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13.04.2015

09:02 Uhr

Ölpreise

Warten auf das iranische Öl

Trotz des Grundsatzabkommens über das iranische Atomprogramm kann es noch dauern, bis das Land mehr Öl exportiert. Am Montag bleiben die Ölpreise nahezu unverändert.

Der Ölpreis bewegt sich zunächst kaum. dpa

Der Ölpreis bewegt sich zunächst kaum.

Singapur/Neu-DelhiDie Ölpreise haben sich am Montag zunächst kaum bewegt. Am Morgen kostete ein Barrel (etwa 159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai 57,96 US-Dollar und damit neun Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 20 Cent auf 51,84 Dollar.

Eine schnelle Ausweitung der iranischen Ölausfuhren zeichnet sich derzeit nicht ab. Zwar haben sich westliche Mächte mit Iran auf ein Grundsatzabkommen über dessen Atomprogramm verständigt. Forderungen aus dem Iran nach einer zeitnahen Aufhebung von Sanktionen stoßen im Westen aber auf Ablehnung. Die USA sprechen sich vielmehr für eine schrittweise Lockerung aus. Damit dürfte es noch länger dauern, bis iranisches Öl wieder auf den Weltmarkt fließt und sich das ohnehin hohe Angebot weiter erhöht.

Der Iran würde dem zukünftigen Chef der Internationalen Energieagentur (IEA) zufolge nach einem Atom-Abkommen bis zu fünf Jahre benötigen, um seine Ölproduktion wieder deutlich zu steigern. Diese Schätzung gehe von einer Einigung mit Deutschland und den Uno-Vetomächten im Juni aus, sagte Fatih Birol in Neu-Delhi. Wegen der Sanktionen seien die Ölanlagen der islamischen Republik nicht optimal gewartet worden. Die Strafmaßnahmen haben zu einem Rückgang der Produktion des Opec-Staates auf etwa 1,1 Millionen Barrel pro Tag von 2,5 Millionen vor 2012 geführt. Fatih übernimmt im September die Leitung der IEA.

Die Atomgespräche mit dem Iran laufen seit Jahren. Seit Anfang April stehen die Eckpunkte einer Einigung. Viele Einzelheiten sind jedoch noch offen. Sie sollen bis Ende Juni geklärt werden. Der Westen befürchtet, dass der Iran heimlich nach Atomwaffen strebt. Die Regierung in Teheran weist dies zurück.

Welche Staaten über die größten Ölressourcen verfügen

Venezuela

konventionell: 3 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 62,3 Milliarden Tonnen

Kanada

konventionell: 3,5 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 51,2 Milliarden Tonnen

Russland

konventionell: 20 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 14,8 Milliarden Tonnen

USA

konventionell: 15,7 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 8,8 Milliarden Tonnen

China

konventionell: 16,2 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 4,5 Milliarden Tonnen

Brasilien

konventionell: 13 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 0,7 Milliarden Tonnen

Saudi Arabien

konventionell: 11,8 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: -

Kasachstan

konventionell: 4 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 6,7 Milliarden Tonnen

Iran

konventionell: 7,2 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: -

Irak

konventionell: 6,1 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: -

Erläuterung

Die Auflistung zeigt die Top 10 Länder mit den größten konventionellen und nicht-konventionellen (Ölsand, Schwerstöl oder Schieferöl) Erdölressourcen im Jahr 2012. Erdölressourcen sind nachgewiesene, aber derzeit technisch und/oder wirtschaftlich nicht gewinnbare sowie nicht nachgewiesene, aber geologisch mögliche, künftig gewinnbare Energierohstoffmengen.

Quelle: BGR Energiestudie 2013

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