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09.03.2006

12:27 Uhr

Ölpreise

Opec hält an hohen Produktionsquoten fest

VonRegine Palm

Die Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) hat gestern in Wien beschlossen, ihre Ölförderung unverändert zu lassen. „Die Probleme in Nigeria und Saudi-Arabien haben ein Klima geschaffen, in dem bei einer Kürzung die Preise außer Kontrolle geraten könnten“, sagte Opec-Präsident Edmund Daukoru. Das nächste Treffen ist am 1. Juni in Caracas geplant.

DÜSSELDORF. Die Ölpreise hatten bereits im Vorfeld des Opec-Treffens nachgegeben, nachdem sich abzeichnete, dass das Ölkartell seine Produktion mit 28 Mill. Barrel pro Tag weiter auf dem höchsten Niveau seit zwei Jahrzehnten belässt. Brentöl notierte am Mittwoch bei rund 58,20 Dollar je Barrel (159 Liter). In der vergangenen Woche war Brentöl noch auf über 63 Dollar gestiegen.

Hintergrund des Preisanstiegs waren Versorgungsängste nach Anschlägen bzw. Anschlagsversuchen in den Opec-Ländern Saudi-Arabien und Nigeria sowie durch den Atomstreit mit Iran. Iran ist zweitgrößter Produzent in dem Ölkartell. Am Mittwoch gab es unterschiedliche Signale aus Iran, die am Markt ohne Einfluss blieben. Zunächst drohte das Land, seine Ölexport-Politik zu überprüfen, sollte die Internationale Gemeinschaft den Druck wegen seines Atomprogramms erhöhen. In diesem Fall „werden wir unsere Politik überdenken müssen“, sagte der stellvertretende Chef des obersten Nationalen Sicherheitsrats, Dschawad Waidi, der Nachrichtenagentur Reuters. Ölminister Kazem Hamaneh wies dann aber Befürchtungen zurück, das Land könnte Öl als politische Waffe einsetzen. „Die iranischen Exporte werden nicht gestoppt“, sagte er.

In Nigeria waren nach Anschlägen täglich fast 0,5 Mill. Barrel Öl ausgefallen. Die Experten von JP Morgan sehen in Nigeria eines der größten Probleme der Energiemärkte: „Die Rebellengruppen werden die Ölinfrastruktur des Landes weiterhin bedrohen“. Die Experten weisen zudem daraufhin, dass die Exporte des Iraks Anfang des Jahres mit weniger als einer Mill. Barrel am Tag „noch schlechter als üblich“ waren. Die Unterbrechungen in Nigeria und Irak seien mit großer Sorge zu sehen.

Clay L. Hoes, Fondsmanager von American Express Asset Management, erinnert zudem an die Ereignisse des Jahres 2005. Dazu zählten „mögliche Hurrikane, die entstehen, wenn der warme Winter die Oberflächentemperatur der Ozeane erhöht“. Die starke Hurrikan-Saison in den USA hinterließ in der US-Ölindustrie erhebliche Schäden und trieb die Preise auf Rekordniveaus.

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