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23.04.2014

16:33 Uhr

Preisverfall

Barclays nimmt Abschied von Rohstoffen

Rohstoffhandel finden immer mehr Banken verlustreich. Nun steigt auch die britische Barclays aus dem Geschäft aus. Die Öl- und Gassparte soll zwar bleiben, jedoch rückt der elektronische Handel in den Vordergrund.

Immer mehr Banken scheuen sich vor dem Geschäft mit Rohstoffen. Letzter Aussteiger ist die britische Barclays. dpa

Immer mehr Banken scheuen sich vor dem Geschäft mit Rohstoffen. Letzter Aussteiger ist die britische Barclays.

New YorkDie Britische Großbank Barclays hält Geschäfte mit Rohstoffen offenbar für verlustreich und will den überwiegenden Teil der Rohstoff-Aktivitäten einstellen. Damit folgt die britische Bank ähnlichen Entscheidungen von JPMorgan Chase und Morgan Stanley, die sich angesichts der sinkenden Erlöse ebenfalls aus dem Bereich zurückgezogen haben.

Das „neu fokussierte” Geschäft werde den elektronischen Handel in den Vordergrund stellen, erklärte Barclays am Dienstag in einer Mitteilung. Weitergeführt werden demnach Edelmetalle, Öl-Finanzkontrakte, US-Gas-Finanzkontrakte und Index-Produkte.

Sechs Fakten über die Rohstoffmärkte

Viel Verbrauch...

Die Weltbevölkerung wächst und wächst. Prognosen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2100 mehr als zehn Milliarden Menschen auf der Erde leben werden.

...und wenig Angebot

Rohstoffe wie Öl und Gold sind nicht endlos, dementsprechend teuer werden sie, wenn das Angebot sich verknappt.

13 Prozent

beträgt aktuell Chinas Anteil an der Weltwirtschaft. Die rohstoffhungrige Volksrepublik ist auf dem besten Wege die größte Handelsnation der Welt zu werden.

40 Prozent

der weltweiten Kupfer-, Zink- und Aluminiumproduktion verbrauchen die Chinesen.

30 Prozent mehr

als vor drei Jahren kosten nach Angaben des Food Price Index der Uno unsere Nahrungsmittel weltweit im Durchschnitt.

465 Prozent Gesamtrendite

konnten Anleger mit Aktien auf Goldminen seit 2002 einfahren.

Die in London ansässige Bank hatte im Januar bereits Stellen im Bereich Rohmaterialien abgebaut - im Zuge einer Verkleinerung bei Festverzinslichen, Währungen und Rohstoffen. Zudem wurden im Februar Power-Trading-Desks in den USA und Europa geschlossen.

Die Erlöse aus dem Rohstoff-Geschäft bei den zehn größten Banken waren im vergangenen Jahr um 18 Prozent eingebrochen, wie das Analysehaus Coalition aus London im Februar mitteilte. Gleichzeitig sind die Aufseher besorgt, dass die Banken die Preise kontrollieren könnten, wenn sie die Rohstoffe sowohl besitzen als auch handeln - oder dass sie Verluste erleiden könnten, die das Finanzsystem bedrohen. Auch die Deutsche Bank und Bank of America steigen aus einem Teil ihrer Rohstoff-Aktivitäten aus, während JPMorgan und Morgan Stanley Sparten verkaufen.

Jene, für die Rohstoffe das Kerngeschäft darstellen, bedauern die Entwicklung. „Das scheint die Richtung zu sein, wo alle hingehen”, sagte etwa Douglas Hepworth, Vizevorstand von Gresham Investment Management in New York. Er kümmert sich um etwa 15 Milliarden Dollar an Rohstoffen und hat seit mindestens einem Jahrzehnt die Abwicklung, Handel und Analysen von Barclays genutzt. „Sie haben sehr gute Analysen geliefert, und wir hoffen, dass sie das weitermachen werden.”

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