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15.01.2009

20:08 Uhr

Rezession

Die Öl-Hausse ist Geschichte

Die Rezession setzt den Ölpreis mächtig unter Druck. Der Februar-Kontrakt für ein Barrel US-Öl WTI verbilligte sich zeitweilig um 3,6 Prozent auf 33,65 Dollar. Der Ölpreis rauscht damit immer weiter seinem Vorjahrestiefststand entgegen. Grund: Die Opec rechnet mit einer weiter sinkenden Ölnachfrage.

Zeit, nachdenklich zu werden: Der Ölpreis sackt ab. Ein saudi-arabischer Aramco-Mitarbeiter beobachtet einen Bohrturm. Foto: ap ap

Zeit, nachdenklich zu werden: Der Ölpreis sackt ab. Ein saudi-arabischer Aramco-Mitarbeiter beobachtet einen Bohrturm. Foto: ap

HB NEW YORK. Der Tag X war im vergangenen Jahr der 22. Dezember. An diesem Montag war der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI auf 31,41 Dollar abgesackt. Das ist gerade einmal wenige Wochen her. Wer dachte, diesen Tiefststand so schnell nicht wieder zu sehen, hat sich möglicherweise geirrt. Denn der Ölpreis fällt und fällt. Und nach der jüngsten Prognose der Opec ist ein Ende erst einmal nicht in Sicht. Denn die Organisation Erdöl exportierender Staaten sagt fürs laufende Jahr eine weiter sinkende Nachfrage voraus. "Die Ära der Öl-Hausse ist offiziell zu Ende", sagte der Rohstoffexperte Phil Flynn von Alaraon Trading Corp.

Folge: Das Barrel (159 Liter) US-Öl WTI verbilligte sich in New York zeitweise auf 34,71 Dollar. Und beim Februar-Kontrakt sieht es nicht besser aus. Der lag bei 33,65 Dollar, was einem Minus von 3,6 Prozent entspricht. Aber wenn die Opec mit einem Rückgang der Ölnachfrage um 4,2 Prozent rechnet, bleibt das natürlich nicht ohne Folgen. Grund für den negativen Ausblick der Opec ist die Rezession in den USA, Europa und Japan, die den Ölverbrauch einen Dämpfer versetzen dürfte.

In ihrem Monatsbericht prophezeite die Organisation, dass die Ölnachfrage in diesem Jahr weltweit um 180 000 Barrel täglich sinken wird, deutlicher als bisher erwartet. Doch angesichts der "bemerkenswerten Unsicherheiten über die Entwicklung der Wirtschaft gebe es die Möglichkeit, dass sich die weltweite Nachfrage nach Öl in diesem Jahr weiter verschlechtert", begründete die Opec ihre neuen Prognosen.

Bereits seit einigen Tagen wird Brent-Öl zu deutlich höheren Preisen gehandelt, unter anderem weil in US-Tanklagern in Cushing große Ölbestände lagern. Zudem verliert der US-Ölpreis so deutlich, "weil die USA das meiste Öl nachfragen, und entsprechend macht sich dort der Nachfrageeinbruch am stärksten bemerkbar", sagte Rohstoff-Analyst Frank Schallenberger von der LBBW.

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