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18.02.2016

13:15 Uhr

Öl-Produktion

Russland rechnet mit sinkender Fördermenge

Vor wenigen Tagen haben sich mehrere Öl-Staaten auf eine Förderbegrenzung geeinigt – darunter Russland. Das Energieministerium rechnet mit einem Einbruch um fast 15 Prozent. Erst 2020 soll die Förderung wieder anziehen.

Der niedrige Ölpreis setzt den russischen Haushalt unter Druck. dpa

Öl- und Gasproduktion in Russland

Der niedrige Ölpreis setzt den russischen Haushalt unter Druck.

MoskauDie russische Ölförderung wird nach Prognosen des Energieministeriums in den nächsten Jahren deutlich zurückgehen. Das Ministerium sagte am Donnerstag voraus, im Zeitraum von 2020 bis 2025 werde der Ausstoß auf die Marke von 460 Millionen Tonnen pro Jahr fallen. 2015 lag er noch bei 534 Millionen Tonnen.

Die Zahlen sind Teil eines Stress-Szenarios, das von weiterhin niedrigen Ölpreisen und damit zusammenhängenden geringeren Investitionen der Branche ausgeht. Den russischen Prognosen zufolge dürfte der Preis für ein Barrel Rohöl 2016/2017 bei 31 bis 33 Dollar bleiben und bis 2020 dann auf 42 Dollar steigen. Nachfrage und Angebot würden weiterhin auseinanderklaffen. Nach der Periode 2020 bis 2025 rechnet das Ministerium mit einem leichten Anstieg der russischen Förderung.

Das Auf und Ab beim Ölpreis im Jahr 2015

Überangebot

Ein weltweites Überangebot bei schwächelnder Nachfrage setzen dem Ölpreis immer stärker zu. Noch im Juni 2014 kostete ein Barrel (Fass zu je 159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent 115,71 Dollar. Derzeit liegt der Preis mit rund 40 Dollar nicht einmal halb so hoch.

Die Gründe

Ein Grund für das Überangebot ist der Schieferölboom in den USA. Ein anderer ist die Förderpolitik der Opec, die anders als in früheren Jahren den Preis nicht durch die Senkung von Fördermengen stützen will. Sie kämpft stattdessen mit Rabatten um ihre Marktanteile.

7. Januar

Der Brent-Preis fällt zum ersten Mal seit Mai 2009 unter 50 Dollar je Fass.

13. Januar

Mit 45,19 Dollar erreicht Brent den niedrigsten Stand seit März 2009. Damit nähert er sich dem im Sog der Finanzkrise im Dezember 2008 erreichten Tief von 36,20 Dollar. Das war so wenig wie zuletzt im Juli 2004.

3. Februar

Spekulationen auf einen deutlichen Rückgang des Überangebots treiben den Preis für Brent wieder über 55 Dollar.

6. Mai

Export-Ausfälle in Libyen schüren Spekulationen auf einen Versorgungsengpass: Der Ölpreis steigt bis auf 69,63 Dollar.

3. Juli

Ein Bericht über den neuerlichen Anstieg von Ölbohrungen in den USA setzt den Preis wieder unter Druck: Brent fällt bis auf knapp 60 Dollar. Am darauffolgenden Montag, den 6. Juli, sinkt der Preis wieder klar unter die 60-Dollar-Marke.

3. August

Erstmals seit Januar rutscht Brent wieder unter die 50-Dollar-Marke. Auslöser ist ein Rekordanstieg der Ölproduktion der Opec-Länder im Juli.

24. August

Aus Sorgen vor einer deutlichen Abkühlung der chinesischen Wirtschaft machen Anleger einen großen Bogen um Öl. Brent verbilligt sich um bis zu 6,5 Prozent auf 42,51 Dollar. Damit kostet Brent so wenig wie zuletzt im März 2009, als der Preis einen Tiefstand von 41,30 Dollar erreichte.

8. Dezember

Nachdem die Opec am Freitag ihre Förderpolitik bestätigt hat und in der Abschlusserklärung nicht einmal mehr eine Zahl für die Obergrenze der Produktion auftaucht, gehen die Notierungen erneut in die Knie: Brent fällt auf bis zu 39,81 Dollar und ist damit so billig wie zuletzt im Februar 2009.

9. Dezember

Auch an den Zapfsäulen kommt der Kursverfall am Rohstoffmarkt langsam an: Bei mehreren Internet-Vergleichsportalen kratzt der Preis für ein Liter Diesel erstmals seit 2009 wieder an der Ein-Euro-Marke.

Von

rtr

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