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16.02.2011

12:48 Uhr

Optionsgeschäfte erlaubt

China liberalisiert den Devisenhandel

Kurz vor dem G20-Treffen am Wochenende sendet China Entspannungssignale. Die Volksrepublik erlaubt künftig Absicherungsgeschäfte mit dem Yuan auch außerhalb Hongkongs. Vor Spekulanten will es sich aber weiter schützen.

Banken und Firmen können künftig Optionsgeschäfte auf den Yuan eingehen. Quelle: dpa

Banken und Firmen können künftig Optionsgeschäfte auf den Yuan eingehen.

PekingAuf dem Weg zu einem flexibleren Wechselkurs will China Optionsgeschäfte auf den Yuan zulassen. Der Handel soll sich aber auf Banken und Firmen beschränken, die sich gegen Währungsschwankungen absichern wollen, wie die Regulierungsbehörde für Devisengeschäfte am Mittwoch mitteilte. Spekulationsgeschäfte auf Kursausschläge am Devisenmarkt soll es dagegen nicht geben. Bisher sind Optionsgeschäfte zwar in Hongkong zugelassen, nicht aber im Großteil der Volksrepublik.

Die Ankündigung kommt kurz vor dem Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der 20 größten Industrie- und Schwellenländer (G20) am Wochenende in Paris. Westliche Industrieländer, allen voran die USA, verlangen von China seit langem einen Flexibilisierung des Yuan-Kurses. Die US-Regierung wirft der Volksrepublik vor, sich Wettbewerbsvorteile im Welthandel durch eine Unterbewertung des Yuan zu verschaffen.

Die Zulassung der Optionsgeschäfte sei ein wichtiger Schritt bei der Entwicklung eines Derivatemarktes für den Yuan, sagte Ökonom Zhao Xijun von der Renmin Universität in Peking. "Die Regulierung der Wechselkurse wird sich damit mehr am Markt orientieren, und die Bewertung des Yuan wird flexibler werden." Nach Einschätzung eines Händlers einer europäischen Großbank in Shanghai ist das Hauptziel der Maßnahmen, die Festlegung des Yuan-Kurses irgendwann dem Markt zu überlassen: "In diesem Sinne ist es die bisher größte Reform der strikten Währungsregulierungen in China."

Eine Währungsoption gibt dem Käufer das Recht, eine bestimmte Menge einer Devise zu einem festgelegten Preis und zu einem festgelegten Zeitpunkt in der Zukunft zu kaufen oder zu verkaufen. In China sollen Firmen allerdings nur Call-Optionen handeln dürfen, bei denen Anleger von steigenden Kursen profitieren. Put-Optionen, die auf fallende Kurse setzen, sind nicht erlaubt.

Händlern zufolge sollen mit der Einschränkung spekulative Leerverkäufe unterbunden werden, die Kursausschläge drastisch beschleunigen können. In Deutschland müssen Leerverkäufe auf bestimmte Aktien seit März 2010 gemeldet werden.

Von

rtr

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