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08.01.2007

16:46 Uhr

Ökonomen rechnen mit Preisrückgängen

Ölpreis steigt nach Pipeline-Schließung

Kaum haben einige Ökonomen ihre Prognosen für den Ölpreis in diesem Jahr gesenkt, da steigt der Preis für das schwarze Gold aufgrund der Pipeline-Schließung. Der heutige Anstieg um zwischenzeitlich mehr als einen Dollar konnte sich eventuell fortsetzen, da die Opec-Staaten über eine Drosselung der Fördermengen diskutieren.

Archivbild: Gaspipeline in Russland. Quelle: dpa

Archivbild: Gaspipeline in Russland.

HB LONDON. Die Ölpreise sind am Montag wegen der Schließung einer russischen Pipeline nach Europa kräftig nach oben geschnellt. Der Preis der wichtigsten Nordee-Rohölsorte Brent zog bis zum Nachmittag um 92 Cent auf 56,56 Dollar an. Zwischenzeitlich war er um mehr als einen Dollar gestiegen. In den vergangenen Tagen war der Ölpreis um mehr als vier Dollar gesunken.

Der russische Leitungsbetreiber Transneft begründete die Schließung, die auch die Versorgung Deutschlands beeinträchtigte, am Montag damit, dass Weißrussland sich illegal mit Öl aus der Pipeline „Druschba“ (Freundschaft) versorge. Transneft suche nun nach anderen Routen, um Deutschland und auch Polen zu versorgen.

Kurz zuvor hatten einige Ökonomen angesichts des seit Jahresbeginn um rund 10 Prozent gefallenen Ölpreises ihre Prognosen für das erste Quartal 2007 gesenkt. In der von der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires regelmäßig durchgeführten Umfrage zur Entwicklung der Rohölpreise reduzierte sich die Schätzung für das erste Quartal im Mittel um 1,00 Dollar je Barrel gegenüber der vorherigen Umfrage (Mitte Dezember 2006).

Den Ölpreis für die Referenzsorte Brent sehen die Ökonomen im ersten Quartal 2007 nun bei 61,00 (62,00) Dollar je Barrel. Die Notierung für die für Nordamerika besonders wichtige Sorte West Texas Intermediate (WTI) wird für den gleichen Zeitraum auf 62,00 (63,00) Dollar veranschlagt.

Die durchschnittliche Schätzung für das Gesamtjahr 2007 reduzierte sich für die Nordseesorte Brent auf 60,0 (60,2) Dollar; für WTI sank die Prognose seit Mitte Dezember um 0,50 Dollar auf 61,0 Dollar je Barrel. Im kommenden Jahr sehen die Volkswirte den Preis unverändert bei 58,0 Dollar für Brent und bei 59,0 Dollar für WTI.

Als Reaktion auf den seit Jahresbeginn um rund 10 Prozent gefallenen Ölpreis haben die Mitgliedstaaten der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) Gespräche über die Notwendigkeit weiterer Fördersenkungen begonnen. Wie es aus Opec-Kreisen am Montag hieß, stünden die Mitgliedstaaten angesichts des Preisrückgangs unter zunehmendem Druck, die bislang beschlossenen Fördersenkungen umzusetzen. Einige Opec-Mitglieder hatten sich im vergangenen Jahr wiederholt dafür ausgesprochen, dass der Ölpreis nicht unter die Marke von 60 Dollar je Barrel fallen sollte.

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