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11.12.2015

12:29 Uhr

Preisverfall geht weiter

Öl so günstig wie zuletzt 2008

Die Internationale Energieagentur sieht vorerst kein Ende der Ölschwemme voraus. Der Grund dafür sollen die Opec-Staaten sein: Sie sorgen mit ihrer Förderung weiter für ein Überangebot. Der Preis fällt und fällt.

Förderung mit Tiefpumpenantrieb: „Immer noch viel Öl, das auf dem Markt lastet“. dpa

Erdöl

Förderung mit Tiefpumpenantrieb: „Immer noch viel Öl, das auf dem Markt lastet“.

ParisSo billig war Öl lange nicht mehr: Mit zwischenzeitlich rund 39,03 Dollar pro Barrel (159 Liter) ist die Öl-Sorte Brent auf den tiefsten Stand seit 2008 gefallen. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI hatte bereits am Vorabend mit 36,38 Dollar den tiefsten Stand seit 2009 erreicht. Grund dafür ist offenbar die Entscheidung der Opec-Staaten, ihre Förderung weiter zu maximieren. Zu diesem Schluss kommt der aktuelle Monatsbericht der Internationalen Energieagentur IEA: Die Experten prognostizieren, dass das Überangebot am Weltmarkt mindestens bis spät ins Jahr 2016 anhalten wird.

Future-Papiere auf die Öl-Sorte Brent sanken um 1,8 Prozent und fuhren damit den sechsten Verlust in Folge ein. „Zurzeit ist die Ölproduktion einfach zu hoch“, schreiben auch Analysten der Commerzbank in einem Bericht. „Es ist sehr unwahrscheinlich, dass es bei den Ölpreisen dieses Jahr ein 'Happy End' gibt.“

Börse Frankfurt : Dax schließt deutlich im Minus

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Erst haben Meldungen der EZB und der Internationalen Energieagentur den Dax auf Talfahrt geschickt. Mit der Öffnung der US-Börsen ging es dann noch weiter bergab. Inzwischen hat sich der Leitindex aber wieder gefangen.

Die Opec-Staaten hatten sich vor einer Woche nicht auf eine Begrenzung oder gar Kürzung ihrer Förderung einigen können. Die bisherige Obergrenze für die tägliche Produktion von 30 Millionen Barrel wurde in der abschließenden Erklärung des Kartells nicht erwähnt. Die faktische Förderung liegt seit langem deutlich über dem Förderziel.

„Weil die Lagerbestände auch 2016 weiter anschwellen, wird es immer noch viel Öl geben, das auf dem Markt lastet“, heißt es in dem Bericht der IEA. Die jüngste Entscheidung der Opec deute auf eine Fortsetzung der Strategie hin, mit einer möglichst hohen Förderung andere Produzenten, die bei niedrigen Ölpreisen nicht mehr rentabel arbeiten, aus dem Markt zu drängen.

Opec und das Ölmarkt-Chaos: Die Geschichte wiederholt sich

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Der Ölpreis ist so tief wie seit Jahren nicht mehr, das Opec-Kartell harrt aus. So sah der Markt schon einmal aus, in den 1990er Jahren. Stimmen die Parallelen, müssen sich Anleger keine Sorgen um billiges Öl machen.

Zwischen der derzeitigen Lage der Opec-Staaten und dem Zeitraum von 1997 bis 1999, als die Organisation die Kontrolle über den Markt verloren hatte und der Ölpreis auf weniger als 10 Dollar je Barrel eingebrochen war, gibt es mehrere Parallelen. Anleger mögen sich fragen, ob der Markt auch dieses Mal einem ähnlichen Kurs folgen wird - doch sollte man dabei nicht vergessen, dass die Opec nach der Krise den Ölpreis bis auf fast 150 Dollar je Barrel hochschießen sah. Sollten die Parallelen anhalten, könnte dem Markt eine Achterbahnfahrt bevorstehen.

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