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05.04.2011

13:17 Uhr

Ölpreis

Die Angst vor dem Ölschock

VonJörg Hackhausen

Seit Beginn des Jahres hat der Ölpreis um knapp 30 Prozent zugelegt. Erstmals seit August 2008 ist er wieder die Marke von 120 Dollar gesprungen. Droht der Weltwirtschaft nun ein Ölpreisschock?

Händler an der New Yorker Rohstoffbörse. Quelle: dapd

Händler an der New Yorker Rohstoffbörse.

FrankfurtSeitdem der Preis für ein Barrel der Sorte Brent gestern über 120 Dollar gestiegen ist, wächst die Furcht vor dem Ölpreisschock. In der Vergangenheit hat ein explosionsartiger Anstieg der Ölpreise immer wieder für Verwerfungen gesorgt. In den 1970er-Jahren verdreifachten sich die Preise – und stürzten die Welt in eine Rezession. Auch in Folge des Golfkriegs (1990) und nach dem Ende der Asienkrise (1999) kam es zu kurzfristigen Spitzen.

Richtig steil nach oben ging es in den vergangenen Jahren. Der Ölpreis schnellte im Jahr 2007 in die Höhe und kletterte bis zum Sommer 2008 auf 150 Dollar je Barrel. Als dann wenig später die US-Investmentbank Lehman Brothers in die Pleite rutschte, war das für die Weltwirtschaft nicht mehr zu verkraften. Finanz- und Ölkrise lösten die schlimmste Rezession der letzten Jahrzehnte aus.

Die Folgen dieser Krise sind noch nicht ausgestanden, die Erinnerungen noch frisch. Das erklärt, warum viele Beobachter durch den jüngsten Anstieg der Ölpreise alarmiert sind. „Angesichts der anhaltenden Unruhen im Nahen Osten ist ein möglicher Ölschock immer noch eines der größten Risiken für Wirtschaftswachstum und Finanzmärkte“, sagt Ad van Tiggelen, Investmentstratege bei ING Investment Management.

Entscheidend sind neben dem Preisniveau an sich  auch die Gründe für den Anstieg. Sind die Ölpreise getrieben durch hohe Nachfrage? Oder steigen sie, weil das Angebot knapp ist?

Gefährlich sind vor allem Schocks von der Angebotsseite, diese resultieren meist aus einer Unterbrechung der Versorgung mit Erdöl. Das war beispielsweise in den 1970er-Jahren der Fall. Besser hingegen verkraftet die Welt einen Ölpreisanstieg aufgrund starker Nachfrage. Diese lässt darauf schließen, dass die Wirtschaft rund läuft; es ist also eher ein gutes Zeichen als ein Warnsignal. 

„Angebotsschocks werden in der Regel durch Unruhen im Nahen Osten ausgelöst und belasten in der Tendenz die Finanzmärkte. Das ist bei Nachfrageschocks nicht unbedingt der Fall, da diese für gewöhnlich mit starkem Wirtschaftswachstum einhergehen“, sagt van Tiggelen.

Kommentare (7)

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Richard

05.04.2011, 15:15 Uhr

Was den Ölpreis antreibt ist die INFLATION und teilweise die Flucht der Investoren in Rohstoffe.

Moshe

05.04.2011, 15:56 Uhr

Leute fahrt Fahrrad ! Wenn wir weniger Benzin kaufen, bleiben die WallStreet Futzis auf ihren Optionen und sonstigen Betrügerpapieren sitzen. Kaufverweigerung !

Jan-Hendrik

05.04.2011, 16:06 Uhr

Nein, es ist genau anders herum, der Ölpreis treibt die Inflation in stark Ölabhänigen Ländern wie zB Deutschland. Das liegt an der Gewichtung von Öl-abhäigen Produkten im Warenkorb, an dem die Peissteigerungsraten für jeden Monat berechnet werden.
Inflationsangst wird leider nur all zu häufig von den Medien geschührt, insbeseodere von Journalisten die leider keine Ahnung haben....

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