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20.08.2015

11:15 Uhr

Ölpreisverfall

Abwärts mit Kasacho

Der Ölpreis steht so niedrig wie seit sechseinhalb Jahren nicht. Immer mehr Länder bringt das in große Schwierigkeiten. Jetzt hat auch Kasachstan seine Währung freigegeben. Es könnte der Beginn einer neuen Ära sein.

Die Währung ist eingebrochen, das Land leidet unter dem schwachen Ölpreis. AFP

In der kasachischen Hauptstadt Astana

Die Währung ist eingebrochen, das Land leidet unter dem schwachen Ölpreis.

DüsseldorfDie ersten Beobachter sprechen vom China-Virus. Nachdem die Volksrepublik in der vergangenen Woche die Währung drastisch abwertete, kommen immer mehr Schwellenländer in Bedrängnis. Investoren ziehen reihenweise Geld ab, die Währungen brechen ein. Besonders hart trifft es die Länder, deren Wirtschaft stark am Export von Rohstoffen nach China hängt. Zum Beispiel Kasachstan.

Die dortige Währung, die Tenge, war zuletzt um 23 Prozent eingebrochen, ein Rekord. Kasachstan war das letzte Land, das es aufgegeben hat, nach dem Yuan-Verfall die lokale Währung zu stützen. Stattdessen ist die kasachische Regierung jetzt dazu übergegangen, die Währung „floaten“ zu lassen – sie kann sich also nun nach den Marktkräften bilden. „Angebot und Nachfrage wird den Wechselkurs bestimmen“, sagte der kasachische Zentralbankchef Kairat Kelimbetov.

Welche Staaten über die größten Ölressourcen verfügen

Venezuela

konventionell: 3 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 62,3 Milliarden Tonnen

Kanada

konventionell: 3,5 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 51,2 Milliarden Tonnen

Russland

konventionell: 20 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 14,8 Milliarden Tonnen

USA

konventionell: 15,7 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 8,8 Milliarden Tonnen

China

konventionell: 16,2 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 4,5 Milliarden Tonnen

Brasilien

konventionell: 13 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 0,7 Milliarden Tonnen

Saudi Arabien

konventionell: 11,8 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: -

Kasachstan

konventionell: 4 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 6,7 Milliarden Tonnen

Iran

konventionell: 7,2 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: -

Irak

konventionell: 6,1 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: -

Erläuterung

Die Auflistung zeigt die Top 10 Länder mit den größten konventionellen und nicht-konventionellen (Ölsand, Schwerstöl oder Schieferöl) Erdölressourcen im Jahr 2012. Erdölressourcen sind nachgewiesene, aber derzeit technisch und/oder wirtschaftlich nicht gewinnbare sowie nicht nachgewiesene, aber geologisch mögliche, künftig gewinnbare Energierohstoffmengen.

Quelle: BGR Energiestudie 2013

Kasachstan gilt als größter Rohölexporteur in Zentralasien. Die Abwärtsentwicklung des Ölpreises ist daher mehr als giftig: Zuletzt war der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte West Texas Intermediate am Mittwoch auf den tiefsten Stand seit sechseinhalb Jahren gefallen. Er lag bei 40,80 Dollar, nachdem der Preis zeitweilig bei 40,46 Dollar notiert hatte. Die Nordseesorte Brent schloss in London bei 47,16 Dollar pro Barrel und damit um 1,65 Dollar niedriger als am Vortag.

Kasachstan müsse sich auf einen Ölpreis zwischen 30 und 40 US-Dollar einstellen, sagte Präsident Nursultan Nazarbayev am Mittwoch. Wie eine Reihe anderer Schwellenländer stehe das Land jetzt vor der Herausforderung, wettbewerbsfähig zu bleiben, sagt Gary Dugan, Chefanlagestratege der National Bank of Abu Dhabi.

In der Tat folgt die Entscheidung der kasachischen Zentralbank, den Wechselkurs freizugeben, auf einen „großen Verlust an Wettbewerbsfähigkeit“, wie es Tom Levinson, Wechselkursstratege bei der Sberbank in Moskau formuliert. Kasachstan leide neben dem schwachen Ölpreis darunter, dass auch Russland seine Währung abgewertet habe. „Die Abwertung des Yuan dürfte ein zusätzlicher Faktor sein.“

Kommentare (3)

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Herr Andrej Dade

20.08.2015, 14:33 Uhr

Kann mir einer erklären was ein Kasacho ist? Noch nie gehört. Klingt irgendwie abwertend )).

Herr Tom Schmidt

20.08.2015, 14:53 Uhr

Wortspiel mit dem Ausdruck "Abwärts mit Karacho". Wer den Schaden hat, braucht halt für den Spott nicht zu sorgen. Naja... wenn das aber Teil der China-Blase ist, dann lachen unsere deutschen Authersteller da jetzt auch nicht...

Herr Joern Gebert

20.08.2015, 19:05 Uhr

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