Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.03.2011

11:20 Uhr

Ölmarkt

Die Angst vor einer Ölkrise wächst

Die Ölpreise steigen wegen der Krise in Nordafrika. Ökonomen befürchten negative Auswirkungen für die Konjunktur. Die Aktienmärkte brechen weltweit ein.

Pumpen auf einem Ölfeld in den USA: Die Preise steigen und steigen. Quelle: dpa

Pumpen auf einem Ölfeld in den USA: Die Preise steigen und steigen.

FrankfurtDie Angst vor einer neuen Ölkrise geht um. Die Ölpreise verharren auf hohem Niveau. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur April-Lieferung kostet 115 US-Dollar, gut 0,5 Prozent weniger als zu Handelsstart. Am Dienstag waren die Ölpreise kräftig gestiegen, Der Preis für Brent ist in nicht einmal zwei Wochen aufgrund der Unruhen um 15 Prozent nach oben geklettert.

Händler erklärten dies mit den anhaltenden Unruhen in Libyen und dem wachsenden internationalen Druck auf Machthaber Muammar al-Gaddafi. US-Außenministerin Hillary Clinton warnte vor einem langwierigen Bürgerkrieg in dem nordafrikanischen Staat. Am Ölmarkt herrscht nach wie vor die Angst vor einer Ausbreitung der Unruhen auf Öl-Giganten wie Saudi Arabien oder Kuwait. Die Internationale Energie-Agentur (IEA) sieht die Konjunkturerholung in Europa bei anhaltend hohen Ölpreisen gefährdet. „Europa ist das schwächste Glied in der Kette der weltweiten Erholung“, sagte IEA-Chefvolkswirt Fatih Birol am Mittwoch in Berlin.

Halte sich der Ölpreis auf seinem aktuellen Niveau, dann falle die Ölrechnung für Europa höher aus als 2008, als der Ölpreis ein Rekordhoch erreicht hatte.  Die Unruhen in Nordafrika und Nahost sehen Volkswirte mit Sorge. Birol zufolge gehören die Länder in diesen beiden Regionen zu den wenigen, die ihre Produktion in den kommenden Jahren steigern können. Sie stehen für 90 Prozent des bis 2035 erwarteten Wachstums der Ölproduktion, wie der IEA-Chefvolkswirt sagte.

Der Anstieg des Ölpreise hat auch die Aktienmärkte in den USA und Fernost am Mittwoch kräftig ins Minus gedrückt. Der Dow-Jones-Index fiel um 1,4 Prozent, der S&P500 um 1,6 Prozent und auch der Nasdaq-Composite um 1,6 Prozent.  In Tokio stürzte der 225 Werte umfassende Nikkei-Index um 2,4 Prozent auf 10.492 Punkte ab. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 2,16 Prozent auf 942 Punkte. Auch die Börsen in Taiwan und Hongkong lagen über ein Prozent im Minus. Shanghai, Singapur und Südkorea verbuchten ebenfalls Verluste.

Investoren flüchteten in als relativ sicher geltende Anlagen wie Gold und Staatsanleihen.  „Die Fundamentaldaten haben sich nicht groß verändert, aber der rapide Ölpreisanstieg im Zuge der Entwicklungen in Nahost wird die Märkte wohl noch eine ganze Weile durchschütteln“, sagte Analyst Mitsuhsige Akino von Ichiyoshi Investment Management.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×