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27.01.2011

18:53 Uhr

Ölmarkt

Preise für europäisches Brentöl rasen davon

Quelle:dpa

Am Ölmarkt spielen die Kurse verrückt. Während sich europäisches Brentöl wieder der 100-Dollar-Marke nähert, fällt amerikanisches WTI-Öl weiter zurück. In den USA wird man der Ölflut nicht Herr.

Öllager im Hafen von Rotterdam: Die Nachfrage der Raffinerien ist sehr hoch. Quelle: dpa

Öllager im Hafen von Rotterdam: Die Nachfrage der Raffinerien ist sehr hoch.

New York/London/WienEuropas führende Öl-Sorte Brent aus der Nordsee wird bei den Anlegern immer beliebter, während US-Leichtöl mehr und mehr in Ungnade fällt. In Rotterdam kletterte der Spot-Preis für Brent am Donnerstag um 1,54 Dollar auf 97,63 Dollar je Barrel (159 Liter). Zuletzt hatte er im August 2008 über 100 Dollar gelegen. Bei Lieferung im März kostete ein Fass an den Terminmärkten schon 98,95 Dollar und damit knapp ein Prozent mehr als Vortag. Damit wächst der Preisaufschlag zum US-Leichtöl der Sorte WTI, für die mit rund 87 Dollar am Donnerstag rund 30 Cent weniger als am Vortag bezahlt wurde.

„Brent läuft auf die 100 Dollar je Barrel zu, als gäbe es kein Morgen“, erklärte Olivier Jakob, Analyst beim Rohstoffspezialisten Petromatrix in der Schweiz. Anleger honorieren damit die sehr unterschiedliche Versorgungslage in Europa und den USA. Zum einen gibt es Analysten zufolge in Europa eine sehr hohe Nachfrage von Raffinerien. Zum anderen schrumpfen die Öl-Vorkommen in der Nordsee.

Auf der anderen Seite des Atlantiks weiß man der Ölflut dagegen kaum Herr zu werden: am Verteilungsknotenpunkt in Cushing im Bundesstaat Oklahoma liegen die Lagebestände nach Angaben der Commerzbank nur noch knapp unter dem Rekordniveau vom Vorjahr. Ein Grund dafür ist die in den USA schrumpfende Nachfrage der Raffinerien.

Insgesamt waren die Rohölbestände in der vergangenen Woche nach Angaben des US-Energieministeriums stärker als erwartet gestiegen. Auch die Destillatebestände gingen kaum nennenswert zurück, was angesichts des winterlichen Heizbedarfs in den USA aus Sicht des Anlegers enttäuschend sei, stellten die Commerzbank-Analysten fest.

Preise für Kupfer und Zinn ziehen an

Dagegen konnten die sich füllenden Kupfer-Lager der Londoner Metallbörse (LME) der Attraktivität des Basismetalls nichts anhaben: Kupfer verteuerte sich um rund zwei Prozent auf 9520 Dollar je Tonne. Vor allem der schwächere Dollar mache das im Bau und bei der
Autoproduktion verwendete Industriemetall für Anleger interessant, die nicht im Dollar-Raum liegen.

Die Furcht vieler Anleger vor einem Versorgungsengpass treibt dagegen seit Tagen den Zinnpreis von einem Rekord zum anderen. Eine Tonne dieses unter anderem zur Herstellung von Konservendosen verwendeten Metalls verteuerte sich um bis zu 1,7 Prozent auf 29.100 Dollar. Heftige Regenfälle im weltweit wichtigsten Exportland Indonesien behindern die dortige Förderung. Für Analysten ist ein Ende der Rally derzeit nicht absehbar. Sie prognostizieren einen Anstieg des Zinn-Preises auf mehr als 30.000 Dollar.

Gold-Anleger machen Kasse

Beim Gold machten dagegen viele Anleger Kasse: der Preis für die Feinunze fiel um knapp ein Prozent auf 1335,55 Dollar beziehungsweise auf 972 Euro. Vor allem die nicht spekulativ agierenden Käufer aus Indien hielten sich Händlern zufolge in Erwartung eines weiter sinkenden Preises zurück.

Von

dpa

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