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22.02.2012

15:13 Uhr

Preisexplosion

Angst treibt den Handel am Ölmarkt

Der Handel am Ölmarkt ist zur Zeit von Angst geprägt. Der Hauptgrund für den Preisanstieg des Rohstoffs ist der Atomstreit mit dem Iran. Dazu kommen der ungünstige Wechselkurs und Spekulationen um Versorgungsengpässe.

Eine Ölpumpe in Bahrain: Laut IEA gibt es genug von dem Rohstoff. dapd

Eine Ölpumpe in Bahrain: Laut IEA gibt es genug von dem Rohstoff.

FrankfurtAm Ölmarkt wird dieser Tage die Angst gehandelt - vor allem die vor einer Eskalation des Atomstreits mit dem Iran. Spannungen in den afrikanischen Ölförderregionen Sudan und Nigeria heizen die Spekulationen über Lieferengpässe zusätzlich an. Da aber laut Internationaler Energiebehörde (IEA) genug Öl vorhanden ist, rechnen Experten nicht mit tatsächlichen Versorgungsproblemen.

Dennoch hat sich ein Fass (159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent - es gilt an den Märkten als richtungsweisend - seit Jahresanfang um etwa 14 Dollar oder rund 13 Prozent verteuert. Zuletzt hatte der Preis im Mai 2011 so hoch gelegen. Da damals ein Euro mit deutlich über 1,40 Dollar aber rund zehn US-Cent mehr wert war, haben die Verbraucher das an der Zapfsäule weniger stark zu spüren bekommen als derzeit. Öl wird grundsätzlich in Dollar gehandelt. Ein starker Dollar erhöht somit die Rechnung der Importeure, ein schwacher verringert sie. Letzteres war im Sommer 2008 der Fall, als der Ölpreis mit rund 147 Dollar einen Rekord erreichte. Der Euro notierte jedoch bei knapp 1,60 Dollar und machte damit den Effekt des hohen Ölpreises wett.

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Auslöser des Ölpreisanstiegs in dieser Woche war ein Lieferstopp des Irans nach Frankreich und Großbritannien. „Das hat vielen vor Augen geführt, dass der Iran nicht klein beigeben wird“, erklärt Rohstoff-Analyst Carsten Fritsch von der Commerzbank. Für den Sommer hat die EU ein Importverbot für iranisches Öl beschlossen, mit dem sie Teheran an den Verhandlungstisch über das Atomprogramm zwingen will. Im Gegenzug droht der Iran mit einer Blockade der Straße von Hormus - eine der wichtigsten Öl-Schifffahrtsrouten der Welt.

Eine solche Eskalation gilt als unwahrscheinlich, da sich das Land damit selber schaden würde und die USA mit ihrer Marine in der Region militärisch präsent sind. Sollten sich die Experten aber irren, könnte der Ölpreis nach Einschätzung von Julian Jessop, Chefvolkswirt beim Forschungsinstitut Capital Economics, über 200 Dollar je Barrel springen.

Kommentare (1)

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mono

22.02.2012, 18:00 Uhr

Der Konflikt mit dem Iran mag einigen vorgaukeln, dass das Probleme von Preissteigerung und Energieverknappung hier begründet liegt.
In Wirklichkeit stehen wir vor dem Dillema, einerseits noch keinerlei brauchbare Alternative zum knapper werdenden Erdöl und Erdgas zu haben und andererseits dem Effekt der allmählich einsetzenden, politisch initiierten Inflation ausgesetzt zu sein.
Es wird noch schlimmer kommen. Die heutigen "Höchstpreise" für Benzin werden die billigsten der nächsten 20 Jahre sein. Oder gibt es hier irgendjemand der glaubt, die Benzinpreise gehen nochmal radikal nach unten??
In einer Gesellschaft in der die Politik " Inflation" zur Doktrin erklärt und damit glasklar gegen die Interessen der Bevölkerung agiert, wird der Consumer Price Index sprunghaft steigen und Energie- und Rohstoffpreise werden durch die Decke gehen.
Schaut man sich die hoffnunglosen Marketingbemühungen der deutschen Autoindustrie an ( carsharing etc), kann man sich ja jetzt schon ausmalen, das der deutsche Automarkt, ohne weiterhin ständig steigende Exporte, sowieso kurz vorm kollabieren steht.
Viel Spass bei der kommenden Achterbahnfahrt und vielen Dank an SPD, FDP, CDU und Grüne und partiell natürlich auch an die völlig verstrahlten Linken.

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