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26.09.2014

08:33 Uhr

Ölpreis

Rohstoffanleger halten die Füße still

Noch trauen sich Investoren am Ölmarkt nicht aus der Deckung. Die Ölpreise haben sich im frühen Handel kaum verändert. Der Konflikt im Irak sorgt nicht für steigende Preise – Händler erklären auch warum.

Ein Arbeiter läuft über gelagerte Ölfaesser des Staatsunternehmens Pertamina in Jakarta, Indonesien. Noch halten sich Ölinvestoren zurück. ap

Ein Arbeiter läuft über gelagerte Ölfaesser des Staatsunternehmens Pertamina in Jakarta, Indonesien. Noch halten sich Ölinvestoren zurück.

SingapurDie Ölpreise haben sich am Freitag im frühen Handel kaum verändert. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November lag wie am Vortag bei 97,0 US-Dollar. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI kletterte um 4 Cent auf 92,57 Dollar.

In Rohstoffe investieren: Grundlagen

Natürliche Ressourcen

Rohstoffe sind natürliche Ressourcen. Sie kommen in der Natur vor und wachsen teilweise nach. Beispiele sind Öl, Kohle, Stahl, Gold, Getreide oder Fleisch. Darüber hinaus gibt es neuerdings auch Rohstoffe, die künstlich hergestellt werden. Ein Beispiel ist Plastik.

Marktdaten verfolgen

Reales Angebot und Nachfrage sind die Basis der Rohstoffpreise. Infos zu Lagerbeständen und Bedarf von Industriemetallen kann man direkt beim Londoner Metal Exchange (www.lme.com) verfolgen. Hilfreich für Agrarrohstoffe ist der Wasde-Bericht (World Agricultural Supply and Demand Estimates; www.usda.gov).

Wetterbericht im Auge behalten

Sinkt die Temperatur in Florida – einem der wichtigsten Orangenanbauer der Welt – unter zwei Grad minus, steigt der Preis für Orangensaft. Frost, Dürre, Überschwemmungen – was die Ernte beeinträchtigt, lässt Agrarrohstoffe haussieren. Rohstoffbörsen wie die CME (www.cme.com) bieten detaillierte Wetterprognosen sowie eine Übersicht zu Rohstoffpreisen.

Psychologie zählt

Ölpreis und Metalle ziehen mit der Konjunktur. Bei Problemen in großen Förderländern steigen die Preise in der Regel auch bei flauer Wirtschaft. Bei Gold sind Angstkäufe der wichtigste Preistreiber.

Exoten meiden

Rohstoffmärkte gelten als enge Märkte. Das heißt: Bei Erzeugnissen mit geringem Umsatzvolumen drohen heftige Kursausschläge. Emittenten wälzen das über Kauf-Verkaufs-Spannen auf Anleger ab. Wer sicher anlegen möchte, sollte deshalb lieber auf führende Rohstoffe setzen: Kupfer statt Zink, Baumwolle statt Bauholz.

Kurve beachten

Sind langlaufende Kontrakte teurer als kurze, steigt die Terminkurve (Contango), Zertifikate verlieren an Wert. Sinkt die Terminkurve (Backwardation), gibt es einen Extragewinn.

Banken checken

Rohstoffzertifikate sind Schuldverschreibungen. Geht die ausgebende Bank pleite, ist das Geld futsch. Vor dem Kauf Emittenten checken, etwa deren Kreditausfallprämien. In Deutschland geht das etwa über den Derivateverband (www.derivateverband.de).

Einsatz begrenzen

Einzelne Rohstoffe können sehr volatil sein. Rohstoffe sollten nicht mehr als zehn Prozent eines Depots ausmachen. Neben einzelnen Futures lässt sich auch in passive Portfolios investieren, etwa den S&P GSCI (die Abkürzung steht für Standard & Poors Goldman Sachs Commodity Index) oder den RICI (Rogers International Commodity Index).

Der Konflikt im Irak habe weiterhin nur wenig Auswirkungen auf die Ölpreise, sagten Händler. Der Großteil der Ölfelder liege im Süden des Landes, der bisher von den kriegerischen Auseinandersetzungen nicht betroffen sei.

Von

dpa

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