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11.11.2016

13:51 Uhr

Ölpreise

Opec-Förderung steigt auf Rekordniveau

Die Drosselung der Ölförderung durch die Opec-Staaten ist beschlossene Sache – theoretisch. Praktisch ist die Produktion auf ein neues Rekordniveau gestiegen. Dem Ölmarkt droht ein noch deutlicheres Überangebot.

Die Staaten des Ölkartells fördern trotz beschlossener Kürzung Öl auf Rekordniveau. Reuters

Opec

Die Staaten des Ölkartells fördern trotz beschlossener Kürzung Öl auf Rekordniveau.

LondonTrotz monatelanger Bemühungen der Opec um niedrigere Förderquoten hat das Ölkartell eine Steigerung seiner Produktion auf Rekordniveau gemeldet. Im Oktober hätten die Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder die Förderung auf 33,64 Millionen Barrel pro Tag (bpd) erhöht, teilte die Opec am Freitag mit.

Das ist so viel wie mindestens seit 2008 nicht mehr, wie aus einem Vergleich mit früheren Statistiken hervorgeht. Die Produktion übertraf auch den Rahmen von 32,5 bis 33,0 Millionen bpd, auf den die Opec ihre Förderung zur Stabilisierung der Ölmärkte eigentlich senken wollte. Das hatten die Mitgliedsstaaten nach langem Ringen im September bei einem Treffen in Algerien beschlossen.

Die größten Erdölproduzenten (2016)

Opec als größter Rohölproduzent

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) stellt mehr als ein Drittel des weltweit produzierten Rohöls bereit. Ihre 14 Mitgliedsstaaten sitzen auf mehr als 70 Prozent aller Ölreserven.

Quelle: dpa

Opec II

Laut einer Analyse des Energiekonzerns BP produzierte die Opec 2014 knapp 37 Millionen Barrel Öl und verwandte Produkte am Tag. Weltweit wurden 89 Millionen Barrel am Tag produziert. Die Größten Ölproduzenten im Überblick:

USA

12 Millionen Barrel

Saudi-Arabien

Zwölf Millionen Barrel

Russland

Elf Millionen Barrel

China

Vier Millionen Barrel

Kanada

Vier Millionen Barrel

Der neue Höchststand deutet aber darauf hin, dass das weltweite Überangebot in den kommenden Monaten noch größer sein dürfte als bisher angenommen. Die Schwemme drückt die Ölpreise, die sich seit Mitte 2014 in etwa halbiert haben. Erst am Donnerstag hatte die Internationale Energieagentur (IEA) erklärt, dem Ölmarkt drohe auch 2017 ein Überangebot.

Der Blick richtet sich nun darauf, wie die Opec bei einem Treffen Ende November in Wien reagiert. Einigungen gelten angesichts der unterschiedlichen Interessen der Mitglieder als sehr schwierig.

Von

rtr

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