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16.04.2013

17:22 Uhr

Ölpreise auf Talfahrt

Brent fällt unter 100-Dollar-Marke

Für den Ölpreis geht es immer weiter abwärts. Erstmals seit zehn Monaten ist der Preis der Nordseesorte Brent unter 100 US-Dollar gefallen. Händler haben bereits eine Ursache für den Preisverfall ausgemacht.

Förderanlagen für Rohöl in Venezuela. Enttäuschende Konjunkturdaten schicken den Ölpreis auf Talfahrt. ap

Förderanlagen für Rohöl in Venezuela. Enttäuschende Konjunkturdaten schicken den Ölpreis auf Talfahrt.

SingapurDer Preisverfall beim Rohöl setzt sich fort. Erstmals seit zehn Monaten fiel die Notierung für Nordsee-Öl am Dienstag unter die Marke von 100 Dollar je Barrel (159 Liter). Erwartungen der Investoren, dass die Weltwirtschaft weiter abkühlen und als Folge die Rohöl-Nachfrage sinken könnte, setzten die Preise unter Druck.
Ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni kostete zuletzt 99,15 Dollar, den tiefsten Stand seit neun Monaten. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Mai-Lieferung sank auf 87,73 Dollar.
Am frühen Morgen war der Brent-Preis zeitweise auf 98,00 Dollar gerutscht und damit auf den tiefsten Stand seit Mitte Juni 2012. Der US-Ölpreis fiel in der Spitze auf 86,06 Dollar und damit auf ein neues Jahrestief.

Zum Minus im Tagesverlauf trugen enttäuschende Konjunkturdaten bei. So sank der Konjunkturindikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) stärker als erwartet. Außerdem hätten Konjunkturdaten aus China und den USA vom Vortag am Markt negativ nachgewirkt, sagten Händler. Das Wachstum der chinesischen Wirtschaft war im ersten Quartal weniger stark ausgefallen als erwartet.

Der ZEW-Stimmungsindikator war schlechter ausgefallen als erwartet, was die Stimmung drückte. Am Montag zeigten Daten aus China, dass das Wachstum des größten Ölverbrauchslands geringer ausgefallen war als prognostiziert. Hinzu kamen Spekulationen, dass der für Mittwoch anstehende Bericht zu den US- Öllagerbeständen einen Anstieg auf das höchste Niveau seit 1990 ausweisen könnte.

“Brent ist wegen des ökonomischen Ausblicks in Europa und China unter hundert Dollar gefallen”, sagte Bill O'Grady, leitender Marktstratege bei Confluence Investment Management in St. Louis. “In Europa sieht das Bild fürchterlich aus, und das Wachstum Chinas verringert sich; das bedeutet, dass die Ölnachfrage nicht so stark zunehmen wird, wie wir erwartet haben.”

Gold erholte sich etwas von den am Montag erlittenen stärksten Verlusten seit 1983 und notierte zuletzt mit 1381,80 Dollar je Unze 2,5 Prozent höher. Marktteilnehmer spekulierten, dass Zentralbanken die gefallenen Preise nutzen werden, um ihre Goldbestände aufzustocken.

“Eine Korrektur von solchem Ausmaß provoziert eine ziemlich robuste Erholung”, sagte Bart Melek, Leiter Rohstoffstrategie bei TD Securities in Toronto, in einem Telefoninterview. “Die Zentralbankkäufe sind positiv und sorgen sicher für Unterstützung.”

Von

dpa

Kommentare (16)

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Benzin

16.04.2013, 08:44 Uhr

Ölpreise sinken schon seit Wochen und der Euro ist fast unverändert, leider genauso wie die Preise an den Tankstellen!

Account gelöscht!

16.04.2013, 08:51 Uhr

Da werden an den Tankstellen wieder fette Gewinne gemacht. Dabei haben sich doch die Steuern und Abgaben hier seit zwei Jahren gar nicht verändert. Oder?

Account gelöscht!

16.04.2013, 08:52 Uhr

Ich habe immer noch keine glaubwürdige Erklärung für diese Ölpreisdifferenz zwischen Brent- und WTI-Öl.

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