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13.08.2012

11:47 Uhr

Olympische Spiele

Die gekaufte Goldmedaille

VonSebastian Kirsch

Olympia-Medaillen gelten als höchste Auszeichnung im Sport. Einmal verliehen, sind sie unschätzbar wertvoll für die Athleten. Das denken Sie! Auch Goldmedaillen werden zu Geld gemacht. Ein lohnendes Geschäft.

Goldmedaille der Olympischen Winterspiele 1956 in Cortina D'Ampezzo. Feinste Goldabriebe, wie an der Nasenspitze und der Augenbraue, können den Wert mindern. Sebastian Kirsch

Goldmedaille der Olympischen Winterspiele 1956 in Cortina D'Ampezzo. Feinste Goldabriebe, wie an der Nasenspitze und der Augenbraue, können den Wert mindern.

DüsseldorfBernhard Winter liegt nur knapp hinter Rekordolympiasieger Michael Phelps. Zwar fehlen ihm acht Goldmedaillen, um an die Sammlung des US-Schwimmstars heranzukommen. Aber schon zehn Medaillen seien für ihn relativ viel, findet der Münzhändler aus Düsseldorf. Er ist einer der wenigen Anbieter für Olympische Memorabilia weltweit.

Die Goldmedaillen sind Sammlerstücke, hinter denen echte Werte stehen. Manche Exemplare sind komplett aus Gold. Das hat auf den Marktwert aber keinen Einfluss, nur die einstigen Gewinner und Austragungsorte zählen.

Viele Goldstücke eignen sich sogar als Geldanlage mit guten Rendite-Aussichten, sagt Münzhändler Bernhard Winter. Eine Goldmedaille von den Olympischen Spielen 1936 in Berlin habe vor zwanzig Jahren 10.000 DM gekostet. Heute sei diese Medaille das gleiche in Euro wert. Anleger müssten sich vor dem Kauf aber gut über die jeweiligen Medaillen informieren, rät der Medaillenexperte.

Erfolgreichste deutsche Olympioniken

Platz 1

Birgit Fischer holte zwischen 1980 und 2004 im Kanu acht Gold- und vier Silbermedaillen, bis 1992 für die DDR, seither für die wiedervereinigte Bundesrepublik.

Platz 2

Reiter Reiner Klimke sammelte von 1964 - 1988 sechs Gold- und zwei Bronzemedaillen.

Platz 3

Schwimmerin Kristin Otto holte 1988 in Seoul unfassbare sechs Goldmedaillen für die DDR.

Platz 4

Dressurreiterin Isabell Werth gelangen von 1992 bis 2008 bisher fünf Gold- und drei Silbermedaillen.

Platz 5

Reiter Hans Günter Winkler gewann zwischen1956 und 1976 fünf Mal Gold und je ein Mal Silber und Bronze.

Denn die Preisunterschiede sind erheblich. Normalerweise kosten Siegermedaillen wenige Tausend Euro. „Eigentlich müssten die viel teurer sein“, sagt Winter. Von den mehr als 4000 vergebenen Goldmedaillen seit 1904 (davor gab es Silbermedaillen oder Pokale für die Sieger) sei nur ein wahnsinnig geringer Bruchteil auf dem Markt.

25.000 Euro bezahlte ein Bieter für die bisher teuerste Goldmedaille bei Winters Olympia-Auktionen; sie wurde 1936 bei den Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen verliehen. International machte vor zwei Jahren ein Verkauf in den USA Schlagzeilen: eine Goldmedaille von den Winterspielen 1980 erlöste 310.000 Dollar. Das US- Eishockeyteam hatte damals im Finale den Erzrivalen aus der Sowjetunion geschlagen. Als Erinnerung an dieses Ereignis zahlte der Bieter erheblich mehr als üblich für Olympische Medaillen.

Historische Medaillenspiegel

1992

Bei den Sommerspielen in Barcelona landete die erste Gesamtdeutsche Mannschaft nach der Wiedervereinigung auf Rang drei der Nationenwertung. 82 Medaillen wurden geholt, 33 Mal Gold, 21 Mal Silber und 28 Mal Bronze.

1996

Im US-amerikanischen Atlanta konnte der dritte Platz im Medaillenspiegel verteidigt werden. Dazu musste das Olympia-Team nur noch 65 Mal Edelmetall holen. Die Athleten gewannen 20 Goldmedaillen, 18 Mal Silber und 27 Mal Bronze.

2000

In Sydney reichten 56 Medaillen nur noch für den fünften Rang. 13 Goldmedaillen, 17 Silbermedaillen und 26 Bronzemedaillen sammelte der deutsche Olympia-Kader ein.

2004

Etwas schlechter sah es dann 2004 in Athen aus. 13 Mal Gold, 16 Silbermedaillen und 20 Mal Bronze - 49 Medaillen langten in der Nationenwertung für den sechsten Platz.

2008

Bei den Spielen in Peking wurde der Trend umgekehrt: 16 Mal Gold, 10 Mal Silber und 15 Bronzemedaillen holten deutsche Olympioniken - Rang fünf im Medaillenspiegel.

Nur Wohltätigkeitsauktionen können noch höhere Beträge einbringen.  Wladimir Klitschko versteigerte Anfang des Jahres seine Goldmedaille aus Atlanta für eine Million US-Dollar. Und er hatte Glück: der Bieter gab ihm nach der Auktion die Medaille zurück. Auf den Marktwert haben solche Versteigerungen keinen Einfluss, sagen Experten. Nicht einmal das Gold spielt eine Rolle.

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