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03.09.2014

13:30 Uhr

Ölpreis steigt

Anleger hoffen auf höhere Nachfrage

Der starke Dollar hat den Ölpreis zuletzt deutlich belastet. Experten rechnen mit gesunkenen Lagerbeständen in den USA, was auf eine höhere Nachfrage hindeuten könnte. Der Ölpreis reagiert entsprechend.

Ein Arbeiter läuft über gelagerte Ölfässer. Gesunkene Lagerbestände in den USA machen Hoffnung auf eine steigende Nachfrage. ap

Ein Arbeiter läuft über gelagerte Ölfässer. Gesunkene Lagerbestände in den USA machen Hoffnung auf eine steigende Nachfrage.

SingapurDie Preise am Ölmarkt haben sich am Mittwoch vom Vortages-Einbruch etwas erholt. Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich um bis zu 1,2 Prozent auf 101,58 Dollar je Barrel (159 Liter), US-Leichtöl der Sorte WTI kostete mit 93,85 Dollar ein Prozent mehr.

Allerdings dürfte die reichliche Versorgung des Marktes mit Öl einen stärkeren Preisanstieg dämpfen, sagte ein Händler. Am Dienstagabend war der Ölpreis um 2,45 Dollar auf 100,34 Dollar gerutscht. Das war der niedrigste Preis seit Anfang Mai 2013.

In Rohstoffe investieren: Grundlagen

Natürliche Ressourcen

Rohstoffe sind natürliche Ressourcen. Sie kommen in der Natur vor und wachsen teilweise nach. Beispiele sind Öl, Kohle, Stahl, Gold, Getreide oder Fleisch. Darüber hinaus gibt es neuerdings auch Rohstoffe, die künstlich hergestellt werden. Ein Beispiel ist Plastik.

Marktdaten verfolgen

Reales Angebot und Nachfrage sind die Basis der Rohstoffpreise. Infos zu Lagerbeständen und Bedarf von Industriemetallen kann man direkt beim Londoner Metal Exchange (www.lme.com) verfolgen. Hilfreich für Agrarrohstoffe ist der Wasde-Bericht (World Agricultural Supply and Demand Estimates; www.usda.gov).

Wetterbericht im Auge behalten

Sinkt die Temperatur in Florida – einem der wichtigsten Orangenanbauer der Welt – unter zwei Grad minus, steigt der Preis für Orangensaft. Frost, Dürre, Überschwemmungen – was die Ernte beeinträchtigt, lässt Agrarrohstoffe haussieren. Rohstoffbörsen wie die CME (www.cme.com) bieten detaillierte Wetterprognosen sowie eine Übersicht zu Rohstoffpreisen.

Psychologie zählt

Ölpreis und Metalle ziehen mit der Konjunktur. Bei Problemen in großen Förderländern steigen die Preise in der Regel auch bei flauer Wirtschaft. Bei Gold sind Angstkäufe der wichtigste Preistreiber.

Exoten meiden

Rohstoffmärkte gelten als enge Märkte. Das heißt: Bei Erzeugnissen mit geringem Umsatzvolumen drohen heftige Kursausschläge. Emittenten wälzen das über Kauf-Verkaufs-Spannen auf Anleger ab. Wer sicher anlegen möchte, sollte deshalb lieber auf führende Rohstoffe setzen: Kupfer statt Zink, Baumwolle statt Bauholz.

Kurve beachten

Sind langlaufende Kontrakte teurer als kurze, steigt die Terminkurve (Contango), Zertifikate verlieren an Wert. Sinkt die Terminkurve (Backwardation), gibt es einen Extragewinn.

Banken checken

Rohstoffzertifikate sind Schuldverschreibungen. Geht die ausgebende Bank pleite, ist das Geld futsch. Vor dem Kauf Emittenten checken, etwa deren Kreditausfallprämien. In Deutschland geht das etwa über den Derivateverband (www.derivateverband.de).

Einsatz begrenzen

Einzelne Rohstoffe können sehr volatil sein. Rohstoffe sollten nicht mehr als zehn Prozent eines Depots ausmachen. Neben einzelnen Futures lässt sich auch in passive Portfolios investieren, etwa den S&P GSCI (die Abkürzung steht für Standard & Poors Goldman Sachs Commodity Index) oder den RICI (Rogers International Commodity Index).

Als Hauptgrund für die niedrigen Preise am Ölmarkt gilt die Wiederaufnahme von Exporten durch Libyen. Zudem wird durch den Öl-Boom in Nordamerika derzeit mehr Öl gefördert, das aber wegen der nur schleppenden Konjunktur auf eine geringe Nachfrage trifft.

Händler erklärten den Anstieg der Ölpreise am Mittwoch mit der Aussicht auf einen weiteren Rückgang der Ölreserven in den USA. Experten gehen davon aus, dass die Lagerbestände an Rohöl in der größten Volkswirtschaft der Welt um 1,0 Millionen Barrel auf 359,5 Millionen Barrel gesunken seien. Geringere Ölreserven können ein Hinweis auf eine stärkere Nachfrage sein. Die US-Regierung wird die offiziellen Lagerdaten am Donnerstag veröffentlichen.

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