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20.11.2014

10:15 Uhr

Öl und Kupfer

Leichtsinnige Gelassenheit bei Rohstoffen

VonRegine Palm

Billiges Öl, billiges Kupfer, billige Kohle – um die Rohstoffpreise machen sich Unternehmen derzeit kaum Sorgen. Nur bei einem Rohstoff fürchten sie noch Versorgungsprobleme. Eine innovative Strategie könnte helfen.

Öl, Strom und Co.

Die Preise fallen weiter

Öl, Strom und Co. : Die Preise fallen weiter

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DüsseldorfSparsam mit Rohstoffen umgehen? Dabei gibt es in vielen Unternehmen noch Verbesserungspotenzial. „Rohstoffe sind bei den Unternehmen zurzeit nicht das wichtigste Thema“, sagt Lars-Peter Häfele von der Einkaufsberatung Inverto. Entsprechend würden nicht alle Möglichkeiten zu Einsparungen wahrgenommen. Das ist das Ergebnis der Rohstoffumfrage von Inverto in Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt. Teilgenommen haben 80 Geschäftsführer und Einkaufsleiter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Selbst die Ukraine-Krise oder die Unruhen in wichtigen Regionen des Nahen Ostens haben an der Einschätzung der Firmen nichts geändert. Schließlich sind Preissteigerungen bei Rohstoffen wie Öl, Gas oder Getreide, die aufgrund der Krisen eigentlich logisch wären, ausgeblieben. Im Gegenteil: Das europäische Brent-Öl kostet aktuell weniger als 80 Dollar je Barrel (159 Liter). So wenig musste dafür zuletzt vor mehr als vier Jahren gezahlt werden. Auch das Industriemetall Kupfer notiert wegen globaler Konjunktursorgen auf einem mehrjährigen Tiefstand.


Solche Preisrückgänge wirken in den Bilanzen der Unternehmen in der Regel positiv, entsprechend gelassen zeigen sich die Firmen. Versorgungsprobleme erwartet ein Drittel der Umfrageteilnehmer – wenn überhaupt – bei Seltenen Erden. Noch vor zwei Jahren beunruhigten diese High-Tech-Metalle, die etwa für Handys gebraucht werden, fast 40 Prozent der Unternehmen. Damals hatte China Exporteinschränkungen verhängt. „Das steckt noch in den Köpfen drin“, erklärt Häfele.

Doch nun hat selbst die Deutsche Rohstoffagentur Entwarnung gegeben. Denn die Nachfrage nach sogenannten schweren Seltenen Erden sinkt. Der Grund dafür: Leuchtdioden, kurz LED genannt, setzen sich schneller als erwartet durch. Und für sie werden viel weniger Seltene Erden benötigt. Die Sorgen der Unternehmen werden damit weiter zurückgedrängt.

Die wichtigsten Fakten zu Gold

Goldnachfrage

Die gesamte Goldnachfrage im ersten Quartal 2015 betrug 1079,3 Tonnen. Damit ist die Nachfrage nur um knapp 11 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr (Q1'14: 1089,9) gefallen.

Quelle: World Gold Council

Schmucknachfrage

Die weltweite Nachfrage nach Schmuck betrug im ersten Quartal 2015 insgesamt 600,8 Tonnen und ist damit um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q1'14: 620,2) gefallen.

Industrienachfrage

Die Nachfrage des Technologiesektors belief sich im ersten Quartal 2015 auf 80,4 Tonnen und fiel, verglichen mit den 81,9 Tonnen im ersten Quartal 2014, um zwei Prozent.

Goldbarren- und Münznachfrage

Die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen ist im ersten Quartal 2015 gesunken – auf 253,1 Tonnen. Ein Minus von zehn Prozent im Vergleich zu 2014 (Q1: 281,5).

EFTs und ähnliche Produkte

Die Nachfrage bei den Gold-EFTs betrug im ersten Quartal 2015 25,7 Tonnen. Im ersten Quartal des Vorjahres wurden noch Abflüsse in Höhe von 13,5 Tonnen verzeichnet.

Notenbanken

Die Nettoeinkäufe von Zentralbanken betrugen im ersten Quartal 2015 119,4 Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr blieb der Wert damit nahezu gleich (Q1'14: 119,8).

Investment gesamt

Die Goldnachfrage im Investment belief sich im ersten Quartal 2015 auf 278,8 Tonnen. Das ist eine Steigerung von vier Prozent, im Vorjahresquartal waren es 268 Tonnen.

Ähnlich auch bei Öl, Gas oder Kohle. Gerade einmal ein Fünftel der Firmen kann sich Versorgungsprobleme vorstellen. „Es rechnet eben niemand damit, dass Russland tatsächlich den Gashahn zudrehen wird“, erklärt Häfele mit Blick auf die Ukraine-Krise.

Ungeachtet der rückläufigen Preise erwarten knapp zwei Drittel der Firmen einen maßgeblichen Einfluss der Rohstoffkosten auf ihr Geschäftsergebnis. Das sind aber deutlich weniger als 2011 (91 Prozent). Damals waren viele Grundstoffe so teuer wie nie zuvor. Mit der Wirtschafts- und Finanzkrise brachen die Preise ein – ein Rückgang, der bis heute nicht aufgeholt wurde.

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