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12.09.2013

14:15 Uhr

Ratingagentur

Türkei spürt Zurückhaltung der Investoren

S&P hat die Türkei wegen ihrer wirtschaftlichen und politischen Lage vor einer schlechteren Bewertung gewarnt. Das verunsicherte die Investoren und belastet die türkische Lira und die den Aktienmarkt

Die türkische Lira gibt nach. S&P warnte die Türkei wegen ihrer wirtschaftlichen und politischen Lage. Das schreckte die Investoren auf. Reuters

Die türkische Lira gibt nach. S&P warnte die Türkei wegen ihrer wirtschaftlichen und politischen Lage. Das schreckte die Investoren auf.

LondonNach dem Warnschuss der Bonitätswächter von Standard & Poor's (S&P) hat die Türkei die Zurückhaltung der Investoren zu spüren bekommen. Die Landeswährung büßte zum Dollar am Donnerstag 0,6 Prozent ein. Händler sagten, neben der Rating-Agentur belaste auch das anschwellende Leistungsbilanzdefizit die Lira. Der Aktienmarkt gab ebenfalls nach, der Leitindex in Istanbul lag 0,4 Prozent im Minus. S&P hat die Türkei wegen ihrer wirtschaftlichen und politischen Lage vor einer schlechteren Bewertung gewarnt.

Zwar ließ die Agentur die Bonitätsnote des Landes am Mittwochabend unverändert bei „BBB“ - mit einem stabilen Ausblick. Diese Note steht für eine durchschnittlich gute Kreditwürdigkeit. In einem Bericht über die Schwachstellen von Schwellenländern im europäischen Raum konstatierte S&P aber: „Nach unserer Einschätzung ist der wirtschaftlichen Ausblick für die Türkei besonders unsicher.“ Die Bonitätswächter führten dabei ins Feld, dass ein steter Anstieg der realen Zinsen und ein geringeres Wachstum bei der Kreditvergabe zusammen mit der Währungsabwertung die Konjunkturaussichten schmälerten.

Spekulationen, wonach die US-Notenbank Fed noch im September das Volumen ihrer Staatsanleihenkäufe reduzieren könnte, hatte vor kurzem die Währungen von Schwellenländern wie Brasilien, Indien, Indonesien und auch der Türkei stark belastet.

Das Land kämpft trotz eines robusten Wirtschaftswachstums mit Strukturproblemen: Das Leistungsbilanzdefizit ist im Juli auf 5,78 Milliarden Dollar angeschwollen, es werden also viel mehr Waren und Güter eingeführt als exportiert. In den ersten sieben Monaten summiert sich der Fehlbetrag auf 42 Milliarden Dollar, acht Milliarden Dollar mehr als im Vorjahr.

In die Schlagzeilen geriet die Türkei im Sommer auch wegen des harten Vorgehens gegen regierungskritische Demonstranten, was auch Investoren verunsicherte. Die Proteste gegen Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sind seit Anfang Juli zwar etwas abgeebbt. Nach dem Tod eines 22-jährigen Demonstranten ist es diese Woche jedoch wieder zu Unruhen gekommen. Die Polizei ging mit Tränengas und Wasserwerfern gegen Demonstranten in Istanbul und Ankara vor.

Von

rtr

Kommentare (1)

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pendler

12.09.2013, 15:53 Uhr

was sollen wir wohl in einem Land, was sich am Angriffskrieg beteiligen wollte und wo unsere Soldaten von der Bevölkerung angegriffen werden?

Besser wir investieren in Ostasia, denn dort herrscht noch Ordnung und Sitte

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