nicht auf einen raschen Gewinn setzen.

„Ein Mindestkurs ist eine Extremmaßnahme“, die nur eingeführt werden könne, um schlimmste Entwicklungen zu verhindern, sagte Jordan. Dass der starke Franken, der immer noch überbewertet sei, die Exportwirtschaft in Bedrängnis bringe, räumte Jordan ein. Aber der Mindestkurs sei eben kein Allheilmittel, das sämtliche Probleme der Schweizer Wirtschaft lösen könne.

Der Kurs lasse sich nicht einfach und risikolos für jedes gewünschte Niveau umsetzen. So ein Schritt müsse eine klare ökonomische Legitimation haben, international akzeptiert sein und nicht als kompetitive Abwertung betrachtet werden.

Schon die Durchsetzung des gegenwärtigen Wechselkurses ließ die Devisenreserven wie auch die Geldmenge in der Schweiz kräftig anschwellen. Inflationsgefahren sah Jordan deswegen aber nicht. Und die SNB sei bereit, weiter gegen eine Franken-Aufwertung vorzugehen.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

27.04.2012, 16:00 Uhr

"Und auch Devisenspekulanten, die sich in Franken verschuldet und das Geld in der Hoffnung auf eine Aufwertung in Euro angelegt haben, können nicht auf einen raschen Gewinn setzen."

Die SNB hat da sicherlich das richtige Zeichen gesetzt.

Staatsbankrott

27.04.2012, 19:27 Uhr

Ja, die ganzen Politiker und Zentralbanker wissen ganz genau das wir mitten in einer weltweiten Rezession stecken und das wir kurz vorm Zusammenbruch des Währungssystems stehen, daher ist es wichtiger die Währungen zu fixen, sonst wären USD und Euro schon lange Geschichte. Schaut mal bei Ebay in der Suche unter Rolex, das ist mein privater IFO Index, da kann der Lungenbart Werner Sinn mit seinem manipulierenden Institut mal einpacken. Da sind tausende Rolex Uhren drinnen, Tendenz steigend. Man kann davon ausgehen das bereits etliche Unternehmer Bankrott sind und nun die Luxusartikel abgeben müssen. Das bei solch positiven Wirtschaftsberichten ständig. Naja, wir stehen ja wieder kurz vorm merklichen Aufschwung. Immer schön die klassischen Unternehmerautos, protzige Uhren und sonstige Luxusartikel im Auge behalten und dann weiss man genau was Sache ist. Wenn die Zeit rückwärts läuft braucht man eben keine dicken Uhren mehr, egal wie der Wechselkurs steht. Die einzige Industrie die gerade richtig boomt ist Anlagen und Maschinenbau um im Ernstfall auf Kriegsmaschinerie zu wechseln. Ich hatte da Kontakt mit deutschen Ingenieuren die weltweit Ihre Aufträge erledigen und die Leute mit denen ich mich unterhalten hatte berichteten nichts Gutes.

vandale

30.04.2012, 11:31 Uhr

Die SNB schöpft Geld um € mit Franken zu kaufen. Dadurch wird die Geldmenge in der Schweiz aufgebläht. Die Konsequenz sieht man in extrem steigenden Immobilienpreisen. Langfristig wird die kommende Inflation des € und $ Raums gedämpft importiert.

Die Nebenwirkungen des "Medikaments" Mindestkurs sind nicht vernachlässigbar.

Die Schweiz bleibt im Fall des Zusammenbruchs (Hochinflation, Staatsbankrotte) keine Insel der Seligen, sondern wird mit betroffen sein.

Vandale

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