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04.01.2010

07:37 Uhr

Öl

Wintereinbruch lässt Ölpreise steigen

Der heftige Wintereinbruch in Europa und den Vereinigten Staaten sowie ein Lieferstopp Russlands treiben die Ölpreise. Ein Barrel US-Öl kostet mehr als 81 US-Dollar. Auch andere Rohstoffe legen deutlich zu.

rtr FRANKFURT. Kalte Wintertage in den USA und ein Lieferstopp Russlands an Weißrussland haben den Ölpreis am Montag über 81 Dollar je Fass getrieben. US-Öl der Sorte WTI verteuerte sich um mehr als zwei Prozent auf 81,16 Dollar je Barrel und kletterte damit auf den höchsten Stand seit Mitte Oktober. Die Nordseesorte Brent kostete 79,67 Dollar und damit 2,23 Dollar mehr.

Die Aussicht auf anhaltend frostige Tage in den USA heizte die Preise weiter an. Ebenso förderlich waren Anzeichen einer weltweiten Konjunkturerholung. Diese dürfte sich nach dem Anstieg des chinesischen Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im Dezember auf den höchsten Stand seit 20 Monaten auch im amerikanischen ISM-Index niederschlagen, kommentierten die Commerzbank-Analysten.

Spekulationen auf Versorgungsengpässe in Europa durch den Streit um Preise in Russland seien ein weiterer Faktor, sagten Händler. Russland hat seine Lieferungen an den Nachbarstaat Weißrussland ab dem 1. Januar nach Aussagen russischer Ölhändler eingestellt, nachdem sich die beiden Länder nicht über Transit- und Abnehmerpreise einigen konnten. Deshalb fließt momentan kein Nachschub für einige weißrussische Raffinerien. Bislang sei die Versorgung europäischer Kunden via Weißrussland aber nicht gestört, teilte die weißrussische Staatsfirma mit.

Bei der Pipeline Druschba, die Analysten zufolge täglich rund 1,3 Mio. Barrel Rohöl nach Europa transportiert, gebe es keine Beeinträchtigungen. 2008 hat Deutschland rund 15 Prozent seines Gesamtverbrauches an Rohöl über die Druschba-Pipeline bezogen. Die Analysten der Commerzbank sehen trotz des Konfliktes nur ein geringes Risiko für Lieferausfälle in Europa. „Rein physisch gesehen hat das keinen Einfluss auf den Markt, aber psychologisch sind das wichtige Nachrichten“, sagte Rohstoffexperte Eugen Weinberg.

Die Sorge vor Engpässen spielte am Montag auch bei den Basismetallen eine wichtige Rolle. Streiks in der weltweit zweitgrößten Kupfermine in Chile trieben den Kupferpreis auf den höchsten Stand seit 16 Monaten getrieben. Eine Tonne des Industriemetalls legte um bis zu ein Prozent auf 7 430 Dollar zu. Am Montag traten die Arbeiter in der chilenischen Mine Chuquicamata in den Ausstand, vergangene Woche hatte bereits in einer anderen Kupferhütte des Landes ein unbefristeter Streik begonnen.

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