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15.04.2013

20:37 Uhr

Preissturz

Goldpreis fällt um mehr als 100 Dollar

Gold ist so billig wie seit zwei Jahren nicht mehr. Nach dem plötzlichen Absturz am Freitag geht es weiter abwärts. Am Montag fällt der Preis noch kräftiger. Die Ursachen sind vielfältig.

Der Goldpreis gibt zum Wochenbeginn weiter nach. dpa

Der Goldpreis gibt zum Wochenbeginn weiter nach.

DüsseldorfDer Goldpreis ist zum Wochenbeginn weiter eingebrochen. Eine Feinunze zwischenzeitlich 1.356 Dollar. Der Preissturz hatte schon am Freitagnachmittag unserer Zeit begonnen. Seitdem hat der Goldpreis mehr als zehn Prozent nachgegeben.

Den dramatischen Preisverfall führten Experten auf verschiedene Gründe zurück, unter anderem Spekulationen über einen möglichen Ausstieg der US-Notenbank Federal Reserve und die anhaltenden Verkäufe von ETF-Gold-Beständen, die schon seit längerem auf dem Preis für das Edelmetall lasten.

Preissturz: Zerbricht der Traum vom Gold?

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Zerbricht der Traum vom Gold?

Der Goldpreis ist im freien Fall. Am Montag sackt der Preis unter 1.400 Dollar.

Auch die Nachrichten aus Zypern sollen ein Grund sein. So könnte sich das südeuropäische Land zur Deckung seines erhöhten Geldbedarfs von einem Teil seiner Goldreserven trennen. Das wäre eine neue Strategie, denn zuletzt hatten die Notenbanken ihre Goldbestände stets aufgestockt. Die zyprische Notenbank verwaltet laut Angaben des World Gold Council Goldbestände im Umfang von 13,9 Tonnen.

Goldnachfrage weltweit (in Tonnen)

2003

Schmuck: 2.484
Barren und Münzen: 304
ETFs: -
Industrie: 386
Zentralbanken: -620
Gesamt: 2.594 Tonnen

2004

Schmuck: 2.616

Barren und Münzen: 355

ETFs: 133

Industrie: 419

Zentralbanken: -479

Gesamt: 3.044

2005

Schmuck: 2.719

Barren und Münzen: 396

ETFs: 208

Industrie: 438

Zentralbanken: -663

Gesamt: 3.098

2006

Schmuck: 2.300

Barren und Münzen: 414

ETFs: 260

Industrie: 468

Zentralbanken: -365

Gesamt: 3.077

2007

Schmuck: 2.423

Barren und Münzen: 435

ETFs: 253

Industrie: 476

Zentralbanken: -484

Gesamt: 3.104

2008

Schmuck: 2.304

Barren und Münzen: 869

ETFs: 321

Industrie: 461

Zentralbanken: -235

Gesamt: 3.720

2009

Schmuck: 1.814

Barren und Münzen: 780

ETFs: 623

Industrie: 410

Zentralbanken: -34

Gesamt: 3.593

2010

Schmuck: 2.017

Barren und Münzen: 1.205

ETFs: 382

Industrie: 466

Zentralbanken: 77

Gesamt: 4.147

2011

Schmuck: 1.972

Barren und Münzen: 1.515

ETFs: 185

Industrie: 453

Zentralbanken: 457

Gesamt: 4.582

2012

Schmuck: 1.908

Barren und Münzen: 1.256

ETFs: 279

Industrie: 428

Zentralbanken: 535

Gesamt: 4.405

2013

Schmuck: 2.671

Barren und Münzen: 1.702

ETFs: - 916

Industrie: 354

Zentralbanken: 625

Gesamt: 4.436

2014

Schmuck: 2.457

Barren und Münzen: 1.004

ETFs: - 183

Industrie: 347

Zentralbanken: 588

Gesamt: 4.212

Q1 2015

Schmuck: 601

Barren und Münzen: 253

ETFs: 26

Industrie: 80,4

Zentralbanken: 119

Gesamt: 1.079
Auf das Jahr hochgerechnet: 4.316

Die Entscheidung über Goldverkäufe werde von der Notenbank getroffen, sagte Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank, am Freitag nach dem Treffen der Euro-Finanzminister in Dublin. Es komme indes darauf an, führte Draghi weiter aus, dass eventuelle Erlöse aus dem Goldverkauf zu allererst zur Deckung möglicher Verluste der Notenbank aus ihren ELA genannten Notfall-Liquiditätshilfen für die Geschäftsbanken herangezogen würden.

Kommentare (39)

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Account gelöscht!

15.04.2013, 08:00 Uhr

Wenn Gold ganz plötzlich so nierdergeknüppelt wird und die Medien plötzlich etwas vom Goldsturz bringen dann ertönen bei mir sämtliche Alarmsirenen.

GANZ ZUFÄLLIG meldet sich während des Sturzes Herr Draghi zu Wort, der an das Gold der Zyprioten nun will. Eines weiss ich ganz sicher, auf Gold war bislang IMMER Verlass und wenn gerade in diesem Fall, solch ein Sturz stattfindet, dann scheint hinter der Kulisse mächtig die Hütte zu brennen.

Für mich persönlich ein ganz klares und fast schon selbstverständliches Kauf UND Alarmsignal.

AllesLuege

15.04.2013, 08:05 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Goldblase-platzt

15.04.2013, 08:28 Uhr

Niemand knüppelt Gold nieder!

Gold ist und war massiv überbewertet. Dementsprechend hat sich eine gewaltige Goldblase aufgebläht, die nun platzt. Das gilt auch für Silber.

Die momentane sich verstärkende Abwärtsbewegung ist sicherlich nur der Beginn eines weiteren Absturzes bis der Goldpreis sich fundamental fair einpendelt und nach einer Konsolidierung entweder steigt oder weiter fällt. Ein Investment in ein solides Unternehmen lässt einen sicherlich besser schlafen.

Die Parolen, die hier immer wieder für den Einstieg in "Gold" zum Besten gegeben werden, sollte jeder mit Vorsicht genießen. Auf Gold war auch nicht "immer" Verlass - der Goldpreis unterlag in den letzten 40 Jahren einer starken Schwankungsbreite. Daran wird sich auch künftig nichts ändern. Gold eignet sich höchstens für Risiko bewusste Anleger und dann auch nur als Depotbeimischung. Vielen scheint hier der "Ar... auf Grundeis zu gehen". Längst wird wieder die EU als Übeltäter ausgerufen. Es ist bei den Kommentatoren so als, wenn jemand der Angst hat bei Nacht laut pfeifend durch den Wald stapft!

Physisches Gold zu Hause im Keller muss man halt zur Bank tragen, um es wieder los zu werden. Wertpapiere kann man fast jederzeit kaufen und verkaufen oder ein Stop-Loss setzen.

Als die Dot.com-Blase Anfang 2000 geplatzt ist, waren die Foren auch voll mit Kommentaren und trotzdem ging es stetig bergab.

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