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13.08.2015

16:09 Uhr

Referenzkurs zum US-Dollar

China wertet Yuan den dritten Tag in Folge ab

Hatte die chinesische Führung die Abwertung des Yuans am Dienstag noch als „einmalige Aktion“ bezeichnet, sank der Wert der chinesischen Währung gegenüber dem US-Dollar nun erneut. Anleger sind verunsichert.

Zum dritten Mal in Folge hat China seine Landeswährung gegenüber dem US-Dollar abgewertet. dpa

Aller guten Dinge sind drei

Zum dritten Mal in Folge hat China seine Landeswährung gegenüber dem US-Dollar abgewertet.

ShanghaiInnerhalb von drei Tagen hat China seine Währung gegenüber dem Dollar zum dritten Mal abgewertet. Die Zentralbank senkte den Referenzwert des Yuan zum Dollar am Donnerstag um 1,11 Prozent, wie das Devisenhandelssystem der Volksrepublik in Peking mitteilte. Ein Dollar sei nun 6,4010 Yuan wert. Die Behörden schlossen aber weitere Abwertungen aus; der Börsen- und Devisenhandel erholte sich.

Nach den weltweiten Kursrückgängen ging die chinesische Zentralbank in die Offensive: Der Yuan sei immer noch eine starke Währung, es gebe keine „Grundlage“, den Wechselkurs weiter herabzusetzen, sagte die Zentralbank-Vertreterin Zhang Xiaohui laut einer Mitschrift vor Journalisten. Vize-Zentralbankgouverneur Yi Gang wies Gerüchte zurück, wonach der Yuan um bis zu zehn Prozent abgewertet werden solle. „Das ist kompletter Blödsinn.“

Bereits am Dienstag hatte die chinesische Notenbank den Referenzkurs der heimischen Währung überraschend um 1,9 Prozent gesenkt – und dieses Vorgehen als „einmalige Aktion“ bezeichnet. Am Mittwoch senkte sie den Referenzkurs des Yuan im Vergleich zum Dollar aber ein weiteres Mal um 1,6 Prozent. Dies verunsicherte Anleger in aller Welt. Die Aktienkurse gingen weltweit auf Talfahrt.

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An den Börsen ging es am Donnerstag trotz einer weiteren Abwertung bergauf. Die Börse in Shanghai legte um 1,76 Prozent zu, auch die Börsen in Hongkong und in Tokio schlossen im Plus.

„Das Schlimmste ist wahrscheinlich vorbei“, sagte der Analyst Patrick Bennett der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Äußerungen der Zentralbank hätten den Markt „beruhigt“.

Im Gegensatz zu anderen Währungen wie etwa dem Euro ist der Yuan kein frei schwankendes Zahlungsmittel. Die chinesische Zentralbank legt täglich einen Referenzwert fest, um den sich der Yuan begrenzt auf bis zu zwei Prozent bewegen darf. Bisher wurde der Referenzwert immer auf Grundlage einer Umfrage unter Marktteilnehmern festgelegt. Nun sollen auch der Schlusskurs vom Vortag, die Lage am Devisenmarkt und aktuelle internationale Wechselkurse berücksichtigt werden.

Mit der stärksten Abwertung des Yuan seit mehr als 20 Jahren will China der heimischen Exportindustrie unter die Arme greifen, die im Juli um mehr als acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen war. Mit einer schwächeren Währung werden die chinesischen Exporteure auf dem Weltmarkt wieder konkurrenzfähiger, so die Hoffnung.

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Die Abwertung der chinesischen Währung ist nach Einschätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln von „symbolischer Bedeutung“. Die Regierung in Peking räume „zunehmend auch die Schwäche ihrer Wirtschaft“ ein, erklärte das Institut. Nicht die Yuan-Abwertung selbst, „sondern das, was dahinter steckt“ mache den deutschen Unternehmen „die größte Angst“.

Von

afp

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