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04.06.2015

09:30 Uhr

Ölpreise

Wie die Opec um Marktanteile kämpft

Nach ihren Tiefpreisen zu Jahresbeginn haben die Ölpreise zuletzt wieder angezogen. Bei der OPEC-Sitzung in Wien am Freitag wird über die weitere Ausrichtung gesprochen. Was passiert mit der Förderquote?

Verglichen mit Anfang des Jahres hat sich die Lage auf dem Ölmarkt wieder weitgehend beruhigt. dpa

Preisverfall gestoppt

Verglichen mit Anfang des Jahres hat sich die Lage auf dem Ölmarkt wieder weitgehend beruhigt.

Singapur/WienDie für Autofahrer angenehmen Zeiten eines fallenden Benzinpreises sind spätestens seit Januar vorbei. Seitdem ist Rohöl um rund 50 Prozent teurer geworden und hat sich bei 65 Dollar pro Barrel (159 Liter) für die Nordseesorte Brent eingependelt. „Beim Preis haben wir aktuell eine Seitwärtsbewegung“, sagt der Analyst der Commerzbank, Carsten Fritsch.

Wohin die Reise mit den Preisen geht, hängt zentral von der Sitzung der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) am Freitag in Wien ab. Wird die Förderquote gedrosselt, um die Preise weiter zu heben, so wie es einige der zwölf Opec-Mitglieder dringend wünschen? Die Vorzeichen stehen aber auf ein „Weiter so!“ - und das hat seinen Grund.

„Die Strategie geht auf“, sagt Fritsch zur Opec-Politik, die Fördermenge nicht einzuschränken und sich so Marktanteile zu sichern. Auch wenn die Opec das offiziell nicht als Begründung nennt, zielt ihr Plan auf das Konkurrenzprodukt Schieferöl aus den USA und Kanada.

Ein vergleichsweise niedriger Preis (im Juni 2014 kostete ein Barrel noch um die 110 Dollar) macht die Förderung des Schieferöls mittels Fracking weniger attraktiv. „Das Vorgehen ist der erwartete Dämpfer. Die Bohr-Aktivitäten sind deutlich zurückgegangen“, bilanziert Fritsch. 25 Wochen lang sei die Zahl der neuen Fracking-Bohrungen gefallen. 646 neue Bohrungen seien der niedrigste Stand seit August 2010.

Daher gilt es als wahrscheinlich, dass die Opec an der Strategie festhält. „Ich glaube, dass die Fördermenge stabil bleibt“, sagt auch der Analyst beim britischen Energieberatungsunternehmen KBC, Ehsan Ul-Haq. Saudi-Arabien als weitaus wichtigstes Opec-Land signalisiere, dass die Maßnahmen langsam Wirkung zeigten. Da nütze es wenig, dass der Iran, Venezuela und andere Opec-Länder dringend mehr Geld in der Ölkasse sehen wollten.

„Für die meisten wäre ein Ölpreis erst jenseits der 80 Dollar auskömmlich“, meint Fritsch. Aber: In der Opec gibt Saudi-Arabien seit Jahrzehnten den Ton an - und pumpt auf Rekordniveau das „Schwarze Gold“ an die Oberfläche.

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