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05.06.2015

14:35 Uhr

Opec-Treffen in Wien

Die Öl-Hähne bleiben aufgedreht

Das Opec-Öl soll weiter sprudeln. Das entschieden die Minister des Rohstoff-Kartells bei einem Treffen in Wien. Wie lange bleibt damit unser Benzin noch billig?

Saudi-Arabiens Ölminister Ali al-Naimi beim Opec-Treffen. ap

Treffen in Wien

Saudi-Arabiens Ölminister Ali al-Naimi beim Opec-Treffen.

WienDie Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) tastet ihre Förderquoten nicht an. Es habe Übereinstimmung zwischen den Opec-Mitgliedern geherrscht, die Obergrenze unverändert zu lassen, sagten hochrangige Opec-Delegierte am Freitag nach einem Treffen der Ölminister in Wien. Sie beträgt für die nächsten sechs Monate damit weiter 30 Millionen Barrel (1 Barrel = 159 Liter) am Tag.

Zuletzt hatten sich führende Vertreter des Förderkartells zuversichtlich zu den Perspektiven der Ölproduzenten gezeigt. Der saudiarabische Ölminister Ali al-Naimi sagte, die Entscheidung sei einvernehmlich getroffen worden. Das nächste Opec-Treffen sei für den 4. Dezember anberaumt worden.

Im vergangenen Jahr hatte ein weltweites Überangebot bei gleichzeitig schwächelnder Nachfrage die Ölpreise drastisch nach unten gedrückt. Inzwischen haben sie sich wieder auf rund 62 Dollar je Barrel erholt, nachdem es im Januar noch fast 20 Dollar weniger waren.

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Die ölporudzierenden Nationen treffen sich zum Gipfel in Wien. Der Iran will nach dem Ende der Sanktionen seine Öl-Exporte ausweiten – und fordert damit Saudi-Arabien heraus.

Beim vergangenen Treffen Ende November hatten Venezuela und andere Länder noch versucht, Saudi-Arabien von einer Förderdrosselung zu überzeugen. Dies war ihnen aber nicht gelungen. Damit setzte sich eine Gruppe wohlhabender Golfstaaten um Saudi-Arabien durch. Ärmere Opec-Mitglieder, die durch die Entwicklung schmerzhafte Einbußen im Staatshaushalt spüren, kritisierten dies heftig. Einer der Hauptleidtragenden des niedrigen Ölpreises ist das Nicht-Opec-Mitglied Russland, das rund 40 Prozent seiner staatlichen Einnahmen aus dem Öl-Export bezieht.

Nordseeöl der Sorte Brent kostete am Freitag 62,48 Dollar je Barrel (159 Liter) und damit 0,6 Prozent mehr. Der Preis für das US-Öl WTI zog um 1,1 Prozent auf 58,66 Dollar je Barrel an. Einige Investoren hatten wegen der Kämpfe im Nahen Osten und den davon ausgehenden Risiken für den Rohöl-Nachschub auf eine Aufstockung der Fördermengen gesetzt.

Von

rtr

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