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09.05.2011

18:00 Uhr

Politik gefordert

Wie Rohstoff-Spekulanten zu stoppen sind

VonNorbert Häring

An den Rohstoffmärkten platzt wieder einmal eine Preisblase. Bevor die nächste aufgepumpt wird, muss die Politik handeln. Sie kann die Spekulation stoppen, wenn sie will.

Die Wirtschaftspolitiker dieser Welt müssen endlich gefährliche Spekulanten und Finanzinvestoren in den Griff bekommen. Das ist die Lehre des Kurssturzes bei Rohöl, Silber, Zucker, Kakao und Kupfer in den letzten Tagen. Denn es zeigt sich: Die Politik hat vorher zu lange die Preissteigerungen am Rohstoffmarkt ignoriert - und damit auch deren unheilvolle Folgen für die Konjunktur. Im Gegensatz dazu hat die Europäische Zentralbank sie ernst genommen, aber als dauerhafte reale Preissteigerungen aufgefasst, die langfristig den Geldwert gefährden, und daher einen falschen geldpolitischen Schluss gezogen: nämlich den, durch eine Zinsanhebung gegenzuhalten.

Es gibt weder in der Realwirtschaft noch infolge politischer Entwicklungen in der Welt einen erkennbaren Grund dafür, warum der Ölpreis binnen Stunden um mehr als zehn Prozent einbrechen sollte, noch weniger für einen Rückgang des Silberpreises von über einem Viertel binnen Tagen. Die paar leicht schwächeren Konjunkturindikatoren waren Lappalien gegen die Unruhen im Nahen Osten oder die Katastrophen in Japan, die die Akteure an den Rohstoffmärkten mit einem Achselzucken weggesteckt hatten.

Der einzige Grund für den Einbruch in den vergangenen Tagen ist der, dass sich die Spekulation auf weitere Preissteigerungen überhitzt hatte. Das Preisniveau vieler Rohstoffe war so hoch, dass sich keine Käufer mehr fanden. Die schwächeren Konjunkturaussichten sind eher eine nachgeschobene Begründung.

Wie kam es überhaupt zu dem Preisanstieg? Natürlich sticht das Argument, dass steigende Nachfrage aus China und anderen Schwellenländern die Rohstoffpreise treibt. Aber dieses Argument kann nicht jede beliebige Steigerung erklären und rechtfertigen. Dazu müsste man schon feststellen, dass sich das Wachstum mit zunehmenden Raten erhöht. Das war nicht der Fall. Vielmehr hatte sich, wie das an den Finanzmärkten häufig der Fall ist, ein anfangs vernünftiger Preistrend verselbstständigt. Immer mehr Spekulanten setzten darauf, dass die Preise weiter steigen, allein weil sie schon so lange stiegen - die typische Bewegung bei einer Blase.

Je länger die Hausse dauerte, desto mehr Investorengeld floss in Rohstoffanlagen und trieb damit die Preise noch weiter. Doch obwohl schon die vorletzte Rohstoffpreisblase, die 2008 den Rohölpreis bis auf 150 Dollar je Fass getrieben hatte, offenbarte, wie wenig rational und wie schädlich die Rohstoffspekulation ist, haben unsere Wirtschaftspolitiker nichts gelernt.

Kommentare (8)

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InfoWarrior

09.05.2011, 18:07 Uhr

Es ist unglaublich was der Autor da von sich gibt. Es zeigt sich wieder einmal das beim Handelsblatt offensichtlich sozialistische Ökonomen sitzen. Es sei darauf hingewiesen, dass es Politiker waren die den Euro und die EZB geschaffen, aber auch den Dollar und die FED. Es sei darauf hingewiesen, dass es sich dabei um Fiat-Money und eben nicht Sound-Money handelt. Es sei darauf hingewiesen, dass die EZB bzw. die FED Inflation (im eigentlichen Sinne - nämlich Geldmengenwachstum). Dieses aus dem Nichts geschaffene Geld wird halt angelegt. Die Politik zu rufen, damit diese gegen "Spekulanten" vorzugehen ist absurd, dass wäre so als wenn man zur Bekämpfung eines Brandes den Brandstifter ruft. Die Poltik ist die Ursache dieses ganzen Irrsinn und der Irrsinn heisst Fiat-Geld. Fiat Money is a Crime

aspi

09.05.2011, 18:12 Uhr

Danke für diesen treffenden Kommentar! Rohstoffe auf Termin kaufen sollten nur jene dürfen, die diese Rohstoffe auch tatsächlich geliefert haben wollen. Ich freue mich auf den Tag, wo der Kiefernorthopäde aus München Zehntausend Tonnen Orangensaft und fünftausend Tonnen Weizen auf sein Villengrundstück gekippt bekommt!

yeter

09.05.2011, 18:26 Uhr

warum sollte die politik umso etwas kummern?
sie sitzen am grossen topf und brauen sich um die probleme
des kleinen mannes nicht zu kümmern

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