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23.04.2016

12:11 Uhr

Ölmarkt

Iran will jeden Plan zur Preis-Stabilisierung unterstützen

Fieberhaft suchen die Ölförderstaaten nach Wegen, um den Preisverfall auf dem Ölmarkt zu stoppen – bisher vergeblich. Der Iran will den anderen Produzenten nun doch entgegenkommen.

Trotz nicht erfolgter Einigung bezeichnete Sanganeh das Treffen in Doha als „positiven Schritt“. Reuters

Ölminister

Trotz nicht erfolgter Einigung bezeichnete Sanganeh das Treffen in Doha als „positiven Schritt“.

DubaiDer Iran ist nach Angaben von Ölminister Bidschan Namdar Sanganeh grundsätzlich bereit, Bemühungen zur Stabilisierung des Ölmarktes zu unterstützen. Dies kündigte Sanganeh laut der Nachrichtenagentur Shana am Samstag nach einem Gespräch mit dem südafrikanischen Energieminister in Teheran an. Zugleich bezeichnete der Minister das Krisentreffen in Doha trotz der nicht erfolgten Einigung auf eine Produktionsobergrenze als „positiven Schritt“. Es habe Verhandlungen zwischen Vertretern der Organisation erdölexportierender Staaten (Opec) und anderen Förderländern ausgelöst und den meisten Opec-Mitgliedern gezeigt, dass etwas getan werden sollte, um die Situation zu ändern.

Am Sonntag waren die Gespräche führender Ölförderstaaten zur Bekämpfung des weltweiten Überangebots gescheitert. Experten machen dafür Saudi-Arabien verantwortlich. Das Land wollte durchsetzen, das auch der Erzrivale Iran seine Produktion kappt. Dies jedoch hatte die Islamische Republik, die bei dem Treffen gar nicht vertreten war, schon im Vorfeld abgelehnt. Der Iran will zunächst die Marktanteile wiedergewinnen, die das Land im Zuge der Sanktionen im Atomstreit mit dem Westen verloren hatte, die Anfang des Jahres aufgehoben wurden. Laut Sanganeh ist die Produktion seither um eine Million Barrel pro Tag erhöht worden.

Das nächste Opec-Treffen ist für den 2. Juni geplant.

Das Auf und Ab beim Ölpreis im Jahr 2015

Überangebot

Ein weltweites Überangebot bei schwächelnder Nachfrage setzen dem Ölpreis immer stärker zu. Noch im Juni 2014 kostete ein Barrel (Fass zu je 159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent 115,71 Dollar. Derzeit liegt der Preis mit rund 40 Dollar nicht einmal halb so hoch.

Die Gründe

Ein Grund für das Überangebot ist der Schieferölboom in den USA. Ein anderer ist die Förderpolitik der Opec, die anders als in früheren Jahren den Preis nicht durch die Senkung von Fördermengen stützen will. Sie kämpft stattdessen mit Rabatten um ihre Marktanteile.

7. Januar

Der Brent-Preis fällt zum ersten Mal seit Mai 2009 unter 50 Dollar je Fass.

13. Januar

Mit 45,19 Dollar erreicht Brent den niedrigsten Stand seit März 2009. Damit nähert er sich dem im Sog der Finanzkrise im Dezember 2008 erreichten Tief von 36,20 Dollar. Das war so wenig wie zuletzt im Juli 2004.

3. Februar

Spekulationen auf einen deutlichen Rückgang des Überangebots treiben den Preis für Brent wieder über 55 Dollar.

6. Mai

Export-Ausfälle in Libyen schüren Spekulationen auf einen Versorgungsengpass: Der Ölpreis steigt bis auf 69,63 Dollar.

3. Juli

Ein Bericht über den neuerlichen Anstieg von Ölbohrungen in den USA setzt den Preis wieder unter Druck: Brent fällt bis auf knapp 60 Dollar. Am darauffolgenden Montag, den 6. Juli, sinkt der Preis wieder klar unter die 60-Dollar-Marke.

3. August

Erstmals seit Januar rutscht Brent wieder unter die 50-Dollar-Marke. Auslöser ist ein Rekordanstieg der Ölproduktion der Opec-Länder im Juli.

24. August

Aus Sorgen vor einer deutlichen Abkühlung der chinesischen Wirtschaft machen Anleger einen großen Bogen um Öl. Brent verbilligt sich um bis zu 6,5 Prozent auf 42,51 Dollar. Damit kostet Brent so wenig wie zuletzt im März 2009, als der Preis einen Tiefstand von 41,30 Dollar erreichte.

8. Dezember

Nachdem die Opec am Freitag ihre Förderpolitik bestätigt hat und in der Abschlusserklärung nicht einmal mehr eine Zahl für die Obergrenze der Produktion auftaucht, gehen die Notierungen erneut in die Knie: Brent fällt auf bis zu 39,81 Dollar und ist damit so billig wie zuletzt im Februar 2009.

9. Dezember

Auch an den Zapfsäulen kommt der Kursverfall am Rohstoffmarkt langsam an: Bei mehreren Internet-Vergleichsportalen kratzt der Preis für ein Liter Diesel erstmals seit 2009 wieder an der Ein-Euro-Marke.

Von

rtr

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