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10.12.2016

13:40 Uhr

Opec-Treffen in Wien

„Das ist ein historischer Tag“

Bei einem Treffen in Wien wollen die Opec-Länder auch die nicht zu dem Förderkartell gehörenden Staaten zu einer Kappung der Ölproduktion drängen. Laut Venezuela gibt es bereits eine Einung. Details sind noch unklar.

„Wir haben einen Deal“ dpa

Eulogio del Pino

„Wir haben einen Deal“

Moskau/WienNach den Opec-Ländern haben nach Angaben Venezuelas nun auch die nicht zu dem Förderkartell gehörenden Staaten einer Kappung der Ölproduktion zugestimmt. „Wir haben einen Deal“ erklärte der venezolanische Ölminister Eulogio Del Pino am Samstag in Wien am Rande eines Treffen der beteiligten Länder. Details waren zunächst unklar. Der Opec-Generalsekretär Mohammed Barkindo erklärte, die Zusagen der Nicht-Opec-Mitglieder könnten sich auf mehr als 600.000 Barrel pro Tag belaufen.

Bei dem Treffen in Wien sollten die Nicht-Opec-Länder zu Zusagen zur Begrenzung ihrer Fördermenge gedrängt werden. Die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) hatte sich Ende November erstmals seit 2008 auf eine Förderbremse geeinigt.

Die größten Erdölproduzenten (2016)

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Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) stellt mehr als ein Drittel des weltweit produzierten Rohöls bereit. Ihre 14 Mitgliedsstaaten sitzen auf mehr als 70 Prozent aller Ölreserven.

Quelle: dpa

Opec II

Laut einer Analyse des Energiekonzerns BP produzierte die Opec 2014 knapp 37 Millionen Barrel Öl und verwandte Produkte am Tag. Weltweit wurden 89 Millionen Barrel am Tag produziert. Die Größten Ölproduzenten im Überblick:

USA

12 Millionen Barrel

Saudi-Arabien

Zwölf Millionen Barrel

Russland

Elf Millionen Barrel

China

Vier Millionen Barrel

Kanada

Vier Millionen Barrel

„Das ist ein historischer Tag“, sagte Opec-Generalsekretär Mohammed Barkindo am Samstag in Wien vor den gemeinsamen Beratungen. Er halte es für möglich, dass die Kürzungen sogar die angestrebten 600.000 Barrel am Tag übertreffen werden. Zu dem Treffen in Wien werden zahlreiche Förderländer erwartet, die nicht zu dem Kartell gehören. Darunter sind Russland, Aserbaidschan, Kasachstan, Oman, Mexiko, der Sudan, Südsudan, Bahrain und Malaysia. Bei Bolivien war eine Teilnahme unklar. Brunei hat nach Opec-Angaben eine Zustimmung zur Kappung bereits vorab gegeben.

Ende November hatte das Ölkartell beschlossen, die Förderung zu drosseln, um wieder höhere Preise zu erzielen. Andere Exporteure schlossen sich im Grundsatz an. Russlands Energieminister Alexander Nowak sagte nun vor dem Treffen, Russland werde seine Ölförderung wie mit der Opec vereinbart um täglich 300.000 Barrel senken. „Wir haben unsere Selbstverpflichtung genannt und werden uns an diese Zahlen halten“, sagte er laut russischen Agenturen.

Die aus 14 Länder bestehende Opec hatte sich am 30. November auf die erste Kürzung ihrer Ölproduktion seit 2008 geeinigt. Im ersten Halbjahr 2017 sollen pro Tag 1,2 Millionen Barrel (je 159 Liter) weniger gefördert werden als jetzt. Das neue Limit soll bei 32,5 Millionen Barrel täglich liegen. Zugleich hatte sich die Opec mit Russland und anderen Ländern im Grundsatz verständigt, dass auch diese Öl-Förderstaaten etwa 600 000 Barrel am Tag weniger produzieren.

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Seit dem Opec-Beschluss ist der Preis für die Nordseesorte Brent um rund 15 Prozent auf fast 55 Dollar gestiegen. Das kann höhere Benzin- und Heizölpreise für die Verbraucher bedeuten. Allerdings erwarten Experten mittelfristig keine weitere deutliche Verteuerung. Selbst mit den Kürzungen - sollten sie überhaupt Bestand haben - sei im ersten Halbjahr zu viel Öl auf dem Markt, so ein Experte des Forschungsunternehmens JBC.

Der Opec-Einigung ging ein Vorstoß Saudi-Arabiens voraus. Nach langem Zögern erklärte sich das Schwergewicht in der Organisation zur Kürzung der eigenen Produktion bereit. Zudem zeigte sich Saudi-Arabien offen, dem Erzrivalen Iran entgegenzukommen. Beide Länder ringen um die politische Vorherrschaft am Golf.

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