Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.03.2011

10:15 Uhr

Riskante Rally

Die Angst treibt den Goldpreis - noch

VonJörg Hackhausen, Christian Schnell

Der Goldpreis steigt und steigt. Doch manchen Experten wird die Goldgräberstimmung unheimlich. Die Profis halten Gold mittlerweile für zu riskant - und steigen wieder aus.

Experten raten, lieber echtes Gold statt unbesicherter Goldzertifikate zu kaufen. Quelle: Reuters

Experten raten, lieber echtes Gold statt unbesicherter Goldzertifikate zu kaufen.

FrankfurtIm Neusser Einkaufszentrum, wo früher ein Jeansladen war, macht ein Goldladen auf. In Metzingen, der schwäbischen Kleinstadt mit den vielen Fabrikverkäufen, gibt es kleine Goldbarren im Automaten. Im Frankfurter Umland fährt ein zum „Goldmobil“ umgebauter VW-Bus über die Dörfer und sammelt bei den Leuten altes Gold ein. Drei Beispiele, ein Phänomen: Mit Gold lassen sich wieder gute Geschäfte machen – und alle wollen mitverdienen.

Seit der Finanzkrise befindet sich der Goldmarkt im Ausnahmezustand. Gold ist gefragt wie nie. Der Preis für das Edelmetall ist in ungeahnte Höhen gestiegen. Auf dem Weltmarkt kostet eine Feinunze gut 1425 Dollar.

Die Sparer kaufen Gold, weil sie Angst haben, dass ihr Geld entwertet wird. Schuld daran sind die Banken, die mit ihren waghalsigen Deals die Krise erst ausgelöst haben. Schuld daran sind die Notenbanken, die unendlich viel billiges Geld auf den Markt geworfen haben, um die Finanzmärkte zu stützen. Schuld daran sind die Regierungen, die Schuldenberge auftürmen, um teure Konjunkturpakete zu bezahlen.

Die Schulden werden unweigerlich zu horrender Inflation führen, fürchten viele Sparer. Nur Gold gilt ihnen noch als wertbeständig, weil man damit schon seit 5000 Jahren bezahlen kann. Gold hat alle Krisen überdauert.

Doch bietet das Edelmetall wirklich den Schutz, den sich ängstliche Anleger erhoffen? So sehr sie sich Sicherheit wünschen, so wenig achten sie auf die Risiken. Sie übersehen, dass das Metall ein hochspekulativer Rohstoff ist. Schon in den 70er-Jahren folgte einer Hausse eine langanhaltende Baisse.

„Gold bietet gar nicht die Sicherheit, die die Leute erwarten. Der Goldpreis war immer starken Schwankungen unterworfen“, sagt Markus Stahl, Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Steinhart & Stahl aus Stuttgart. Er gehörte selbst einst zu den Goldkäufern, aber das war vor zehn Jahren, als eine Feinunze um die 400 Dollar kostete. Misstrauisch macht ihn, dass die breite Masse das Thema entdeckt hat. „Heute wird über Gold in jeder Provinzzeitung berichtet. Wenn das nicht alle Züge eines Hypes trägt, dann weiß ich es auch nicht“, sagt Stahl.

Kommentare (16)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Zahlmeister

31.03.2011, 15:41 Uhr

Der übliche Schwachsinn der "Profis" und "Experten", die uns den ganzen Schlamassel eingebrockt haben.

Horst

31.03.2011, 15:50 Uhr

Wieder Anti - Gold Propaganda für die Dummen !!
Der Goldpreis ist schon lange manipuliert, sonst wäre er schon längst ausgebrochen und hätte das weltweite Fiat-Money zum kollabieren gebracht.
Das wird sowieso kommen - geplanterweise. Sehr bald !!!

Optimist

31.03.2011, 15:57 Uhr

conspiracy - Horst ;-)

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×