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13.10.2015

11:47 Uhr

Pimco

„Ende des Rohstoff-Kollaps ist in Sicht”

Der weltgrößte Vermögensverwalter Pimco glaubt, dass die Rohstoffpreise das Krisental durchschritten haben. Das bedeutet aber nicht, dass es mit den Preisen dauerhaft wieder aufwärts geht.

Es soll wieder aufwärts gehen mit den Preisen für die Rohstoffe, so Pimco. dpa

Rohstoffe

Es soll wieder aufwärts gehen mit den Preisen für die Rohstoffe, so Pimco.

New YorkAn den Rohstoffmärkten sind Anleger in diesem Jahr Hiobsbotschaften gewöhnt. Ob Öl, Kupfer oder Gold – die Preise stürzten ins Bodenlose. Doch einige Investoren schöpfen nun offenbar wieder Hoffnung: Das Schlimmste beim aktuellen Kollaps der Rohstoffpreise sei wahrscheinlich vorüber und der Ölpreis in den kommenden zwölf Monaten wieder zulegen, schätzt etwa die Allianz-Tochter Pimco in einer aktuellen Studie. Eine richtige Trendumkehr sei allerdings derzeit nicht zu erwarten.

Viele Unternehmen streichen Projekte und senken die Produktion angesichts der geringsten Erträge bei Rohstoffen seit fast 16 Jahren. Die Reaktion könnte zwar den Einbruch stoppen, dennoch werden die Preise laut Pimco „länger niedrig” bleiben - und zwar wegen der hohen Lagerbestände.

„Die Rückgänge bei den Rohstoffpreisen sind größtenteils hinter uns”, erklärten Greg Sharenow und Nic Johnson, Executive Vice Presidents bei der Allianz-Tochter. „Die meisten Preise im Bereich von Metallen und von Öl befinden sich weit in der Grenzkostenkurve. Und das wird dabei helfen, hier einen Boden unter den Preisen zu ziehen.”

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Die Ölpreise werden der Einschätzung zufolge auf eine „Basislinie” von rund 60 Dollar pro Fass ansteigen, während sich die Auswirkungen der Angebots-Senkung ab Anfang 2016 stärker bemerkbar machen, glaubt Sharenow. Nachdem die US- Rohölproduktion mit 9,61 Millionen Barrel im Juni den höchsten Wert in vier Jahrzehnten erreicht hatte, ist er inzwischen wieder um rund 440.000 Fass je Tag gesunken. In New York und London waren die Benchmark-Rohöl-Preise im August auf den niedrigsten Stand in sechs Jahren gesunken.

Die Goldpreise liegen derzeit auf einem weitestgehend „fairen” Niveau, erklärte Johnson: „Falls die realen Renditen fallen oder die Fed ihre Zinsanstiege über die Erwartungen des Marktes hinaus verschiebt, würden wir davon ausgehen, dass sich Gold gut entwickelt”. Der Spotpreis für Gold war im Juli auf ein 5-Jahres-Tief gefallen, hatte sich seitdem aber um etwa sieben Prozent erholt.

Die globalen staatlichen Goldreserven

Hintergrund

Die Daten des Internationalen Währungsfonds zeigen die Goldreserven ausgewählter Staaten (in Tonnen) zum Jahresende 2016. Die Statistik legt außerdem offen, wie groß der Anteil des Goldes an den gesamten staatlichen Währungsreserven ist. Viele Länder bunkern neben Gold große Devisenbestände, etwa in US-Dollar oder in Euro.

USA

Bestand: 8133,5 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 73,8 Prozent

Quelle: World Gold Council

Deutschland

Bestand: 3779,9 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 67,6 Prozent

Frankreich

Bestand: 2435,8 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 61,5 Prozent

China

Bestand: 1842,6 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 2,2 Prozent

Schweiz

Bestand: 1040,0 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 5,6 Prozent

Russland

Bestand: 1615,2 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 15,2 Prozent

Indien

Bestand: 557,8 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 5,7 Prozent

Großbritannien

Bestand: 310,3 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 8,5 Prozent

Eine Verschiebung der Zinswende auf das kommende Jahr erwarten inzwischen wohl die meisten Marktteilnehmer. Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass die US-Notenbank noch in diesem Jahr die Leitzinsen anheben wird, ist zuletzt auf nur noch 39 Prozent gefallen - nach einem Hoch von bis zu 77 Prozent im August dieses Jahres, zeigen von Bloomberg zusammengetragene Futures-Daten.

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