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16.02.2016

13:10 Uhr

Ölpreis, Russen und Saudis

Was das Ergebnis von Doha bedeutet

VonRegine Palm

Die Öl-Förderländer Saudi-Arabien, Russland, Katar und Venezuela haben in Doha eine Förderbegrenzung beschlossen. Das ist noch kein Durchbruch. Die Preise an den Rohölmärkten werden weiter unter Druck bleiben.

Die Öl-Förderländer Saudi Arabien, Russland, Katar und Venezuela haben eine Förderbegrenzung beschlossen. AFP

Ölraffiniere in Doha

Die Öl-Förderländer Saudi Arabien, Russland, Katar und Venezuela haben eine Förderbegrenzung beschlossen.

DüsseldorfSeit einigen Wochen sorgen Gerüchte an den internationalen Rohölmärkten für kräftige Preisausschläge. Nun haben sich diese Gerüchte bestätigt. Einige wichtige Ölförderländer haben sich tatsächlich darauf geeinigt, dem stetigen Preisverfall nicht mehr tatenlos zuzusehen. Ob ihre Bemühungen tatsächlich die erhoffte Trendwende und einen nachhaltigen Anstieg der Ölpreise bringen werden, ist allerdings zweifelhaft.

Katars Ölminister Mohammad bin Saleh al-Sada hat ein Treffen wichtiger Ölförderländer, darunter Saudi-Arabien, Russland, Katar und Venezuela bestätigt. Die Minister haben sich darauf verständigt, die Produktion ihrer Länder auf dem Niveau einzufrieren, das sie im Januar hatten. Ziel sei ein erster Schritt, um den Markt zu stabilisieren. So weit, so gut - ein Durchbruch ist das aber noch nicht.

Die Chronik des Ölpreisverfalls

Der Verfall

Ein weltweites Überangebot bei schwächelnder Nachfrage setzt dem Ölpreis immer stärker zu. Noch im Juni 2014 kostete ein Barrel (Fass zu je 159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent 115,7 Dollar. Derzeit kostet ein Fass Öl aus der Nordsee weniger als 33 Dollar.

Die Gründe

Ein Grund für das Überangebot ist der Schieferölboom in den USA. Ein anderer ist die Förderpolitik der Opec, die anders als in früheren Jahren den Preis nicht durch die Senkung von Fördermengen stützen will oder kann. Stattdessen kämpfen die Kartellmitglieder mit Rabatten um ihre Marktanteile. Diese Preis-Meilensteine durchschritt die Ölsorte Brent seit Anfang 2015:

7. Januar 2015

Der Brent-Preis fällt zum ersten Mal seit Mai 2009 unter 50 Dollar je Fass.

13. Januar 2015

Mit 45,19 Dollar erreicht Brent den niedrigsten Stand seit März 2009.

3. Februar 2015

Spekulationen auf einen deutlichen Rückgang des Überangebots treiben den Preis für Brent wieder über 55 Dollar.

6. Mai 2015

Export-Ausfälle in Libyen schüren Spekulationen auf einen Versorgungsengpass: Der Ölpreis steigt bis auf 69,63 Dollar.

3. August 2015

Erstmals seit Januar rutscht Brent wieder unter die 50-Dollar-Marke. Auslöser ist ein Rekordanstieg der Ölproduktion der Opec-Länder im Juli.

24. August 2015

Aus Sorgen vor einer deutlichen Abkühlung der chinesischen Wirtschaft machen Anleger einen großen Bogen um Öl. Brent verbilligt sich um bis zu 6,5 Prozent auf 42,51 Dollar. Damit kostet das Nordsee-Öl so wenig wie zuletzt im März 2009.

8. Dezember 2015

Nachdem die Opec ihre Förderpolitik bestätigt hat und in der Abschlusserklärung nicht einmal mehr eine Zahl für die Obergrenze der Produktion auftaucht, gehen die Notierungen erneut in die Knie: Brent fällt auf bis zu 39,81 Dollar und ist damit so billig wie zuletzt im Februar 2009.

21. Dezember 2015

Brent kostet mit rund 36 Dollar so wenig wie zuletzt im Juli 2004.

4. Januar 2016

Nach der Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen im sunnitischen Saudi-Arabien eskaliert der seit langem schwelende Konflikt zwischen dem Iran und dem Königreich. Dies macht eine gemeinsame Linie der beiden Opec-Mitglieder in der Ölpolitik unwahrscheinlich. Die Preise nehmen ihre Talfahrt wieder auf.

7. Januar 2016

Brent stürzt um sechs Prozent auf 32,16 Dollar ab und notiert damit so niedrig wie zuletzt im April 2004. Damals hatte der Preis zuletzt die 30-Dollar-Marke unterschritten.

Denn das Niveau auf dem die Ölförderländer ausharren wollen ist hoch, sogar sehr hoch. Russland hat im Januar rund 10,9 Millionen Barrel (je 159 Liter) Öl gefördert. Das ist der höchste Stand seit dem Ende der Sowjetunion 1991. Auch die Organisation ölexportierender Länder, Opec, flutet mit ihrem Öl den Markt; die Januar-Produktion übertraf die Nachfrage nach Opec-Öl um wenigstens eine Million Barrel.

Ölpreis: Ölminister zurren Förderbegrenzung fest

Ölpreis

Ölminister zurren Förderbegrenzung fest

Die Öl-Förderländer Saudi-Arabien, Russland, Katar und Venezuela haben in Doha zwar eine Förderbegrenzung – aber keine Kürzung bei der Produktion – beschlossen. Die Ölpreise reagierten auf diese Entscheidung sofort.

Zur Erinnerung: Mit ihrer überhohen Förderung wollte (zumindest) die Opec die amerikanische Schieferölförderung stoppen. Denn dank der eigenen steigenden Produktion sind die USA als einer der größten Nachfrager am Weltmarkt ausgefallen und drohen sogar selbst zum Exporteur zu werden. In der Folge hatten sich die Ölpreise seit Mitte 2014 kontinuierlich nach unten bewegt. Von damals 115 Dollar war der Ölpreis in Europa zeitweise auf weniger als 30 Dollar abgerutscht.

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