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20.04.2012

16:34 Uhr

Prognose

Analysten prophezeien Goldpreis-Rekord

Nach der Meinung einiger Analysten wird der Goldpreis im vierten Quartal ein Rekordhoch erreichen. Den Experten zufolge könnte eine Unze des Edelmetalls im Schnitt 1.900 Dollar kosten.

Der Goldpreis könnte im vierten Quartal auf ein Rekordhoch steigen. dpa

Der Goldpreis könnte im vierten Quartal auf ein Rekordhoch steigen.

Der Goldpreis wird den Prognosen der treffsichersten Analysten zufolge im vierten Quartal ein Rekordhoch erreichen. Die Experten sehen den Preis für das Edelmetall im Schnitt bei 1.900 Dollar je Unze, was 16 Prozent mehr als derzeit wäre.

Angeschoben werde die seit zwölf Jahren anhaltende Aufwärtsbewegung von den weiterhin niedrigen Leitzinsen. Die Fremdkapitalkosten in den USA und im Euroraum sind so niedrig wie nie zuvor, was die Attraktivität von Gold steigere, erläuterten die fünf besten Edelmetallanalysten in den vergangenen zwei Jahren laut einer Bloomberg-Rangordnung. Auch liegen die Gold-Positionen der Investoren nur 0,7 Prozent unter dem Rekordwert. Der umsatzstärkste Optionskontrakt bietet das Recht zum Kauf von Gold bei 2.200 Dollar bis Juli.

Skeptischer sind hingegen die Hedge-Fonds - sie haben ihre Wetten auf einen höheren Goldpreis reduziert. Das Edelmetall hat den Großteil der diesjährigen Kursgewinne wieder abgegeben, nachdem sich abzeichnete, dass die Weltwirtschaft wohl das erneute Abrutschen in die Rezession vermeiden kann. Die Nachfrage nach dem physischen Metall war stabil angesichts steigender Bedenken, dass die Verantwortlichen erneut intervenieren müssen, um das Wachstum zu stützen. Der Goldpreis ist um etwa 70 Prozent geklettert, als die Federal Reserve in zwei Runden ihrer so genannten quantitativen Lockerung zwischen Dezember 2008 und Juni 2011 für 2,3 Billionen Dollar Anleihen aufkaufte.

Was Sie über Gold wissen sollten

Was ist Gold?

Gold ist ein seltenes Metall mit einem Schmelzpunkt von 1064 Grad Celsius. Der Siedepunkt liegt bei 2856 Grad. Die chemische Abkürzung für Gold ist „Au“ und stammt vom lateinischen Wort „Aurum“ ab. Es hat mehrere Eigenschaften, die es für die Menschheit über die Jahre nützlich gemacht hat. Gold leitet extrem gut. Außerdem reagiert es nicht mit Wasser oder Sauerstoff.

Wie viel Gold wurde in der Geschichte gefördert?

Nach Schätzungen wurden in der gesamten Menschheitsgeschichte bis heute um die 166.600 Tonnen Gold aus Minen geholt. Ein Großteil davon – etwa zwei Drittel – seit 1950.

Wie viel Gold gibt es noch auf der Erde?

Die letzten Zahlen der US Geological Society gingen im Januar 2011 von weltweit 51.000 Tonnen aus.

Wie viel Gold wird pro Jahr abgebaut?

In den vergangenen Jahren waren es etwa 2.500 Tonnen pro Jahr.

Wo wird weltweit am meisten Gold abgebaut?

Überall auf der Welt wird Gold gewonnen. Aber beinahe ein Drittel des Goldes wird in nur drei Ländern abgebaut. An der Spitze liegt China mit 13,1 Prozent, darauf folgen die USA und Australien mit jeweils 9,1 Prozent.

Was passiert mit dem Gold?

29 Prozent des abgebauten Goldes kommt im Investmentbereich zum Einsatz, also in Form von Münzen und Barren. Aus 59 Prozent wird Schmuck gemacht. 12 Prozent wird von der Industrie verarbeitet.

Wo sind die größten Absatzmärkte für Gold?

Mit 1059 Tonnen ist Indien der mit Abstand größte Absatzmarkt für physisches Gold (Münzen, Barren, Schmuck). Dahinter liegt China mit 770 Tonnen. Im Vergleich dazu abgeschlagen sind die USA mit 213 Tonnen und Deutschland mit 154 Tonnen.

Quelle: World Gold Council

Wer sind die größten Goldbesitzer?

Größte Goldbesitzer sind die Notenbanken. Die Vereinigten Staaten sitzen auf rund 8.100 Tonnen, gefolgt von Deutschland mit 3.400 Tonnen und dem Internationalen Währungsfonds mit 2.800 Tonnen. Die Notenbanken waren über Jahre Netto-Verkäufer. Seit dem vergangenen Jahr sind sie jedoch wieder Netto-Käufer. Das Interesse kommt vor allem aus den Schwellenländern.

"Ich glaube nicht, dass die Fed oder irgendeine andere Zentralbank ihre Politik der geldpolitischen Lockerung aufgeben kann. Und da die Konjunkturen sich abschwächen und mehr Geld gedruckt wird, wird Gold stärker werden", erwartet Jeffrey Sica, Präsident bei SICA Wealth Management. "Die Leute haben das Vertrauen in Regierungen verloren. Die allgemeine Angst vor einer Verschärfung der Schuldenkrise im Euroraum wird den Goldpreis antreiben." In diesem Jahr hat das Edelmetall 5,3 Prozent zugelegt. Bei einem aktuellen Preis von 1.645,36 Dollar notiert Gold jedoch mehr als acht Prozent unter dem Hoch in diesem Jahr von 1.790,75 Dollar, das am 29. Februar erreicht wurde. Der von Standard & Poor’s ermittelte GSCI-Index aus 24 Rohstoffen hat seit Anfang Januar 4,5 Prozent angezogen und der Aktienindex MSCI All-Country World Index ist 8,8 Prozent geklettert. Treasuries haben laut einem Index von Bank of America Corp. weniger als 0,1 Prozent gewonnen. Seit Beginn der Hausse Anfang 2001 hat sich der Goldpreis mehr als versechsfacht, während der MSCI All-Country World Index für den Zeitraum auf ein Plus von zwölf Prozent kommt. Treasuries haben in diesem Zeitraum um 86 Prozent zugelegt.

Kommentare (9)

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Roland

20.04.2012, 17:24 Uhr

Wie kann man mit einer derartigen Ente punkten? Wer wird heute noch in Gold investieren wollen? Gold war immer eine Spekulative Anlage.
Die Anleger an den internationalen Rohstoffmärkten halten sich nicht mehr bedeckt und stossen ihre Goldvorräte vorsichtig ab.
Der Goldhandel in Asien ist und bleibt sehr stabil, hat aber einen Abwärtstrend gezeigt. China und andere Goldnationen haben in den letzten Tagen sehr viel Gold verkauft, deshalb ist auch der Goldpreis in Europa und weltweit gesunken. Die Zeiten der Spekulationen, "Gold als sichere Anlage" sind längst vorbei, weil auch grosse Goldnationen ihre Goldvorräte ernorm senken werden. Der Goldpreis wird noch dieses Jahr unter der Marke von 800,00 Euro unterschreiten. Es ist keine Goldblase, sondern eine marktgerechte Orientierung nach Angebot und Nachfrage. Derzeit ist das Angebot viel höher und somit keine Spielwiese für Spekulanten.

mono

20.04.2012, 17:41 Uhr

Gold wird bleiben.
Der Wert der von EZB und FED herausgegebenen Währungen wird im Angesicht der weltweit gehandelten und bitter benötigten Rohstoffe, einfach nur wegschmelzen.

Da in Europa nicht mehr agiert, sondern nur reagiert wird und die dringend nötigen strukturellen Reformen des Finanzwesens durch ultrastarke Lobbies und den hiermit vernetzten Politikern verhindert werden, sollte sich besser niemand falschen Hoffnungen hingeben.

G4G

20.04.2012, 17:41 Uhr

Nonsens @Roland !

Gold behält seinen Wert seit tausenden von Jahren. Zu Zeiten von Kaiser Nero konnte man für 1 Unze ein edles Gewand kaufen.
Heute entspricht das einem guten Anzug aus nicht chinesischer Produktion.

Also müsste Gold bei ca. 2200 - 2500 US$ / € liegen.
Und da wird es bald sein, sobald die ständigen Manipulationen der Zocker vorbei sind. Die Zocker und die Staaten wollen die privaten Anleger aus Gold vertreiben um dann die Währungsreform laufen zu lassen.
Die Banken haben sich EDV-technisch schon alle auf den Tag X vorbereitet.

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