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08.04.2015

19:21 Uhr

Ölpreisverfall

Wirtschaftssanktionen gegen Iran im Blick

Die Ölpreise fallen wieder. Am Mittwoch sorgten vor allem Nachrichten über wachsende Rohölbestände in den USA für weitere Kursverluste. Auch könnte bald wieder iranisches Öl auf den Weltmarkt gelangen.

In den USA sind die ohnehin schon rekordhohen Rohöllagerbestände in der Vorwoche voraussichtlich weiter angestiegen. dpa

Ölpumpen im US-Bundesstaat Oklahoma

In den USA sind die ohnehin schon rekordhohen Rohöllagerbestände in der Vorwoche voraussichtlich weiter angestiegen.

SingapurDie weiterhin wachsenden Rohölbestände in den USA und eine Rekordförderung in Saudi-Arabien haben am Mittwoch die Ölpreise belastet. Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich in der Spitze bis zum späten Nachmittag um 3,7 Prozent auf 56,90 Dollar je Barrel (159 Liter). US-Leichtöl der Sorte WTI kostete mit 51,38 Dollar 4,8 Prozent weniger.

Die Preise beschleunigten ihre Talfahrt, nachdem die US-Energiebehörde (EIA) den ungebremsten Aufbau der wöchentlichen Rohölbestände bestätigte. Danach waren die Rohölbestände in der vergangenen Woche um fast elf Millionen Barrel gestiegen – deutlich stärker als von Analysten mit 3,4 Millionen Fässern erwartet. Auch die Benzinbestände zogen an.

Der saudiarabische Ölminister Ali al-Naimi hatte zudem am Vorabend erklärt, die Förderung seines Landes werde bei rund zehn Millionen Fässern täglich (bpd) bleiben. Im März hatte das Königreich mit 10,3 Millionen bpd so viel Öl wie noch nie gefördert - ungeachtet des Überangebots auf dem Weltmarkt.

Seit Monaten liegen die US-Rohöl-Bestände auf einem Rekordniveau. Viele Börsianer vermuten, dass mit den sinkenden Preisen - seit dem Sommer vorigen Jahres haben sich die Ölpreise halbiert - auch die Öl-Förderung in den USA unattraktiver werden wird.

Welche Staaten über die größten Ölressourcen verfügen

Venezuela

konventionell: 3 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 62,3 Milliarden Tonnen

Kanada

konventionell: 3,5 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 51,2 Milliarden Tonnen

Russland

konventionell: 20 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 14,8 Milliarden Tonnen

USA

konventionell: 15,7 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 8,8 Milliarden Tonnen

China

konventionell: 16,2 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 4,5 Milliarden Tonnen

Brasilien

konventionell: 13 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 0,7 Milliarden Tonnen

Saudi Arabien

konventionell: 11,8 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: -

Kasachstan

konventionell: 4 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: 6,7 Milliarden Tonnen

Iran

konventionell: 7,2 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: -

Irak

konventionell: 6,1 Milliarden Tonnen
nicht-konventionell: -

Erläuterung

Die Auflistung zeigt die Top 10 Länder mit den größten konventionellen und nicht-konventionellen (Ölsand, Schwerstöl oder Schieferöl) Erdölressourcen im Jahr 2012. Erdölressourcen sind nachgewiesene, aber derzeit technisch und/oder wirtschaftlich nicht gewinnbare sowie nicht nachgewiesene, aber geologisch mögliche, künftig gewinnbare Energierohstoffmengen.

Quelle: BGR Energiestudie 2013

Die EIA hatte am Dienstagabend denn auch ihre Förderprognosen für die USA für 2015 und 2016 gesenkt. Die aktuellen Daten zeigten laut Börsianer aber, dass die bisherige Rückführung von Bohrungen den Bestand noch nicht gesenkt hat.

Zudem könnte bald Öl aus dem Iran wieder auf den Weltmarkt gelangen. Nach dem Durchbruch bei den Atomverhandlungen vorige Woche erscheint ein Ende der Sanktionen wahrscheinlich. Die EIA sagte für diesen Fall für 2016 einen Preisrückgang von fünf bis 15 Dollar voraus.

Von

dpa

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