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21.11.2012

12:29 Uhr

Rally geht weiter

Die Goldfinger

Seit zwölf Jahren steigt der Goldpreis stetig an. Daran wird sich auch 2013 nichts ändern. Vor allem die Politik der Zentralbanken treibt bekannte Investoren wie George Soros und John Paulson dazu, den größten Goldschatz aller Zeiten anzuhäufen.

New YorkWer in den vergangenen Jahren auf Gold setzte, hat gute Renditen erzielt. Daran soll sich auch künftig nichts ändern, denn die seit zwölf Jahren anhaltende Rally bei Gold hält wohl auch im kommenden Jahr an. Laut einer Median-Prognose von 16 Bloomberg-Analysten wird der Goldpreis 2013 in jedem Quartal zulegen und in den letzten drei Monaten im Durchschnitt bei 1925 Dollar je Unze liegen. Das sind elf Prozent mehr als aktuell.

Vor allem die geldpolitischen Anreize der Zentralbanken treiben die Investoren dazu an, den größten Goldschatz aller Zeiten anzuhäufen, wie aus Pflichtmeldungen an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht. Demnach hat der US-Hedge-Fonds-Manager John Paulson über den größten goldbasierten börsengehandelten Fonds, den SPDR Gold Trust, immerhin 3,67 Milliarden Dollar auf das Edelmetall gesetzt.

Was Sie über Gold wissen sollten

Was ist Gold?

Gold ist ein seltenes Metall mit einem Schmelzpunkt von 1064 Grad Celsius. Der Siedepunkt liegt bei 2856 Grad. Die chemische Abkürzung für Gold ist „Au“ und stammt vom lateinischen Wort „Aurum“ ab. Es hat mehrere Eigenschaften, die es für die Menschheit über die Jahre nützlich gemacht hat. Gold leitet extrem gut. Außerdem reagiert es nicht mit Wasser oder Sauerstoff.

Wie viel Gold wurde in der Geschichte gefördert?

Nach Schätzungen wurden in der gesamten Menschheitsgeschichte bis heute um die 166.600 Tonnen Gold aus Minen geholt. Ein Großteil davon – etwa zwei Drittel – seit 1950.

Wie viel Gold gibt es noch auf der Erde?

Die letzten Zahlen der US Geological Society gingen im Januar 2011 von weltweit 51.000 Tonnen aus.

Wie viel Gold wird pro Jahr abgebaut?

In den vergangenen Jahren waren es etwa 2.500 Tonnen pro Jahr.

Wo wird weltweit am meisten Gold abgebaut?

Überall auf der Welt wird Gold gewonnen. Aber beinahe ein Drittel des Goldes wird in nur drei Ländern abgebaut. An der Spitze liegt China mit 13,1 Prozent, darauf folgen die USA und Australien mit jeweils 9,1 Prozent.

Was passiert mit dem Gold?

29 Prozent des abgebauten Goldes kommt im Investmentbereich zum Einsatz, also in Form von Münzen und Barren. Aus 59 Prozent wird Schmuck gemacht. 12 Prozent wird von der Industrie verarbeitet.

Wo sind die größten Absatzmärkte für Gold?

Mit 1059 Tonnen ist Indien der mit Abstand größte Absatzmarkt für physisches Gold (Münzen, Barren, Schmuck). Dahinter liegt China mit 770 Tonnen. Im Vergleich dazu abgeschlagen sind die USA mit 213 Tonnen und Deutschland mit 154 Tonnen.

Quelle: World Gold Council

Wer sind die größten Goldbesitzer?

Größte Goldbesitzer sind die Notenbanken. Die Vereinigten Staaten sitzen auf rund 8.100 Tonnen, gefolgt von Deutschland mit 3.400 Tonnen und dem Internationalen Währungsfonds mit 2.800 Tonnen. Die Notenbanken waren über Jahre Netto-Verkäufer. Seit dem vergangenen Jahr sind sie jedoch wieder Netto-Käufer. Das Interesse kommt vor allem aus den Schwellenländern.

Paulson, der 2007 mit Wetten gegen die Subprime-Hypotheken in den USA zum Milliardär wurde, besitzt damit 21,8 Millionen Anteile an SPDR und ist damit dessen größter Anteilseigner. Mit 66 Tonnen übersteigt sein Investment die Goldreserven von Brasilien.

George Soros erhöhte sein Investment im gleichen Trust auf 1,32 Millionen Aktien. So hoch war das Engagement des US-Investors zuletzt 2010. Jede Aktie repräsentiert rund eine Zehntel Unze Gold, damit ist das Investment 221,7 Millionen Dollar wert. Der Goldpreis ist um 60 Prozent geklettert, seit Soros im Januar 2010 Gold als die „ultimative Blase“ bezeichnet hatte.

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Von den USA über Europa bis nach China ergreifen die Zentralbanken Maßnahmen, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Das schürt die Angst vor einer weiter steigenden Inflation und vor Währungsverlusten. Nachdem die US-Notenbank Federal Reserve von Dezember 2008 bis Juni 2011 in zwei Runden US-Anleihen im Volumen von insgesamt 2,3 Billionen Dollar ankaufte, stieg der Goldpreis in dem Zeitraum um 70 Prozent.

Kommentare (22)

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Account gelöscht!

21.11.2012, 12:54 Uhr

So so "die Rally geht weiter"... da hat wohl ein Werbepartner Angst um seine investitionen... Und wenn man mal die Charts betrachtet: nein, 11 % waren das bei weitem nicht, falls man 365 Tage als 1 Jahr definiert, aber Statistik und Fälschung, da gabs doch mal nen Spruch dazu oder...? Gold ist im Moment nur eins: Spekulationsobjekt

Account gelöscht!

21.11.2012, 13:10 Uhr

Lesen lernen: "In diesem Jahr". Also 2012. Und nicht 365 Tage. Und wenn Sie von Zeiträumen sprechen, dann schauen Sie die Goldpreisentwicklung der letzten 10 Jahre als Chart an. Einmal mit linearer und einmal mit logarithmischer Achse. Kennen Sie Trends und Trendlinien? Anscheinend nicht. Ansonsten würden sie hier etwas anderes schreiben. Und wenn Sie die Ausweitung der Geldbasis durch die Zentralbanken Europas, USA und Japan dagegen halten sehen sie sogar, dass Gold noch nicht einmal ein Spekulationsobjekt ist. Warum sollte Gold fallen? Kann heute noch eine einzige Notenbank die Zinsen wieder anheben ohne dass dann der Staat pleite geht? Nein, kann keine einzige. Und so lange das nicht gelöst wurde, wird Gold nicht nachhaltig fallen. Und da wir selbst heute bei Rekordsteuereinnahmen keinen Cent, selbst nach Abzug des BIP-Wachstums, an Schulden zurück zahlen und schon wieder Schulden machen, sehe ich da auch keine baldige Änderung. Klar, die Schuldenbremse soll es richten. 2014 will man einen ausgeglichenen Haushalt. Merken sie was? Der ausgeglichene Haushalt soll immer erst nach der nächsten Wahl feststehen. Und selbst wenn wir es nur einmal schaffen sollten einen ordentlichen Haushalt vorzulegen, so haben wir immer noch keinen Cent gespart. Warum sollte Gold nicht weiter steigen? Warum sollte Gold kein Schutz gegen einen Währungscrash sein? Die USA können nicht mehr wie noch in den 70ern ihre Währung vom Gold koppeln und sich damit praktisch befreien. Das ist aus. Es ist Zahltag. Fraglich ist, wer nun noch zahlen kann. Und zwar ohne einfach nur neue Scheinchen zu drucken. Denn das befeuert wieder nur den Goldkurs.

Koenigstiger

21.11.2012, 13:11 Uhr

Klar für den der keins hat und den Einstieg verpennt hat.

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