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14.01.2015

09:38 Uhr

Ölpreis

Preisverfall nähert sich 45-Dollar-Marke

Der Ölpreisverfall scheint nicht zu stoppen: Auch in dieser Woche geht die Talfahrt weiter, am Mittwochmorgen kostet ein Barrel nur noch wenig mehr als 45 US-Dollar und somit nicht mal mehr halb so viel wie im Sommer.

Ein Barrel Brent kostete am Mittwochmorgen 45,99 Dollar, ein Barrel WTI 45,34 Dollar. dpa

Ein Barrel Brent kostete am Mittwochmorgen 45,99 Dollar, ein Barrel WTI 45,34 Dollar.

SingapurDie Ölpreise haben am Mittwoch weiter an Boden verloren. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Februar kostete am Morgen 45,99 Dollar. Das waren 60 Cent weniger als am Dienstag. Ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) verbilligte sich um 55 Cent auf 45,34 Dollar.

Das starke Wachstum der Schieferölförderung in den vergangenen Jahren hatte zu dem aktuellen Überangebot an Öl geführt. Seit dem vergangenen Sommer sind die Ölpreise um mehr als die Hälfte eingebrochen.

Belastend wirkte sich am Mittwoch laut Händlern auch die gesenkte Wachstumsprognose der Weltbank aus: Die Experten gehen für 2015 nur noch von einem Zuwachs um drei Prozent aus. Vor einem halben Jahr lag die Prognose noch bei 3,4 Prozent.

Viele Analysten haben ihre Prognosen für den Ölpreis inzwischen deutlich gesenkt – erst für das zweite Halbjahr gehen sie von einer Erholung aus.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Herr Kurt Siegel

14.01.2015, 10:29 Uhr

Bei € 30,-- je Barrel wird der Boden erreicht werden, dann sind hoffentlich alle Despoten, die Öl als politisches Druckmittel einsetzen, von der Bildfläche verschwunden.

Herr Peter Noack

14.01.2015, 11:56 Uhr

Bei welchem Preis für Öl meinen die Experten, sollte wieder ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage eintreten? Kein Experte gibt dazu Auskunft. Das passiert doch nicht ohne Grund, oder? Trauen die Ökonomen ihrer eigenen Wissenschaft nicht mehr?

Herr Torsten Fried

15.01.2015, 09:51 Uhr

Ich stimme Herrn Noack in seiner Skepsis zu. Was lernt man in besonderen Momenten der Weltwirtschaft: wie sehr die Masse der sogenannten Analysten schlicht Schönwetterfachleute sind. Der tiefere Sinn eines Analysten erschließt sich nicht, wenn man bei jeder Besonderheit immer wieder die Überraschung in den Gesichtern sieht, dass es doch ganz anders gekommen ist. da hat sich die Realität doch glatt nicht an die Vorhersage gehalten! Nun zum spezifischen Thema: Bis vor kurzem waren noch zu viele "Stakeholder" die zugleich eine Schnittmenge mit den "Experten" haben damit befasst sich abzusichern, abzustoßen, zu hedgen, umzuschichten usw. diese Phase geht langsam zu Ende. Ich sage voraus: a) es wird bald mehr thematisiert werden, dass es schlicht egal ist, ob die Fracking-Freunde jetzt erst mal großteils pleite gehen (das ist viel entscheidender für den Finanzmarkt, Stichwort Blase) oder die Ölsande nicht mehr lukrativ zu fördern sind etc., da es nur einen entscheidenden Punkt gibt: genau so lassen sich Mengen von Öl in Zukunft fördern, es geht, es funktioniert, es ist da b) es wird sich die Erkenntnis durchsetzen, dass das Öl da ist, wenn es benötigt wird und zwar auf längere Sichte, denn c) die Alternativen im Energiebereich funktionieren auch, sie entwickeln sich schnell, sie werfen sogar bei einigen Modellen richtig "Asche" ab, Kurz: Das Fazit ist: der Ölpreis wird mit einer 90% Wahrscheinlichkeit in den nächsten Jahren nicht mehr über 100$ liegen können, er wird jetzt erst mal zahlreiche Monate sehr niedrig sein und sich wohl in 2016 irgendwo in der Gegend um 60$ einpendeln (gewagt, aber das soll nur die Quitessenz meiner Überlegungen in eine Zahl fassen). Wenn man das sieht versteht man, dass jetzt erst mal von den "Stakeholdern" in der Finanzbranche die Preise moderat gehalten werden mussten!! Sonst wären die ganzen Ausweich-Produkte zu früh zu teuer geworden. Meine Vermutung: Ab nächste Woche wird offen geredet: Die Öl-Förderung ist gesichert. Und zwar in Mengen!

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