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12.12.2016

10:51 Uhr

Opec- und Nicht-Opec-Länder

Historische Einigung treibt den Ölpreis

Die historische Einigung über Förderkürzungen zwischen dem Ölkartell Opec und etlichen Nicht-Opec-Mitgliedern schlägt am Markt durch. Die Ölpreise ziehen auf den höchsten Stand seit mehr als einem Jahr.

Opec- und Nicht-Opec-Staaten wollen die Förderung ab Januar deutlich drosseln. dpa

Ölförderanlage in Aserbaidschan

Opec- und Nicht-Opec-Staaten wollen die Förderung ab Januar deutlich drosseln.

London/New YorkDie Ölpreise sind am Montag nach den angekündigten Förderkürzungen des Ölkartells Opec und anderer Förderländer auf den höchsten Stand seit Sommer 2015 gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Februar verteuerte sich um 5,3 Prozent auf 57,23 Dollar zu.

Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Januar verteuerte sich zuletzt um rund fünf Prozent auf 53,98 Dollar. Am Wochenende hatten die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) und andere Förderländer in einem historischen Schulterschluss gemeinsam Förderkürzungen angekündigt, um die Preise für Rohöl nach oben zu treiben.

Die Opec und rund ein Dutzend Nicht-Opec-Länder einigten sich am Samstag in Wien auf eine weitere Kürzung der Ölförderung um 558.000 Barrel am Tag. Russland will allein 300.000 Barrel weniger produzieren. Allerdings werde die Drosselung allmählich beginnen und erst im April oder Mai den vollen Umfang erreichen, sagte der russische Energieminister Alexander Nowak der Agentur Tass.

OPEC: Globale Öl-Allianz kappt die Förderung

OPEC

Globale Öl-Allianz kappt die Förderung

Das mächtige Öl-Kartell schafft den Schulterschluss mit elf Nicht-Mitgliedern. Ein wichtiger Erfolg, nach einer Phase der Lähmung. Vor allem das Bündnis mit Moskau ist von großer Bedeutung.

Die Maßnahme unterstützt die jüngst von der Opec beschlossene eigene Kürzung ihrer Produktion um 1,2 Millionen Barrel am Tag im ersten Halbjahr 2017. Die Opec-Produktion soll künftig bei 32,5 Millionen Barrel liegen. Insgesamt haben sich nun mehr als 20 Länder entschieden, weniger Öl zu fördern.

Die Vereinbarung der Opec mit den Nicht-Opec-Ländern gilt vorläufig für ein halbes Jahr. Ob weitere Staaten sich dem Öl-Pakt anschließen werden, ist unklar. „Unsere Vereinbarung ist offen für weitere Länder“, sagte der Opec-Präsident Bin Saleh Al-Sada am Samstag. „Mit der Vereinbarung dienen wir der Weltwirtschaft“, erklärte der saudische Ölminister Khalid Al-Falih in Wien. Russlands Energieminister Alexander Novak sprach von einem „großen Tag“. Er ergänzte: „Das ist wirklich historisches Ereignis. Noch nie zuvor haben sich so viele Förderländern in einem Saal getroffen, um zu so einer Vereinbarung zu kommen.“

Die Kürzung der Produktion soll ab Januar von einem Komitee aus den Opec-Mitgliedern Kuwait, Venezuela und Algerien sowie den Nicht-Mitgliedern Russland und Oman überwacht werden.

Die größten Erdölproduzenten (2016)

Opec als größter Rohölproduzent

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) stellt mehr als ein Drittel des weltweit produzierten Rohöls bereit. Ihre 14 Mitgliedsstaaten sitzen auf mehr als 70 Prozent aller Ölreserven.

Quelle: dpa

Opec II

Laut einer Analyse des Energiekonzerns BP produzierte die Opec 2014 knapp 37 Millionen Barrel Öl und verwandte Produkte am Tag. Weltweit wurden 89 Millionen Barrel am Tag produziert. Die Größten Ölproduzenten im Überblick:

USA

12 Millionen Barrel

Saudi-Arabien

Zwölf Millionen Barrel

Russland

Elf Millionen Barrel

China

Vier Millionen Barrel

Kanada

Vier Millionen Barrel

Die Opec, aber auch Ölexporteure wie Russland oder Mexiko haben ein elementares Interesse daran, dass der Ölpreis schleunigst steigt. Die Nordseesorte Brent legte jetzt zwar auf gut 57 Dollar zu – Mitte 2014 notierte der Ölpreis pro Barrel aber bei über 100 Dollar.

Der erste Schulterschluss zwischen dem Öl-Kartell und Nicht-Mitgliedern ist für die Opec ein großer Erfolg. Denn damit beweist das Ölkartell mit den Schwergewichten Saudi-Arabien, Golf-Staaten und Iran, dass es ihm mit einer Kehrtwende auf dem Ölmarkt sehr ernst ist. Vor allem das Bündnis mit Russland ist für das Öl-Kartell von großer Bedeutung.

Kommentare (10)

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Baron v. Fink

12.12.2016, 09:12 Uhr

Wir Investoren haben natürlich amerikanische Lizenzen gekauft, wie Alaska Öl und Gas. Wie vorhergasagt: BP Prudhoe Royalty Trust: plus 15% in 6Wochen mit 12%
Dividende. So bleibt man reich. Kohlenstoff freie Welt Ha Ha Ha selten so etwas Blödes gehört.

Herr Bernhard Ramseyer

12.12.2016, 10:23 Uhr

"Kohlenstoff freie Welt Ha Ha Ha selten so etwas Blödes gehört."

Kohlenstoff freies Deutschland dafür viel Wind, Ha Ha Ha....

Account gelöscht!

12.12.2016, 10:29 Uhr

OPEC ist ein Mafia Kartelle zum Schaden der Marktwirtschaft Gesellschaft.
Die OPEC betreibt mit ihrer markt-gesellschaftsfeindlichen Preisabsprache das Geschäft des Mangel, der Armut und des Krieges in der Welt.

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