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15.12.2015

11:14 Uhr

Ölpreis im freien Fall

Wo Öl schon jetzt knapp 20 Dollar kostet

Goldman Sachs prognostizieren einen Ölpreis von 20 Dollar – in einigen Teilen der Welt ist das bereits Realität. In Kanada, Irak und Asien bekommen Ölproduzenten für einen Barrel schon jetzt nur etwas mehr als 20 Dollar.

Sandra Navidi

„Niedriger Öl-Preis kann noch Jahrzehnte bestehen“

Sandra Navidi: „Niedriger Öl-Preis kann noch Jahrzehnte bestehen“

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Eine Mischung aus mexikanischen Ölsorten wird derzeit am Markt mit weniger als 28 Dollar je Barrel bewertet – so wenig wie in elf Jahren nicht, zeigen Daten von Bloomberg. Der Irak bietet Kunden aus Asien sein schwerstes Öl für rund 25 Dollar je Barrel an. Und im Westen von Kanada verkaufen einige Produzenten ihr Öl für weniger als 22 Dollar je Barrel.

„Mehr als ein Drittel der weltweiten Ölproduktion ist bei diesen Preisen nicht wirtschaftlich“, sagt Berater Ehsan Ul-Haq von KBC Advanced Technologies. „Kanadische Ölfirmen könnten Probleme haben, ihre operativen Kosten zu decken.“

Der Ölpreis war zuletzt auf Niveaus abgerutscht, wie sie letztmalig bei der weltweiten Finanzkrise im Jahr 2009 beobachtet wurden. Grund ist ein Überangebot am Markt. Öl der Sorten WTI und Brent sind noch teurer als 30 Dollar je Barrel, weil diese Arten einen relativ geringen Schwefelgehalt haben und deshalb einfacher zu raffinieren sind. Die Hersteller von Öl, das dicker und schwärzer ist sowie mehr Schwefel enthält, müssen sich hingegen mit größeren Verlusten abfinden und leben schon jetzt mit Preisen im 20-Dollar-Bereich.

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Seit Monaten ist der Ölpreis auf Talfahrt. Rohöl überflutet die Weltmärkte, die Nachfrage ist aber schwach. Anleger gehen wegen einbrechender Gewinne bei Öl-Konzernen in Deckung. Dennoch verlieren nicht alle Aktien.

Bitumen – das streng genommen kein Rohöl, sondern ein schweres Gemisch verschiedener Stoffe ist – wurde zuletzt um die Marke von nur 13 Dollar je Barrel gehandelt. Im Vergleich zu Juni 2014 entspricht dies einem Rückgang von mehr als 80 Prozent.

„An den meisten Orten der Welt erhalten die Produzenten nicht wirklich den Brent-Preis, und auch nicht den WTI-Preis“, sagt Analyst Torbjørn Kjus von DNB ASA in Oslo in einem Interview mit Bloomberg. „Das ist wirklich eine dramatische Situation, die für viele Produzenten nicht sehr lange so weitergehen kann.“

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