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03.04.2012

15:46 Uhr

Öl-Preis

An Mangel liegt es nicht

Nach eigenen Angaben produziert die Opec so viel Öl wie seit 2008 nicht mehr, deshalb ist klar: Nicht die Knappheit führt dazu, dass der Preis kontinuierlich steigt. Saudi-Arabien ist um Entspannung bemüht.

Saudi-Arabiens Öl-Minister Ali al-Naimi erklärte kürzlich, in den Tanks der Opec befände sich genug Öl, um die Welt für 60 Tage zu versorgen. Reuters

Saudi-Arabiens Öl-Minister Ali al-Naimi erklärte kürzlich, in den Tanks der Opec befände sich genug Öl, um die Welt für 60 Tage zu versorgen.

An den Zapfsäulen sind alle gleich: Ob in Europa oder in den USA, ob Porsche- oder Polo-Fahrer, ob Benziner oder Diesel - die Verbraucher müssen immer tiefer in die Tasche greifen, wenn sie mit dem Auto unterwegs sind. Ein Grund ist der Anstieg des Ölpreises in diesem Jahr. Vor allem der Streit des Westens mit dem Iran hatte ihn Anfang März auf ein Dreieinhalb-Jahres-Hoch von 128,40 Dollar je Fass (159 Liter) getrieben. Inzwischen hat die Angst vor einer Eskalation der Auseinandersetzung etwas nachgelassen und der Ölpreis auf 124 bis 125 Dollar nachgegeben. Doch an den Tankstellen ist diese Entspannung spurlos vorbeigegangen. „Der Anstieg der Benzinpreise in den vergangenen beiden Wochen lässt sich fundamental nicht mit der Ölpreisentwicklung erklären“, sagt Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. „Die Ölvorräte sind nicht wirklich knapp. Alle Daten deuten auf ein reichliches Angebot hin.“ Im folgenden ein Überblick über wichtige Faktoren der Ölversorgung:

Wie viel Öl braucht die Welt überhaupt? Laut Internationaler Energiebehörde IEA werden täglich rund 90 Millionen Fässer Öl gefördert. Die Opec geht von einem täglichen Bedarf von weltweit im Schnitt knapp 89 Millionen Fässern aus. Und das Kartell der Ölexporteure lässt immer mehr Öl pumpen. Im März erreichte die Förderung einer Reuters-Umfrage vom vergangenen Freitag zufolge das Niveau vom Oktober 2008 - damals pendelte der Ölpreis um 90 Dollar. Die EU hat gegen den Iran einen Einfuhrstopp ab dem 1. Juli verhängt, der derzeit vorbereitet wird.

Die daraus resultierenden Lieferausfälle können laut Analysten kaum als Grund für die Preisentwicklung herhalten. Denn im Irak und in Libyen hat die Produktion zuletzt wieder zugelegt. Auch Russland fördert Analysten zufolge mehr Öl als zuvor. Sollte dies alles nicht reichen, steht Opec-Schwergewicht Saudi-Arabien bereit. In den Tanks der Opec-Staaten lagere derzeit genug Rohöl, um die Welt damit 60 Tage lang zu versorgen, erläuterte der saudi-arabische Öl-Minister Ali al-Naimi erst vor kurzem. Im Januar hätten die Vorräte nur für 57 Tage gereicht. Zur kurzfristigen Überbrückung von Liefer-Schwierigkeiten habe sein Land zudem rund zehn Millionen Barrel in den Tanks von Rotterdam (Niederlande), Sidi Kerir (Ägypten) und Okinawa (Japan) gebunkert.

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