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21.07.2015

12:48 Uhr

Ölpreis und Iran-Abkommen

Spekulanten wetten weniger auf steigenden Ölpreis

Die Opec-Länder fördern so viel Öl wie seit fast drei Jahren nicht. Auch der Iran wird mit dem Ende der Sanktionen seine Exporte wohl aufstocken. Hedgefonds glauben daher weniger daran, dass der Ölpreis so bald steigt.

Experten fürchten, dass durch die wachsenden Öl-Exporte des Iran der Weltmarkt überschwemmt werden könnte. dpa

Ölförderung

Experten fürchten, dass durch die wachsenden Öl-Exporte des Iran der Weltmarkt überschwemmt werden könnte.

HoustonSpekulanten wetten weniger auf einen steigenden Ölpreis. Sie haben ihre Netto-Long-Positionen für die Sorte West Texas Intermediate in der Woche bis zum 14. Juli um 15 Prozent gesenkt. Das geht aus Daten der U.S. Commodity Futures Trading Commission hervor.

Grund für den Schwenk der Erwartungen: Bereits im Dezember könnte der Iran seine Exporte aufstocken – falls die Bedingungen des Atomabkommens eingehalten werden. Das würde zur Rekordproduktion von Saudi Arabien und dem Irak hinzukommen. Die OPEC-Länder fördern so viel Öl wie seit nahezu drei Jahren nicht mehr. Iran ist das Land mit den viertgrößten Ölreserven in der Welt.

Die größten Öl- und Gaskonzerne der Welt

Platz 9

Petrobras, Brasilien

Jahresumsatz 2016: 81,41 Milliarden US-Dollar

Platz 8

Gazprom, Russland

Jahresumsatz: 99,73 Milliarden Dollar

Platz 7

Chevron (USA)

Jahresumsatz: 110,22 Milliarden Dollar

Platz 6

Total (Frankreich)

Jahresumsatz: 149,74 Milliarden Dollar

Platz 5

BP (Großbritannien)

Jahresumsatz: 183,01 Milliarden Dollar

Platz 4

Exxon Mobil (USA)

Jahresumsatz: 218,61 Milliarden Dollar

Platz 3

PetroChina (China)

Umsatz 2016: 232,83 Milliarden Dollar

Platz 2

Royal Dutch Shell (Großbritannien)

Jahresumsatz: 233,59 Milliarden Dollar

Platz 1

Sinopec (China)

Jahresumsatz: 278,04 Milliarden Dollar

Quelle

Unternehmensangaben/Statista

„Die Produktion im Iraks steigt. Saudi Arabien hat die Produktion erhöht. Die gesamte OPEC-Produktion geht nach oben“, sagte Tim Evans, Energie-Anaylst bei Citi Futures Perspective in New York. „Die Ausbalancierung wird jedes Mal weiter in die Zukunft verschoben, wenn die OPEC- Produktion um ein Barrel zunimmt.“

Die USA, China, Russland, Großbritannien, Frankreich und Deutschland hatten am 14. Juli eine Einigung mit dem Iran in Wien erreicht. Zu einer vollständigen Umsetzung kommt es, falls das Land seine Verpflichtungen mit Blick auf eine Begrenzung des Atomprogramms erfüllt.

Der Iran hat bis zum 15. Dezember Zeit, um zwölf Jahre alte Fragen zu seiner Atomwaffenfähigkeit zu beantworten. Sobald Inspektoren bestätigen können, dass der Iran sich an den Vertrag hält, darf das Land seine Exporte erhöhen, wieder an die weltweiten Finanzmärkte zurückkehren und Zugang zu bis zu 150 Mrd. Dollar an eingefrorenen Aktiva erhalten.

Kommentare (1)

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Herr reiner tiroch

21.07.2015, 14:54 Uhr

der benzinpreis dürfte gerne um 15% sinken, gell?

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