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25.01.2012

17:33 Uhr

Öl-Embargo gegen Iran

IWF warnt vor steigenden Ölpreisen

Ein Einfuhrverbot der EU für iranisches Öl könnte den Preis des Rohstoffs um bis zu 30 Prozent in die Höhe treiben, schätzt der Internationale Währungsfonds. Doch aus der Branche selbst kommen ganz andere Töne.

Ein Techniker auf dem iranischen Ölfeld Azadegan. dapd

Ein Techniker auf dem iranischen Ölfeld Azadegan.

Washington/DavosEin Stopp iranischer Öl-Exporte könnte den Preis nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) um 20 bis 30 Prozent nach oben treiben. Finanzsanktionen, wie sie die USA verhängten, seien gleichbedeutend mit dem am Montag erlassenen Einfuhrverbot der Europäischen Union, hieß es am Mittwoch in einem IWF-Bericht an die G20. Dadurch würde der fünftgrößte Öl-Produzent der Welt pro Tag rund 1,5 Millionen Barrel weniger ausführen können.

Aus der Branche kamen dagegen andere Einschätzungen: Der französische Öl-Riese Total rechnet nicht mit einem größeren Einfluss des Embargos der EU auf den iranischen Absatz oder den Öl-Markt im Allgemeinen. Das Öl werde anderweitig verkauft, sagte Konzernchef Christophe de Margerie der Nachrichtenagentur Reuters am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. Die Islamische Republik könnte auch Preisnachlässe gewähren, um den Verkauf zu beschleunigen. Total selbst hält sich nach eigenen Angaben bereits an das Embargo und hat seine Käufe gestoppt. Zuvor hatten die Franzosen pro Tag rund 80.000 Barrel abgenommen.

Dem Iran wird vorgeworfen, unter dem Deckmantel der Energieerzeugung an Atomwaffen zu arbeiten, was die Führung in Teheran bestreitet. Die EU verschärfte am Montag ihre Sanktionen gegen das Land und beschloss ein Embargo gegen iranisches Öl, das am 1. Juli in Kraft treten soll. Außerdem weiteten die Europäische Union und die USA ihre finanziellen Strafmaßnahmen aus.

Von

rtr

Kommentare (10)

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kleinfeldt

25.01.2012, 19:15 Uhr

der DEBKAfile, ein stets hervorragend informierter Nachrichtendienst, meldet heute Morgen, dass der Iran das Ölembargo der USA und seiner verbündeten EU-Staaten mit einem geschickten Schachzug aushebelt.

Indien, einer der größten Ölabnehmer Irans nach China und der EU, hat ein Öllieferungsabkommen abgeschlossen und will mit Gold bezahlen. Es ist davon auszugehen, dass das rohstoffreiche China dem folgt.

Damit geht das Embargo zum Großteil ins Leere, denn dadurch kann der Iran die Banken und die US-Währung umgehen. Diese Transaktionen haben aber noch eine viel gravierendere Wirkung.

kleinfeldt

25.01.2012, 19:17 Uhr

Der Petrodollar könnte vom Thron gestoßen werden

Einer der wichtigsten Pfeiler der Weltmacht USA, ist das unumstößliche Gesetz, dass das Rohöl weltweit in Dollar gehandelt wird. Dieser Fakt stützt den Dollar als Weltleitwährung und bildet eine Art Ersatz für die ehemalige Golddeckung.

Solange die USA mit ihrem Papiergeld überall auf der Welt Güter und Waren - und insbesondere das für alle Bereiche lebensnotwendige Erdöl - einkaufen kann, spielt es keine Rolle, ob die USA im Grunde Pleite ist oder nicht.

Saddam Hussein war ungeachtet aller Untaten immer ein gern gesehener Partner der USA, bis er auf die Idee kam, das irakische Erdöl auch in Euro handeln zu wollen. Der weitere Verlauf der Geschichte ist bekannt.

Wenn sich jetzt Indien und China - möglicherweise auch Russland - von der Dollarzahlung abwenden, verliert Amerika weiter an Boden. Ohne den Dollar als Weltwährung ist die USA aber nichts anderes als ein großes, bankrottes Land.

kleinfeldt

25.01.2012, 19:19 Uhr

Auswirkungen auf den Goldpreis

Für den Fall, dass die sich jetzt abzeichnenden Handelsbeziehungen auf Basis Gold gegen Güter und Rohstoffe festigen können, braucht es nicht allzu große prophetische Begabung um voraussagen zu können, dass der Goldpreis in ganz neue Bereiche steigen wird.

Das Edelmetall – und in dessen Gefolge das Silber - würde sich als zweite Weltwährung gegen den Dollar etablieren und eine ganz neue und gleichzeitig uralte Rolle spielen:

Als echtes, nicht vermehrbares und druckbares Geld. Schon seit langer Zeit versuche ich immer wieder begreiflich zu machen, dass die Edelmetalle am Ende des Spiels als einziger, sicherer Vermögensspeicher übrig bleiben werden.

Die heutigen Nachrichten könnten diese Entwicklung deutlich beschleunigen.

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