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03.11.2014

15:29 Uhr

Ölmarkt und Goldpreis

Ölpreise holen auf, Gold gewinnt

Nach ersten Verlusten holt der Ölpreis wieder auf und profitiert von einem niedrigen Goldkurs. Die Märkte geben sich zum Wochenbeginn volatil. Dennoch ist mit einer leichten Steigerung des Ölpreises zu rechnen.

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Goldpreis: Die Schweiz als Zünglein an der Waage?

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SingapurDer Ölpreis hat am Montag anfängliche Verluste wieder aufgeholt und lag gegenüber Freitag leicht im Plus. Belastet worden war der Ölpreis durch chinesische Konjunkturdaten, die ein langsameres Wachstum im verarbeitenden Gewerbe anzeigten. Das Land ist der zweitgrößte Ölverbraucher weltweit. Hinzu kommt die verhaltene Ölnachfrage aus anderen Regionen wie dem Euroraum. Der starke Dollar lastet zusätzlich auf den Ölpreisen, weil er Rohöl für Investoren außerhalb des Dollarraums verteuert.

Zuletzt notierte die US-Sorte WTI 0,3 Prozent höher bei 80,76 Dollar je Barrel. Für ein Barrel der Nordseesorte Brent wurden 85,90 Dollar gezahlt, 0,1 Prozent mehr als am Freitag.

In Rohstoffe investieren: Grundlagen

Natürliche Ressourcen

Rohstoffe sind natürliche Ressourcen. Sie kommen in der Natur vor und wachsen teilweise nach. Beispiele sind Öl, Kohle, Stahl, Gold, Getreide oder Fleisch. Darüber hinaus gibt es neuerdings auch Rohstoffe, die künstlich hergestellt werden. Ein Beispiel ist Plastik.

Marktdaten verfolgen

Reales Angebot und Nachfrage sind die Basis der Rohstoffpreise. Infos zu Lagerbeständen und Bedarf von Industriemetallen kann man direkt beim Londoner Metal Exchange (www.lme.com) verfolgen. Hilfreich für Agrarrohstoffe ist der Wasde-Bericht (World Agricultural Supply and Demand Estimates; www.usda.gov).

Wetterbericht im Auge behalten

Sinkt die Temperatur in Florida – einem der wichtigsten Orangenanbauer der Welt – unter zwei Grad minus, steigt der Preis für Orangensaft. Frost, Dürre, Überschwemmungen – was die Ernte beeinträchtigt, lässt Agrarrohstoffe haussieren. Rohstoffbörsen wie die CME (www.cme.com) bieten detaillierte Wetterprognosen sowie eine Übersicht zu Rohstoffpreisen.

Psychologie zählt

Ölpreis und Metalle ziehen mit der Konjunktur. Bei Problemen in großen Förderländern steigen die Preise in der Regel auch bei flauer Wirtschaft. Bei Gold sind Angstkäufe der wichtigste Preistreiber.

Exoten meiden

Rohstoffmärkte gelten als enge Märkte. Das heißt: Bei Erzeugnissen mit geringem Umsatzvolumen drohen heftige Kursausschläge. Emittenten wälzen das über Kauf-Verkaufs-Spannen auf Anleger ab. Wer sicher anlegen möchte, sollte deshalb lieber auf führende Rohstoffe setzen: Kupfer statt Zink, Baumwolle statt Bauholz.

Kurve beachten

Sind langlaufende Kontrakte teurer als kurze, steigt die Terminkurve (Contango), Zertifikate verlieren an Wert. Sinkt die Terminkurve (Backwardation), gibt es einen Extragewinn.

Banken checken

Rohstoffzertifikate sind Schuldverschreibungen. Geht die ausgebende Bank pleite, ist das Geld futsch. Vor dem Kauf Emittenten checken, etwa deren Kreditausfallprämien. In Deutschland geht das etwa über den Derivateverband (www.derivateverband.de).

Einsatz begrenzen

Einzelne Rohstoffe können sehr volatil sein. Rohstoffe sollten nicht mehr als zehn Prozent eines Depots ausmachen. Neben einzelnen Futures lässt sich auch in passive Portfolios investieren, etwa den S&P GSCI (die Abkürzung steht für Standard & Poors Goldman Sachs Commodity Index) oder den RICI (Rogers International Commodity Index).

Für den Goldpreis ging es bis in die Nähe eines Vierjahrestiefs abwärts. Nachdem die japanische Notenbank ihre Konjunkturmaßnahmen ausgeweitet hat, während die US-Notenbank Federal Reserve ihre Wertpapierkäufe beendete, stieg die Nachfrage nach Dollar, was die Attraktivität von Gold als Anlagealternative schmälerte. „Die unterschiedlichen geldpolitischen Haltungen stützen den Dollar, was es für Gold schwierig machen wird”, sagte Hou Jun, Stratege bei CITIC Futures Co. in Shenzhen. Für die Unze des Edelmetalls wurden 1170,57 Dollar gezahlt, 0,2 Prozent weniger als am Freitag.

Kommentare (1)

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Herr Kurt Siegel

03.11.2014, 10:39 Uhr

Die USA und Saudi-Arabien sollen so viel Öl fördern wie es nur geht, damit durch den fallenden Ölpreis, Russland und Venezuela merklich weniger Deviseneinnahmen generieren können; vielleicht kommen die jeweiligen Despoten dann schneller zur Vernunft und hören auf, Rohstoffe als politische Waffe einzusetzen.

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