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30.12.2014

10:09 Uhr

Ölpreis

Venezuela wirft USA „Öl-Krieg“ vor

Venezuelas Präsident Maduro wirft den USA Preistreiberei im Ölgeschäft vor. Die Ziele seien der Zusammenbruch der Wirtschaft Venezuelas – und die „Zerstörung“ Russlands. Unterdessen fallen die Ölpreise weiter.

Venezuelas Präsident Nicolas Maduro (l.): „Sind Sie sich bewusst, dass ein Öl-Krieg tobt?“ dpa

Venezuelas Präsident Nicolas Maduro (l.): „Sind Sie sich bewusst, dass ein Öl-Krieg tobt?“

Caracas/Singapur/FrankfurtVenezuelas linksgerichteter Präsident Nicolas Maduro hat den USA vorgeworfen, durch eine Senkung des Öl-Preises sein Land und Russland in den Ruin treiben zu wollen. „Sind Sie sich bewusst, dass ein Öl-Krieg tobt?“ erklärte Maduro am Montag in einer im Fernsehen übertragenen Rede vor Geschäftsleuten. „Dieser Krieg hat ein Ziel: Russland zu zerstören.“

Zudem sei er auch gegen Venezuela gerichtet, „um unsere Revolution zu zerstören und einen Zusammenbruch der Wirtschaft herbeizuführen“. Die US-Regierung überflute den Markt mit billigem Schieferöl.

Maduro zufolge ging der Exportpreis für venezolanisches Öl im zweiten Halbjahr um die Hälfte auf 48 Dollar (umgerechnet 39,40 Euro) je Barrel zurück. Etwa 96 Prozent der Staatseinnahmen des Opec-Mitglieds stammen aus dieser Quelle. Venezuelas Wirtschaft schwächelte dabei bereits vor dem jüngsten weltweiten Rückgang der Marktpreise.

Am Dienstag fielen die Ölpreise weiter. Die richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee und das US-Öl WTI büßten jeweils etwa zwei Prozent ein und sind mit 56,74 beziehungsweise 52,70 Dollar je Barrel jeweils so billig wie zuletzt im Frühjahr 2009.

„Es gibt keinerlei Anzeichen für eine Reduzierung der Fördermengen durch die Opec“, sagte Rohstoff-Händler Ken Hasegawa vom Brokerhaus Newedge. Aus diesem Grund müsse mit weiteren Preisrückgängen gerechnet werden. Seit dem Sommer hat sich Rohöl um etwa die Hälfte verbilligt.

Der Marktpreis pro Fass aus Venezuela liegt dabei wegen eines höheren Anteils an Schweröl unter dem Preis für Richtsorten wie Brent.

Dem stark vom Ölexport abhängigen südamerikanischen Land droht nach Einschätzung von Analysten in wenigen Monaten der Bankrott. Im März muss Venezuela rund eine Milliarde US-Dollar (etwa 815 Millionen Euro) an Staatsanleihen zurückzahlen. Insgesamt werden 2015 mehr als 30 Milliarden Dollar an Zahlungen fällig.

Die Störung der libyschen Öl-Exporte durch die Kämpfe rund um die Verladehäfen Al Sider und Ras Lanuf könne den Preisverfall nur kurzzeitig aufhalten, betonte Anlagestratege Michael McCarthy von CMC Markets. Schließlich sei Libyen ein vergleichsweise kleiner Lieferant.

Kommentare (17)

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Herr Teito Klein

30.12.2014, 09:24 Uhr

Angebot und Nachfrage regeln den Preis
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Wenn das Angebot hoch ist, die Nachfrage aber gering, dann sinkt der Preis.
Die linke Regierung in Venezuela sieht darin einen Ölkrieg der USA gegen sich.

Die Vereinigten Staaten betrieben Preistreiberei im Ölgeschäft. Die Ziele seien der Zusammenbruch der Wirtschaft Venezuelas – und die „Zerstörung“ Russlands.

Über Jahre hinweg wurde der Ölpreis künstlich hoch gehalten, jetzt normalisiert er sich.

Herr Kurt Siegel

30.12.2014, 10:00 Uhr

Despotische Regierungen wie die von Venezuela haben den Ölpreis stets als Waffe eingesetzt und alles erdenkliche unternommen, die Verbraucher (insbesondere im Westen) zu schröpfen; jetzt schlägt das Pendel gottlob massiv zurück und solche Regierungen verschwinden hoffentlich zeitnah von der politischen Landschaft.

Herr Martin Ivers

30.12.2014, 10:04 Uhr

Ist es ein Krieg, wenn ich etwas nicht kaufe?

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