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16.04.2013

11:29 Uhr

Preisrutsch

Kalt erwischt – Hedge-Fonds setzten auf Gold

Spekulanten haben nicht immer ein glückliches Händchen - so wie beim Goldpreis. Viele Hedge-Fonds haben direkt vor dem Einbruch auf steigende Kurse gesetzt. Sie haben jetzt „Bauchschmerzen“, sagt ein Insider.

Der Goldpreis hat sich nach panikartigen Verkäufen der beiden vergangenen Handelstage etwas erholt. ap

Der Goldpreis hat sich nach panikartigen Verkäufen der beiden vergangenen Handelstage etwas erholt.

Hedge-Fonds und andere Spekulanten hatten ihre Wetten auf einen Anstieg des Goldpreises ausgebaut - direkt vor dem Einbruch des Edelmetalls. In der Woche bis zum 9. April stockten die Investoren ihre Gold-Kaufpositionen um 19 Prozent auf 56.084 Terminkontrakte und Optionen auf, wie aus Daten der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) hervorgeht.

Der Preis für Gold sackte am Montag am Kassamarkt zeitweise um rund zehn Prozent ab und fiel deutlich unter die Marke von 1.400 Dollar je Unze, nachdem er bereits in der vergangenen Woche um sechs Prozent eingebrochen war. Gold-Terminkontrakte zur Lieferung im Juni büßten an der Comex in New York am Montag 9,3 Prozent ein und schlossen bei 1.361 Dollar je Unze - das ist der stärkste Tagesverlust seit März 1980.

Die Goldreserven der Staaten

USA

Goldschatz: 8.133,5 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 75,7 Prozent

Stand: Januar 2014

Deutschland

Goldschatz: 3.387,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 72,8 Prozent

Internationaler Währungsfonds (IWF)

Goldschatz: 2.814 Tonnen

Italien

Goldschatz: 2.451,8 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 72,1 Prozent

Frankreich

Goldschatz: 2.435,4 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 70,5 Prozent

China

Goldschatz: 1.054,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 1,7 Prozent

Schweiz

Goldschatz: 1.040,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 10,6 Prozent

Russland

Goldschatz: 1.015,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 9,5 Prozent

Japan

Goldschatz: 765,2 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 3,2 Prozent

Niederlande

Goldschatz: 612,5 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 59,7 Prozent

Indien

Goldschatz: 557,7 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 9,9 Prozent

Türkei

Goldschatz: 506,3 Tonnen

Europäische Zentralbank (EZB)

Goldschatz: 502,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 32,9 Prozent

„Wer vor diesem starken Einbruch gekauft hat, dürfte jetzt etwas Bauchschmerzen haben“, erklärte Donald Selkin, leitender Marktstratege bei National Securities. „Gold wird nicht mehr als notwendiger sicherer Hafen wahrgenommen. Alle sehen auf den Aktienmarkt und sind verblüfft, und wir haben keine Inflation. Also fragen sich alle, wofür sie Gold überhaupt brauchen.“

Der extreme Preisrutsch Prozent wird von Händlern als übertrieben bewertet. Einige Anleger hätten den massiven Einbruch zum Einstieg genutzt. Am Dienstag erholte sich der Goldpreis leicht, er notierte zuletzt bei 1.376 Dollar. „Die erste große Panik ist raus“, kommentierte Proettel die leichte Preiserholung am Goldmarkt. Allerdings sei jetzt das Vertrauen der Anleger in das gelbe Edelmetall beschädigt. „Der Nimbus ist angekratzt“. Weitere Rückgänge beim Goldpreis könnten nicht ausgeschlossen werden, sagte der Experte.

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

16.04.2013, 12:11 Uhr

Wie wär´s wenn auch mal über die offenbar deutlich gestiegenen *physischen* Goldkäufe über die Internethändler berichtet wird.

Kann schon sein, dass der Goldpreis zu über 90% von Derivatehändlern "gestaltet" wird, Papierwetten auf zukünftige Papierpreise. Echtgoldkäufer nutzen die momentane Preisschwäche offenbar in hohem Maße...

Neulich schrieb jemand sinngemäß "erst wenn in den Foren aufgehört wird, von Betrug zu reden und davon dass man jetzt nachkaufen soll würde er wieder anfangen zu kaufen". Privat- und Kleinalegermeinung als Kontraindikation für das BigMoney

Ich würde ja sagen, ich wäre gespannt, wie das ausgeht. Wenn ich nur nicht so sehr überzeugt wäre davon, wie es ausgeht...

http://static.cdn-seekingalpha.com/uploads/2012/7/2/saupload_Screen_20shot_202011-12-16_20at_2013_39_46.png

(die gestrichelte Linie ist übrigens die exponentielle. US M3 *outperformed* die Exponentialfunktion....noch Fragen)

Und es ist ein globales Phänomen
http://dollardaze.org/blog/posts/00762/Ms.png


DanielWichtig

16.04.2013, 13:13 Uhr

Wie das so ist, bei einer Exponentialfunktion, noch reichlich Luft nach oben.

Account gelöscht!

16.04.2013, 13:17 Uhr

@HB

Na, mal wieder bei "afp" abgeschrieben ;-) Ist schon klar, die Hedgefondsmanager rufen täglich dort an und veröffentlichen ihre neuesten Trades.
Mal ehrlich, HB: Glauben Sie den Quatsch, den Sie da schreiben, eigentlich selbst?

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