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06.01.2016

15:24 Uhr

Öl und Rohstoffe

Ölpreis fällt unter 35 Dollar

Sogar die gefährliche Zuspitzung im Nahen Osten kann dem Ölpreis offenbar nichts anhaben. Zu stark dominiert das Überangebot. Die Lagerbestände steigen auf Rekordhöhe.

Dank seines Ölbooms Ende des 20. Jahrhunderts ist Norwegen reich geworden. Jetzt bedrohen die niedrigen Rohstoffpreise des Landes. Imago

Ölbohrplattform Statfjord Bravo in der Nordsee

Dank seines Ölbooms Ende des 20. Jahrhunderts ist Norwegen reich geworden. Jetzt bedrohen die niedrigen Rohstoffpreise des Landes.

DüsseldorfWie gewonnen, so zerronnen. Selten passt dieses alte Sprichwort so zu einer Entwicklung wie bei den Kurssprüngen des Ölpreises in den vergangenen Tagen. Wegen des verschärften diplomatischen Verhältnisses zwischen Iran und Saudi-Arabien kletterte der Preis am Montag um mehr als vier Prozent auf 38 Dollar je Barrel der Sorte Brent. Und für kurze Zeit schien es, als könne die politische Krise zwischen den beiden Ölförderländer eine Trendwende einleiten. Doch nur zwei Tage nach dem Aufstieg kommt nun der Fall. Am Mittwoch krachte der Ölpreis auf ein neues Elf-Jahres-Tief. Zuletzt kostete er nicht einmal mehr 35 Dollar. Nachdem der Streit zwischen dem sunnitischen Saudi-Arabien und dem schiitischen Iran eskalierte, ist der Ölpreis an den vergangenen drei Handelstagen um fast acht Prozent gefallen.

Eigentlich gilt der Nahe Osten als das wichtigste Ölfördergebiet der Welt. Fast ein Drittel des geförderten Rohstoffs kommt aus dieser Region. Während der Ölkrise in den 1970ern trieben die Golfstaaten den Ölpreis noch von drei Dollar auf 38 Dollar nach oben. Vierzig Jahre später kann die diplomatische Krise im Nahen Osten dem Preis offenbar nichts mehr anhaben. Der Grund: Es gibt einfach zu viel Öl auf dem Markt und die Opec weigert sich, die eigene Förderung zu drosseln.

Wie die neuesten Statistiken des amerikanischen Energieministeriums laut Nachrichtenagentur Bloomberg nun belegen, haben sich die Reserven der USA allein in der vergangenen Woche um 10,6 Millionen Barrel auf 232 Millionen Barrel erhöht. Das ist der höchste Anstieg in einer Woche seit 1993.

Allein im größten Öllager der Vereinigten Staaten, in Cushing im Bundesstaat Oklahoma, hätten sich die Vorräte in der vergangenen Woche um 1,37 Millionen Fässer erhöht. Das geht aus einem Bericht des American Petroleum Institute hervor.

Öl-Aktien: Diesen Öl-Konzernen laufen die Anleger weg

Öl-Aktien

Diesen Öl-Konzernen laufen die Anleger weg

Seit Monaten ist der Ölpreis auf Talfahrt. Rohöl überflutet die Weltmärkte, die Nachfrage ist aber schwach. Anleger gehen wegen einbrechender Gewinne bei Öl-Konzernen in Deckung. Dennoch verlieren nicht alle Aktien.

Die gesamten Vorräte hielten sich damit mehr als 130 Millionen Barrel über dem Fünf-Jahres-Schnitt, schätzen Analysten der Schweizer Bank UBS. Ihrer Meinung nach könnte der Preis in den kommenden Monaten auf 30 Dollar je Barrel fallen.

An dem wichtigen Londoner Rohstoffhandelsplatz ICE Futures Europe fiel der Terminpreis für ein Barrel Brent im Februar am Mittwoch um 4,4 Prozent auf 34,83 Dollar. Mit dem neuen Tiefstand liegt der Brent-Preis schon fast auf dem Niveau des hauptsächlich in den USA gehandelten West Texas Intermediate (WTI). Dessen Kurs hat um bis zu 1,17 Dollar verloren und gab zuletzt auf 34,80 Dollar nach.

Kommentare (26)

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Account gelöscht!

06.01.2016, 15:40 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Rainer von Horn

06.01.2016, 15:49 Uhr

Langsam frage ich mich ob wir nach negativen Zinssätzen beim EZB-Einlagenzins, beim Euribor und kurz- wie mittelfristigen Staatsanleihen auch negative Ölpreise bekommen könnten also so was wie einen Bonus, wenn die Verbraucher das Zeug verbrennen. Und dann müssten wahrscheinlich auch die CO2-Zertifikate negative Preise aufweisen, was dann zu weiteren "Marktverwerfungen" führen sollte.

Komische Welt ist das heutztage.

Account gelöscht!

06.01.2016, 16:21 Uhr

Das sind keine Experten, die vor niedrigen Öl- und Energiepreisen warnen, dass sind Sozialisten bzw. Kommunisten. Ein Volkswirt und ein Marktwirtschaftler begrüßt einen niedrigen Energie bzw. Ölpreis.
Niedrige Energiepreise sind ein Segen für jede Volkswirtschaft und für jede freie Markt-Gesellschaft!
Für jeden Verbraucher und jeden Bürger sind niedrige Energie bzw. Ölpreise ein Segen. Nur nicht für ein Kommunistisches und staatlich kontrolliertes Zwangssystem sind niedrige Energie- und damit Verbraucherpreise ein Segen....darum bekämpfen die Kommunisten bzw. Sozialisten auch niedrige Energiepreise und damit die Verbraucher in einer freien Gesellschaft.

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